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Friedhöfe & Bestattungswesen

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FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Baumfällungen im Bestattungswald

Warum müssen Bäume gefällt und gekürzt werden?

Die gerade laufenden Baumpflegemaßnahmen haben für uns einen sehr überraschenden und traurigen Befund gehabt: Einige Bäume sind durch die anhaltende Trockenheit so sehr geschädigt, dass sie nicht mehr bruchfest sind. Es besteht die Gefahr, dass starke Äste oder ganz Kronen ausbrechen. 22 Bäume müssen stark eingekürzt werden, um diese Gefahr zu beseitigen. Bei 10 Bäumen reicht eine Einkürzung leider nicht aus, diese müssen zur Erhaltung der Verkehrssicherheit gefällt werden. Das kam in dieser Dimension und Schnelligkeit auch für uns sehr überraschend.

Welche Bäume sind betroffen?

10 Bäume müssen umgehend gefällt werden, damit keine Gefahren für Besucher/innen von ihnen ausgehen. 22 Bäume müssen stark eingekürzt werden. Dies betrifft derzeit hauptsächlich den südöstlichen Bereich des Bestattungswaldes. Welche Bäume von Fällungen und Einkürzungen betroffen sind, können Sie anhand der Karte identifizieren:

Worin besteht die konkrete Gefahr?

Der Bestattungswald am Schiffenberg weist einen Besatz von mehr als 90 % Buchen aus. Diese sind, neben Nadelhölzern, von den Trockenschäden der letzten Jahre am meisten betroffen. Die Buchen trocknen dabei aus, ohne dass dies von außen sofort erkennbar wird. Es kann dann zum Abbruch von starken Ästen oder ganzer Kronen kommen, die dann unvermittelt aus großer Höhe (bis 40 Meter, in einzelnen Fällen bis zu 50 Meter) zu Boden stürzen.

Warum müssen Bäume komplett gefällt werden, reicht eine Einkürzung nicht aus?

Aktuell müssen in einem ersten Schritt 10 Bäume gefällt werden, 22 Bäume müssen deutlich gekürzt werden. Wir versuchen natürlich, die Zahl der zu fällenden Bäume so gering wie möglich zu halten. An erster Stelle unserer Überlegungen muss aber die Verkehrssicherheit stehen. Sobald aus forstlicher Sicht die Bruchfestigkeit nicht mehr gewährleistet ist, muss der Baum gefällt werden. Übrigens auch, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter und der Mitarbeiter der von uns beauftragten Forstfirmen zu gewährleisten.

Welche Bereiche des Bestattungswaldes sind betroffen, wo darf ich mich bewegen?

Aktuell ist wegen der noch laufenden Baumpflegearbeiten der gesamte Bestattungswald gesperrt. Er darf nur aus Anlass von Beisetzungen in Begleitung unseres Personals betreten werden. Diese Sperrung muss voraussichtlich bis zum 2. Oktober aufrechterhalten werden. Wir bitten dringend, dass auch Spaziergänger sich zur ihrer eigenen Sicherheit an diese Sperrung halten.

Sehr stark betroffen ist der südöstliche Teil des Bestattungswaldes, an der Grenze zu Pohlheim-Hausen. Die genaue Lage können Sie aus dieser Karte entnehmen:

 

Die in der Karte schraffierten Flächen dürfen auch nach Ende der Pflegemaßnahmen bis auf weiteres nicht betreten werden, hier finden auch zunächst keine Beisetzungen statt.

Ein Angehöriger ist verstorben, ich habe eine Grabstelle im Bestattungswald erworben. Kann ich die Beisetzung planen?

In den aktuell nicht betroffenen Teilen des Bestattungswaldes kann voraussichtlich ab der 41. Kalenderwoche wieder beigesetzt werden. Dies sind die nicht schraffierten Gebiete im Plan:

Stimmen Sie Ihre Wünsche aber bitte auf jeden Fall mit dem von Ihnen beauftragten Bestattungsunternehmen ab. Ihr Bestattungsunternehmen wird alle Fragen mit der Friedhofsverwaltung klären. Die aktuell gesperrten Bereiche (schraffierter Bereich) dürfen voraussichtlich bis Ende Oktober, evtl. auch noch länger, nicht betreten werden, hier sind auch keine Beisetzungen möglich.
Wichtig in diesem Zusammenhang: Nach dem Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetz (§ 16 Abs. 1) sind Urnen innerhalb von neun Wochen nach der Einäscherung beizusetzen. Ihr Bestatter oder das beauftragte Krematorium wird die Urne in einem geschützten Bereich aufbewahren, bis eine Beisetzung terminiert werden kann.

