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01.10.2025

Standortumfrage 2025: Betriebe spüren wachsenden Druck

Die dritte Standortumfrage der IHK Gießen-Friedberg zeigt: Die Zufriedenheit der Unternehmen im Bezirk rutscht leicht ab. Nur noch 62 Prozent der 609 befragten Betriebe bewerten ihren Standort insgesamt positiv. 2019 lag dieser Wert noch bei 67 Prozent. Erstmals steht die Bürokratie ganz oben auf der Sorgenliste: 65 Prozent nennen sie als größtes Ärgernis. Dicht dahinter folgt der Fachkräftemangel, dem 59 Prozent der Firmen höchstmögliche Relevanz, aber zu geringe Verfügbarkeit bescheinigen. Auch der Kostenblock wird bedrohlicher: Vor allem Energiepreise, Steuern, Abgaben und Personalkosten bereiten vielen Betrieben Unruhe.

Gleichzeitig verlieren klassische Image-Anker wie Heimatverbundenheit, Umweltqualität und Sicherheit an Glanz, wenngleich sie weiter zur Spitzengruppe der Standortstärken zählen. Bei Heimat etwa sank der Zustimmungswert von 79 Prozent im Jahr 2019 auf 70 Prozent in 2025. Erfreulich ist, dass die Zufriedenheit mit Breitband- und Mobilfunkversorgung kontinuierlich steigt ein Signal, dass die Investitionen der letzten Jahre tatsächlich bei den Unternehmen ankommen. Auch die übrige Infrastruktur, von Straßen bis ÖPNV, wird oft als Standortstärke genannt.

Am stärksten drückt der Fach- und Arbeitskräftemangel, inklusive fehlender Auszubildender auf die Stimmung der Unternehmen. Ebenfalls kritisch sehen viele Betriebe die oftmals als zäh empfundene Unterstützung durch die Verwaltung. Hinzu kommt eine Wirtschaftsförderung, deren Angebote und Abläufe aus Unternehmenssicht noch nicht durchgängig überzeugen. In allen drei Bereichen besteht aus Sicht der Unternehmen spürbarer Handlungsbedarf.

Trotz teils knapper Flächen bleiben immer noch 72 Prozent der Unternehmen ihrem Standort treu. Wenn sie doch abwandern, geht es primär um bessere Flächenverfügbarkeit, gefolgt von Kostenvorteilen oder einer leistungsfähigeren Infrastruktur; steuerliche Gründe oder Kundennähe spielen deutlich geringere Rollen.

Quelle: IHK Gießen-Friedberg

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