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Liebigstraße 57 - Siegmund und Dina Engel

Siegmund Engel
*22.03.1873 in Grüningen
deportiert am 27.09.1942 über Darmstadt nach Theresienstadt
verstorben am 30.01.1943 vermutlich an Entkräftung und Unterernährung
Stolperstein verlegt am 04.06.2025

Dina Engel, geb. Blatt
*23.11.1871 in Jugenheim an der Bergstraße
deportiert am 27.09.1942 über Darmstadt nach Theresienstadt
befreit in Theresienstadt
überlebt
Stolperstein verlegt am 04.06.2025

Standort Stolpersteine Liebigstraße 57 folgt


Siegmund Engel, Sohn des Moses Engel und seiner Frau Marianne, geb. Edelmuth, wurde am 22.03.1873 in Grüningen geboren. Am 04.02.1900 heiratete er Dina Blatt aus Jugenheim a.d. Bergstraße. Tochter Gertrude wurde am 27.11. geboren.

Die Familie kam am 10.01.1913 nach Gießen und wohnte im Mittelweg 13, später in der Liebigstraße 57 bis etwa im Frühjahr 1939.

Sie gehörten der Liberalen Israelitischen Gemeinde in Gießen an.

Siegmund Engel war zunächst als Reisender der Firma „L. Engel Grüningen“ tätig. Als selbstständiger Kaufmann führte er ab April 1913 diese Firma unter der Angabe „Handel mit Tabak und Frucht im Kleinen“ weiter. Ab Frühjahr 1927 bis zum 31.12.1938 lautete die Bezeichnung der Firma „ Zigarrengroßhandel und Handel mit Tabakwaren“.

Außerdem war Siegmund Engel ab Anfang 1929 als Vermittler von Immobilien tätig und hatte eine Vertretung für Waschmittel. Diese Firmen wurden im Dezember 1935 abgemeldet und im Juni 1939 im Handelsregister gelöscht.

1941 wohnte das Ehepaar in der Marktstraße 4 und zog von dort am 24.04.1942 nach Bad Nauheim in das israelitische Altersheim. Siegmund und Dina Engel wurden am 27.09.1942 über Darmstadt nach Theresienstadt deportiert. Siegmund Engel verstarb dort am 30.01.1943 vermutlich an Entkräftung und Unterernährung.

Dina Engel wurde in Theresienstadt befreit, sie ging nach Frankreich. Nach neuen Rechercheergebnissen lebte Dina Engel mit ihrer Tochter Gertrude in den Vereinigten Staaten in Xenia, Greene County, Ohio. Sie starb im März 1969 im Alter von 96 Jahren.

Tochter Gertrude besuchte die Höhere Mädchenschule in Gießen, wechselte 1919 auf  die Oberrealschule Ostern  und legte dort 1922 die Reifeprüfung (Abitur) ab. Sie studierte an der hiesigen Universität Englisch, Deutsch und Kunstgeschichte und schloss dieses Studium mit dem Doktortitel 1930 ab. Gertrude emigrierte 1939 in die USA. Auf Einladung der Stadt Gießen nahm sie im August 1982 an einem Treffen der Ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger anlässlich der Einweihung des Mahnmals auf dem Neuen Friedhof am Rodtberg teil.

Text: Christel Buseck

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