Wie kann ich als Betroffene/r weitere Auskünfte erhalten?

Die Nutzungsberechtigten der zu fällenden Bäume wurden von der Friedhofsverwaltung bereits direkt eingeladen, um über die künftige Gestaltung der Grabanlagen zu beraten.
Angehörige, deren bereits genutzte Ruhebäume eingekürzt werden müssen, können sich – wenn der Wunsch besteht – ebenfalls mit uns in Verbindung setzen, um die Zukunft der Ruheorte zu besprechen. Wir bitten um Terminvereinbarung unter:
0641 306-1778 oder E-Mail unter bestattungswald@giessen.de

Wie ist die rechtliche Lage?

Nach der Friedhofsordnung der Stadt Gießen (§ 16 b Abs. 5) dürfen als Waldgrabstätte dienende Bäume nur aus Gründen der Verkehrssicherheit oder im Falle der wesentlichen Beschädigung oder Zerstörung durch die Stadt entfernt werden. Die nutzungsberechtigten Personen sind außer bei Gefahr im Verzug vorher anzuhören. Unverzüglich nach Entfernung des Baumes und nach Anhörung der Betroffenen hat die Stadt einen Heister oder einen Jungbaum anzupflanzen und für die fachgerechte Anwuchspflege zu sorgen.

Der Verpflichtung zur Anhörung ist die Friedhofsverwaltung mit Einladungen an alle Betroffenen bereits nachgekommen.

Was entsteht dort, wo Bäume gefällt werden müssen?

Die Friedhofsordnung der Stadt Gießen sieht vor, dass an der Stelle gefällter Bäume ein Heister oder Jungbaum zu pflanzen ist. Es ist nicht möglich, einen auch nur annähernd gleich großen Baum nachzupflanzen. Wir prüfen derzeit gemeinsam mit unseren Forstfachleuten und auch mit externen Gutachtern die Optionen, einige Ansätze haben sich bereits ergeben. In welcher Form ein Ruheort entstehen kann, der den unterschiedlichen Bedürfnissen der Hinterbliebenen Rechnung tragen kann, wollen wir direkt mit den Nutzungsberechtigten im Einzelfall besprechen. Es gibt keine Pauschallösung. Es werden Gespräche notwendig, zu denen bereits eingeladen ist.

Ich habe ein Nutzungsrecht gekauft. Kann ich das zurückgeben, weil ich dies unter diesen Umständen nicht mehr nutzen möchte?

Nutzungsrechte für unbelegte Grabstellen können zurückgegeben werden, dies regelt die Friedhofsgebührenordnung in § 12. Danach wird bei Rückgabe einer unbelegten Grabstätte innerhalb von 10 Jahren die Hälfte der entrichteten Gebühr erstattet. Die Stadt Gießen erarbeitet derzeit eine pragmatische Lösung, um den Betroffenen möglichst die volle Gebühr erstatten zu können.

Ich möchte ein Nutzungsrecht an einem Bestattungsbaum erwerben - ist das noch möglich?

Ja – das ist weiterhin möglich. Derzeit – voraussichtlich bis Ende Oktober 2020 – ist die Begehbarkeit des Bestattungswaldes durch die Fäll- und Pflegearbeiten stark eingeschränkt. Danach können aber wieder Besichtigungen erfolgen und auch Nutzungsrechte erworben werden.

Wie muss ich mir das "Einkürzen" von Bäumen vorstellen?

Neben der kompletten Fällung von 10 Bäumen müssen weitere 22 Bäume teils erheblich gekürzt werden. Diese Bäume sind zwar noch standfest, weisen allerdings in größerer Höhe teils schwere Schäden auf. Diese Schäden, die im Übrigen für ungeübte Augen „von unten“ kaum zu erkennen sind, können das Ausbrechen starker Äste oder ganzer Kronen verursachen. Je nach Lage der Schädigung müssen dann in der Regel komplette Kronen entnommen werden, teils muss der Stamm deutlich gekürzt werden. Die Höhen können dabei sehr unterschiedlich sein. Es ist möglich, dass Bäume auf Längen auch unter 10 m gekürzt werden müssen.

