"Kopf" - Gießener Kunstweg -
Objekt: Metallskulptur, Kunst am Bau
Standort: Phil.1 – am Weg bei Haus C, Seite zur Mensa | Standort in der Karte
Stadtteil/Bezirk: Östliches Stadtgebiet, zwischen Licher Straße u. Schiffenberger Weg
Künstler: Michael Croissant, Frankfurt, zuletzt München
Material: Eisen auf Stein, Höhe 2 Meter
Entstehung: 1986
Aufstellung: 1986
Eigentümer: Justus-Liebig-Universität Gießen, Land Hessen
Beschreibung
Die zwei Meter hohe Metallskulptur ‚Kopf’ von Michael Croissant steht direkt am Wegrand, auf einer flachen Steinplatte. Auf diese Weise sind die Spaziergänger:innen direkt mit der klaren, abstrahierten Form des menschlichen Kopfes konfrontiert. Zusammen geschweißte Stahlplatten ohne Binnengestaltung vermeiden jeglichen Eindruck von Individualität. Die rostfarbene Oberfläche fügt sich in die Natur-Umgebung harmonisch ein. Sie hat längst Patina angesetzt, wodurch das Thema Vergänglichkeit nochmal verstärkt wird.
Künstler-Vita
MICHAEL CROISSANT, geb. 1928 in Landau/Pfalz, bis 1934 aufgewachsen in Berlin, dann in Wien. Er starb 2002 in München. Croissant absolvierte zunächst eine Steinmetzlehre in Kaiserslautern, studierte dann Kunst an der Akademie in München bei dem Bildhauer Toni Stadler (vgl. Steinbrenner, Kunstweg Nr.10). Ab 1953 war er freischaffender Künstler, 1966 bis 1988 war er Professor an der Städelschule Frankfurt/M. Ab1991 lebte er bei München. Er arbeitete vorwiegend mit Metall, bevorzugte (Hohl-)Formen mit reduzierter Binnengestaltung. Sein Hauptthema war die größtmögliche Reduktion der menschlichen Figur. Er hatte zahlreiche Ausstellungen mit Katalogen, schuf Kunst für den Stadtraum, wird nach wie vor von Galerien vertreten.
Weitere Werke in Gießen: nein
Zum Kunstweg am Philosophikum
Der Kunstweg am Philosophikum macht seit den 1980er Jahren unterschiedliche Skulptur-Auffassungen erfahrbar. 15 zumeist freistehende Skulpturen sind entlang eines sich schlängelnden Weges erlebbar. Diese Besonderheit der Justus-Liebig-Universität Gießen verdankt sich der gezielten Planung ab 1982 als Teil des „Sonderbaufonds zur künstlerischen Ausgestaltung und Ausstattung von Gebäuden des Landes Hessen“, landläufig unter Kunst-am-Bau bekannt. Die Gelder für die Kunst am Philosophikum wurden gebündelt und nicht auf die diversen Gebäude verteilt, was Kunst häufig der öffentlichen Wahrnehmung entzieht.
Idee und Konzept verdanken sich dem 1979-1986 an der Gießener Universität lehrenden Kunsthistoriker Prof. Dr. Gottfried Boehm. In den Kunstweg integriert wurde der „Wiehernde Hengst“ von Gerhard Marcks, der bereits 1974 seinen Aufstellungsort vor dem Haupteingang des Philosophikum I fand, ebenso zwei Werke im Foyer der Universitätsbibliothek. Der letzte Neuzugang war 2004 mit den Plaketten von Norbert Radermacher auf dem Platz zwischen den Phil-2-Gebäuden zu verzeichnen. Wegen der Baumaßnahmen auf dem gesamten Campus wurden seit 2018 Veränderungen nötig, die auch Kunstwerke betreffen.
Literaturhinweise
Gießener Anzeiger, 24.10.1986 (wg), Der Kunstweg wurde um zwei Plastiken bereichert – Werke von Croissant und Steinbrenner übergeben; Der Gießener Kunstweg, Band IX der Gießener Beiträge zur Kunstgeschichte, hrsg.v. Norbert Werner, Gießen 1994; JLU-Kunstweg-Flyer, mehrere Auflagen, letzte 2014.
Wikipedia-Eintrag, ausführliche Biografie im frankfurter-personenlexikon.de