Brunnen Nordanlage, J.F.-Kennedy-Platz
Objekt: Brunnen
Standort: Nordanlage, John-F.-Kennedy-Platz | Standort in der Karte
Stadtteil/Bezirk: Innenstadtring Nord-Ost-Knick
Künstler: Herbert W. Dirks, Bad Nauheim
Material: Betonguss
Entstehung: 1967 im Auftrag des städt. Bauamts
Aufstellung: 1968 Inbetriebnahme
Eigentümer: Stadt Gießen
Beschreibung
Der Entwurf zum Brunnen auf dem John-F.-Kennedy-Platz stammt von dem Garten- und Landschaftsarchitekten Herbert W. Dirks aus Bad Nauheim. Ausgeführt wurde die Anlage von einer Gießener Baufirma. Das runde Wasserbecken hat mehrere Fontänen, die beleuchtbar sind. Niedrige Mauern aus dem gleichen Betongussmaterial liegen halbkreisförmig um das Wasserbecker herum, auf verschiedenen Ebenen laden sie zum Sitzen ein. Die mittlerweile hochgewachsenen Bäume bieten im Sommer angenehmen Schatten.
Zur Geschichte des Platzes
Der Platz an der nördlichen Ecke des Anlagenrings entstand bei der Umgestaltung der nördlichen Zufahrt in die Gießener Innenstadt Anfang der 1960er Jahre. Ursprünglich hieß er „Walltorplatz“, analog zum einstigen Festungszugang „Walltor“. Die Umbenennung in John-F.-Kennedy-Platz erfolgte Anfang 1964, wenige Monate nach der Ermordung des US-amerikanischen Präsidenten. 1967 erfolgte eine Vergrößerung des Platzes durch das städtische Bauamt, das die Brunnenanlage in Auftrag gab. Probleme mit der Pumpe führten immer wieder zum Abschalten der Fontänen, 2011 gab es eine öffentliche Diskussion um Sanierung oder Abriss. Zwei Jahre später wurde der Brunnen saniert und sprudelt seither einwandfrei. Im Zeichen von Klimawandel und Hitzesommern ist er Teil des Coolen Stadtplans Gießen.
Künstler-Vita
Der Garten und Landschaftsarchitekt HERBERT WERNER DIRKS wurde 1915 geboren, als Sohn des Hofgartendirektors Werner Dirks in Bad Pyrmont. Er folgte seinem Vater beruflich. In der Nachkriegszeit, als die Staatsbäder ihren Betrieb wieder aufnahmen, wurde vielerorts die (Kur)Parkanlagen wiederhergestellt und/oder neugestaltet. Dirks fand seine Heimat in Bad Nauheim, wo er ab 1952 den Kurpark neu gestaltete. Er erhielt zahlreiche weitere Aufträge: für die fünf hessischen Staatsbäder, für Naherholungsgebiete, unter anderem den Lahnuferweg in Wetzlar. Er gewann diverse Wettbewerbe, vor allem zu den Bundesgartenschauen Kassel, Köln, Stuttgart und Karlsruhe. Der Schlosspark in Karlsruhe 1967 fand bei der Fachwelt und den Besuchern große Anerkennung.
Weiteres Werk in Gießen: Brunnenbecken auf dem Vorplatz des (neuen) Friedhofs am Rodtberg 1968/69, seit langem als Blumenbecken genutzt.
Literaturhinweise
Den Hinweis auf den Künstler gab das Gartenamt 1979, siehe Hausarbeit zur Lehramtsprüfung im Fach Kunst, Mai 1979, Plastiken im öffentlichen Raum, Dokumentation und Charakterisierung am Beispiel Gießens, von Christiane Parsch, im JLU-Institut für Kunstpädagogik;
Zum Künstler: Wetterauer Zeitung zu Bad Nauheimer Kurparkanlagen am 4.12.2004 (Herbert Burk) und 15.8.2014 (Ulla-Ira Stamm);
Zur Platzbenennung: GA 22.11.2013 anl. des 50.Todestags von John F. Kennedy;
Zum Brunnen: Diskussion um Sanierung GA 15.1.2011 und GAZ 5.2.2011; Cooler-Stadtplan