Rathaus

Seiteninhalt

Johannesstraße 15 - Max und Nanni Hammerschlag, geb. Stern

Max Hammerschlag
*09.11.1876 in Treis an der Lumda
deportiert 27.09.1942 nach Theresienstadt 
ermordet am 18.10.1942 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 19.06.2026

Nanni Hammerschlag, geb. Stern
*15.11.1882 in Medebach, Kreis Brilon
deportiert am 27.09.1942 nach Theresienstadt
ermordet am 26.11.1942 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 19.06.2026

Standort Stolpersteine Johannesstraße 15

Max Hammerschlag wurde am 9. November 1876 in Treis an der Lumda geboren. Er war der Sohn von Herz und Hilda Hammerschlag und wuchs gemeinsam mit seinen Brüdern Moses und Markus auf. Später ließ er sich in Gießen nieder, wo er als Kaufmann tätig war und in der Johannesstraße 15 ein Tabakwaren- und Einzelhandelsgeschäft führte, das ursprünglich aus dem Familienbesitz seines Vaters stammte.

Max Hammerschlag heiratete Nanni Hammerschlag, geborene Stern, die am 15. November 1882 in Medebach geboren wurde. Die Eheschließung erfolgte im Jahr 1905. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, Ilse, geboren am 19. August 1908, und Heinz Martin, geboren am 29. März 1919. Die mittlere Tochter Gerda, geboren am 5. Mai.1912, verstarb am 18. September 1917. Ihr Grab ist auf dem Neuen Friedhof.

Die Familie lebte viele Jahre in Gießen an wechselnden Wohnstätten, die letzte freigewählte Wohnstätte war in der Johannesstr. 15. Sie gehörten der liberalen israelitischen Religionsgemeinschaft an.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 verschlechterten sich die Lebensbedingungen für jüdische Familien zunehmend. Noch bis zum 23. Dezember 1939 konnte Max Hammerschlag sein Gewerbe als Tabakhändler und Warenagent betreiben, da der Betrieb unter die Bestimmungen für den Großhandel fiel.

Ihren Kindern Ilse und Heinz Martin gelang 1939 die Emigration nach Großbritannien und damit die Rettung vor der späteren Verfolgung. Beide wanderten von dort in die USA aus. Heinz Martin änderte in den USA seinen Namen in Henry Hammer.

Max und Nanni Hammerschlag blieben in Deutschland zurück und lebten in der Johannestrasse 15. Die Ehefrau soll dort auch noch am 1. Februar 1941 gelebt haben. Der Ehemann soll dagegen bereits am 1. Februar 1941 im Ghettohaus in der Liebigstraße 37 gewohnt haben. Gemeinsam zogen sie im Mai 1942 von der Liebigstraße 37 nach Bad Nauheim ins jüdische Altersheim in der Frankfurter Str. 103.

Am 27. September 1942 wurden sie von Bad Nauheim in das Ghetto in Theresienstadt deportiert. Dort waren sie den unmenschlichen Bedingungen des Lagers ausgesetzt. Max Hammerschlag verstarb dort am 18. Oktober 1942 im Alter von 65 Jahren, vermutlich an Unterernährung und Entkräftung. Nur wenige Wochen später, am 26. November 1942, ereilte Nanni Hammerschlag im Alter von 60 Jahren das gleiche Schicksal.

Recherche: Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 der Sophie-Scholl-Schule Gießen

Newsletter

Bestellen Sie sich hier den Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.