Die Optik der Ruhestätten wird sich damit deutlich verändern. Die Einkürzung der Bäume gibt Hoffnung, dass sich an diesen Bäumen eine Erholung einstellt, mit einer Verbesserung im Sinne einer Heilung ist aber leider nicht zu rechnen. Aber auch die Hoffnung auf Erholung können wir nicht auf ewig nähren. Auch Inhaber von Ruhestätten, an denen „nur“ gekürzt wird, müssen leider damit rechnen, dass Bäume in den nächsten Jahren nicht gerettet werden können und gefällt werden müssen, weil ihre Substanz zum Erhalt nicht ausreicht.

Kann ich meine Angehörigen umbetten lassen?

Nein, das ist sowohl aus rechtlichen als auch aus praktischen Gründen nicht möglich. Zum einen setzt das Hessische Friedhofs- und Bestattungsgesetz hohe Hürden für Umbettungen, die in erster Linie in der postmortalen Würde des Verstorbenen und der einzuhaltenden Totenruhe begründet sind. Eine Umbettung wird aber tatsächlich in den allermeisten Fällen unmöglich sein, weil es sich bei den beigesetzten Urnen um Bio-Urnen handelt, die mit der Zeit auf natürlichem Weg verfallen. Eine würde- und pietätvolle Wiederbeisetzung ist unter diesen Umständen nicht denkbar.

Der Bestattungswald Am Schiffenberg wird weiterhin als solcher erhalten bleiben. Die Ruhefristen laufen einheitlich für alle Grabstätten bis zum 31.12.2111. Mindestens bis dahin wird das Areal ein Friedhof sein.

Kann an einer Baumgrabstätte, für die ich ein Nutzungsrecht habe, noch beigesetzt werden?

Ja. Zwar sind die Beisetzungsmöglichkeiten für die Zeit der noch laufenden Pflege- und Fällarbeiten eingeschränkt. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird aber die Verkehrssicherheit wieder hergestellt sein, der Bestattungswald wird dann wieder uneingeschränkt für Beisetzungen und Besuche nutzbar sein.

Gibt es in Gießen keine andere Möglichkeit, mich oder meine Angehörigen im Wald beisetzen zu lassen?

Schon jetzt gibt es auf allen sechs „herkömmlichen“ Gießener Friedhöfen die Möglichkeit der Baumbestattung. Wenden Sie sich bei Fragen hierzu gerne per E-Mail an uns: bestattungswald@giessen.de  oder rufen Sie die Friedhofsverwaltung unter 0641 984616312 oder/-13 oder /-11 an.

Wir prüfen nun auch intensiv, welche Gebiete für einen nachhaltig nutzbaren Ruheforst in Betracht kommen. Wir müssen dabei sowohl forstliche als auch friedhofsplanerische Aspekte berücksichtigen – und in beiden Bereichen wird nicht in Monaten oder Jahren, sondern in Jahrzehnten gedacht und geplant. So lange Zeit werden unsere Überlegungen nicht benötigten, aber wir werden nicht innerhalb von Wochen Lösungen präsentieren können. Wir möchten Interessierten Möglichkeiten bieten, einen Ort zu finden, der nachhaltig Bestand hat angesichts des Klimawandels. Einen Ort aber auch, der begehbar und erreichbar ist. Dazu gibt es verschiedene Optionen. Auch die Anlage eines Bestattungsshains, z. B. auf dem Gelände des Friedhofs Rodtberg, wird aktuell geprüft. Trauerkultur ist sehr vielfältig. Wir werden dazu zeitnah Angebote unterbreiten.

Stand FAQ: 28.09.2020
Je nach Sachlage wird diese Liste weiterhin ergänzt bzw. aktualisiert.

Übersichtskarte mit betroffen Bäumen (Download PDF)

Ihre Frage wurde noch nicht beantwortet?

Fragen können auch per E-Mail an bestattungswald@giessen.de gerichtet werden.

Telefonische Auskunft erhalten Angehörige und Betroffene unter Tel.: 0641 306-1778.

 


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