"Red Cubes" - Skulptur
Standort: Altes Schloss, Terrasse | Standort in der Karte
Stadtteil/Bezirk: Innenstadt, Brandplatz
Künstlerin: Marie Zoe Greene-Mercier, Chicago
Material: Edelstahl, rot lackiert
Entstehung: 1971
Aufstellung: 1986 Ankauf Oberhessisches Museum (Ltg. Dr. Friedhelm Häring), ab 1990 in der Kunsthalle/Kongresshalle, 2006 ans Alte Schloss
Eigentümer: Stadt Gießen
Beschreibung: Die Rote Kuben-Skulptur an der unteren Terrasse (Restaurant) hebt sich leuchtend ab vor dem Grün der umgebenden Bäume und dem Grauton der Steine. Sie ist kleiner und filigraner als die mächtige Spiegel-Skulptur der Künstlerin auf der oberen Terrasse. Sie gehören zu den Container-Arbeiten, für die sie industriell gefertigte Alltagsobjekte zu Assemblagen verband. Hier sind es an einer Seite geöffnete Würfel oder Schachteln. Dieses Werk stand mit zwei weiteren über Jahre in der
Marie Zoe Greene-Mercier gilt als bedeutendste Vertreterin des New Bauhaus in Chicago, zu dessen ersten Studierenden sie 1937/38 gehörte. Ihre Lehrer waren Moholy-Nagy und Archipenko.
Künstlerin-Vita: Marie Zoe Mercier wurde 1911 in Madison/Wisconsin geboren. Als Kind französisch-stämmiger Eltern wurde sie zweisprachig erzogen. Sie wuchs auf in Cambridge/ Massachusetts, wo ihr Vater an der Harvard-Universität lehrte. Dort studierte sie bis 1933 Bildende Kunst und Sprachen, arbeitete als Französisch-Lehrerin, als Kunst- und Filmkritikerin; sie schrieb Lehrbücher zur Kunst, hielt Vorträge. Mithilfe von Kunst-Stipendien studierte sie an der New Yorker Universität und am gerade gegründeten New Bauhaus in Chicago 1937/38, wo ihre Lehrer u.a. Laszlo Moholy-Nagy und Alexander Archipenko waren.
1936 heiratete sie Wesley Hammond Greene, 1940-1945 bekamen sie drei Kinder, wohnten in Ottawa/Kanada. In dieser Zeit begann auch ihr künstlerisches Schaffen. 1946 kehrten sie nach Chicago zurück, das nun ihr fester Wohnsitz war. Ab 1961 unternahm Marie Zoe Greene-Mercier zahlreiche Reisen nach Europa, in Italien hatte sie diverse Ausstellungen, ab 1971 eine intensive Arbeitsperiode in Frankreich (mit Staatsaufträgen). Weitere Erfolge feierte sie in Deutschland, vor allem in Berlin.
Im Herbst 1986 hatte sie eine Ausstellung in Gießen, in deren Rahmen eine erste Schenkung und ein städtischer Ankauf erfolgten. Mitte der 90er Jahre vermachte sie ihre hier verbliebene Kunst dem Oberhessischen Museum, das waren neben Skulpturen auch Collagen. Marie Zoe Greene-Mercier starb 2001 in ihrer Heimatstadt Chicago.
Weitere Werke in Gießen: Spiegelnde Kuben-Komposition auf der Terrasse u. "Eierkarton"-Skulptur im Innenhof des Alten Schlosses, "Arboreale Form" am Kanzleiberg u. "Mutter und Kind" im benachbarten Botanischen Garten, Kleinskulpturen, Collagen in der Museumssammlung.
Literaturhinweise:
- zum Werk: Gießener Allgemeine Zeitung 10.Aug.1985 "Baumformen - bronzene Verklammerungen. Die amerikanische Künstlerin Marie Zoe Greene-Mercier schenkte der Stadt eine Skulptur"; 25.Okt.1986 "Von Collagebildern zu Großskulpturen. Marie Zoe Greene-Mercier stellt im Alten Schloss aus"
- zur Künstlerin: Katalog Marie Zoe Greene-Mercier - Skulpturen, Collagen, Zeichnungen, Amerika-Haus Berlin in Zusammenarbeit mit Bauhaus Archiv Museum, April 1977; Frank Elgar, Greene-Mercier, Reihe Le Musée de Poche, Paris 1978, Text französ./engl./deutsch, mit SW-Fotos; University of Chicago Library, Guide to Marie Zoe Greene-Mercier Papers 1870-2000, mit Biografie (www); Gießener Allgemeine, 08. August 2020