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Ostanlage 45 (ehem. Ostanlage 49) - Isaak und Babette Sonn, Paula Bella Heichelheim

Isaak Sonn
*29.08.1876 in Züntersbach, Kreis Schlüchtern
geflohen am 27.12.1938 nach Luxemburg
beendete selbst sein Leben am 19.09.1940 in Walferdingen/Luxemburg
Stolperstein verlegt am 16.05.2024

Babette Sonn, geb. Hertz
*31.07.1888 in Ettelbrück, Luxemburg
deportiert am 30.09.1942 über Darmstadt in das besetzte Polen
ermordet im besetzten Polen
Stolperstein verlegt am 16.05.2024

Paula Bella Heichelheim, geb. Simonsfeld
*06.07.1879 in Bamberg
deportiert am 16.09.1942 über Darmstadt in das besetzte Polen
ermordet im besetzten Polen
Stolperstein verlegt am 16.09.2024

 

Link Stolpersteine Ostanlage 45 

Isaak Sonn

Isaak Sonn wurde am 29.08.1876 in Züntersbach, Kr. Schlüchtern geboren. Er kam am 01.10.1899 aus Kirdorf nach Gießen. Zunächst war Isaak Sonn als Reisender für die Firma S.H. Sonheim in Fulda und Bad Brückenau tätig. 

Er heiratete am 28.12.1910 Babette Hertz aus Ettelbrück. Das Ehepaar Sonn gehörte der orthodoxen Israelitischen Religionsgemeinschaft an.

Ab Juni 1921 war Isaak Sonn als Geschäftsführer in der Firma Rollmann & Sonn GmbH bis zu deren Auflösung 1925 tätig. Er beteiligte sich an der Firma David Lublinski & Co als Kommanditist. Ab 01.04.1919 war Isaak Sonn Inhaber der Firma Sonn & Hertz, Handel mit Farb- und Materialwaren im Kleinen, die er in den folgenden Jahren zu einer großen Mineralölhandlung ausbaute.

Am 01.01.1929 trat Leo Salomon in diese Firma ein. Leo Salomon war sein Schwager. Er war verheiratet mit der Schwester seiner Ehefrau Babette, Lina Hertz. Beide Frauen kamen aus Ettelbrück in Luxemburg.

Das Ehepaar Sonn wohnte in der Ostanlage 49. Die Grundstücke Ostanlage 49, Walltorstraße 42, Großer Steinweg 5, Kirchenplatz 2 und außerdem Wiesen und Ackerland waren in ihrem Grundbesitz.

Isaak Sonn floh am 27.12.1938 nach Luxemburg und beendete selbst sein Leben

am 19.09.1940 in Walferdingen/Luxemburg.

Text: Ursula Schroeter

Babette Sonn

Babette Sonn, geb. Hertz, wurde am 31.07.1888 in Ettelbrück in Luxemburg geboren. Sie heiratete am 28.12.1910 Isaak Sonn aus Züntersbach, Kreis Schlüchtern. Das Ehepaar Sonn wohnte in der Ostanlage 49. Nach der Flucht ihres Mannes nach Walferdingen in Luxemburg zog Babette Sonn im Mai 1941 in den Seltersweg 59. Ab Dezember 1941 wohnte sie im Ghettohaus in der Walltorstraße 42.

Babette Sonn wurde am 16.09.1942 aus der Goetheschule, die als Sammellager diente, nach Darmstadt gebracht und am 30. September 1942 in das besetzte Polen deportiert. Babette Sonn wurde ermordet. Das Todesdatum ist nicht bekannt.

Text: Ursula Schroeter

Paula Bella Heichelheim

Bella Heichelheim, geboren in Bamberg am 06.07.1879 als Paula genannt Bella Simonsfeld, heiratete im Jahr 1900 Albert Heichelheim, den Mitgründer des Bankhauses Gebr. Heichelheim in Frankfurt.

Das Ehepaar bezog zunächst im Haus der Bank in der Johannesstr. 17 eine Wohnung. Albert Heichelheim war später Teilhaber bei seinem Onkel Siegmund Heichelheim im Bankhaus Aron Heichelheim in Gießen. Ab 1907 war er Bankdirektor der Mitteldeutschen Creditbank in Gießen.

Albert Heichelheim starb am 17.06.1919 im 51. Lebensjahr. Seine Grabstätte auf dem jüdischen Teil des Neuen Friedhofs ist erhalten.

Bella Heichelheim wohnte später in der Ostanlage 39 und ab August 1938 in der Ostanlage 49, im Haus des Isaak Sonn.

Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor: Fritz, geboren am 06.05.1901 und Artur, geboren am 09.08.1903. Beide Söhne überlebten die Naziherrschaft. Fritz Heichelheim emigrierte nach Großbritannien, Artur Heichelheim ging 1924 nach Berlin, weitere Angaben zu ihm sind nicht vorhanden.

Bella Heichelheim teilte mit vielen anderen Juden das Schicksal der Deportation. Am 16.09.1942 wurde sie aus dem Ghettohaus Landgrafenstraße 8 über Darmstadt in das besetzte Polen deportiert. Bella Heichelheim wurde ermordet.

Text: Christel Buseck

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