Klimaschutz bedeutet, dass Maßnahmen ergriffen werden, die dem Klimawandel entgegenwirken und Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) verringern.
In Gießen lag der Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2024 bei rund 6,3 Tonnen (BISKO-Bilanz). Gegenüber dem Basisjahr 1990 ergibt sich damit eine deutliche Reduktion von 43,2 %. Jedoch sind die THG-Emissionen im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 um ca. 4,4 % gestiegen. Dieser Anstieg ist neben weiterhin hohen Emissionen im Verkehrsbereich unter anderem auch auf einen höheren Stromverbrauch infolge einer zunehmenden Elektrifizierung sowie einen höheren Emissionsfaktor des Bundesstrommix zurückzuführen. Um dauerhaft innerhalb der globalen Belastungsgrenzen zu handeln und die Lebensgrundlagen kommender Generationen zu sichern, sind weitere Einsparungen notwendig. Daher hat sich die Stadt Gießen im Jahr 2019 das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 bilanziell treibhausgasneutral zu werden.
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Beschluss "Klimaneutrales Gießen 2035" I Klimaschutzberichte
Am 26.09.2019 wurde in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, bereits im Jahr 2035 Klimaneutralität erreichen zu wollen. Dies bedeutet, dass die THG-Emissionen 2035 bilanziell null ergeben, also nur noch so viel emittiert werden darf, wie von natürlichen Senken wieder aufgenommen werden kann.
Dazu hat die Stadtverwaltung einen umfangreichen Klimaschutzbericht erstellt, welcher die Zielkennzahlen bis 2035 für die Sektoren Energie, Verkehr und Stadtentwicklung beinhaltet. Seitdem wird jährlich darüber berichtet, wie sich die Treibhausgasemissionen entwickeln und welche Maßnahmen die Stadt Gießen und ihre Tochtergesellschaften für den Klimaschutz ergriffen haben beziehungsweise in Zukunft angehen möchten.
Der Beschluss zur Klimaneutralität bis 2035, der Bericht "Klimaneutrales Gießen 2035" sowie die Klimaschutzberichte seit 2021 können hier heruntergeladen werden.
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Treibhausgas-Emissionen in Gießen
Gießen emittierte 2024 insgesamt 588.079 t Treibhausgase, was einer Zunahme um 4,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Hauptverursacher ist mit 39 % weiterhin der Verkehrssektor, dessen Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 10 % gestiegen sind. Die privaten Haushalte waren erneut für ein Viertel der gesamten Emissionen verantwortlich, gefolgt vom Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD) mit 22 %. Auf die Industrie entfielen 13 %, während die kommunalen Liegenschaften mit rund 1 % nach wie vor den geringsten Anteil ausmachen . Die oben genannten Daten wurden mit dem BISKO-Standard auf Basis des Bundesstrommixes errechnet. In der folgend dargestellten Regionalbilanz hingegen werden die Emissionen unter Berücksichtigung des lokalen Strommixes abgebildet.
Im Jahr 2024 lagen die THG-Emissionen der Regionalbilanz bei 5,8 t pro Einwohner*in. Davon entfallen 2,4 t auf den Sektor Verkehr, 1,9 t auf den Wärmesektor und 1,4 t auf den Sektor Strom.
Von 1990 bis 2024, also innerhalb von 34 Jahren, wurde der pro-Kopf-Treibhausgas-ausstoß um 45,7 % reduziert . Um das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2035 zu erreichen, müssen in den verbleibenden 11 Jahren somit noch weitere 54,3 % des Wertes aus 1990 eingespart werden. Absolut entspricht dies einer Reduktion um ca. 49.100 t Treibhausgasen pro Jahr.