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18.09.2026

Stadtmöbel gehen in die nächste Runde: Gießener Gastronomiebetriebe können Außengastronomie auf Probe testen

Die Universitätsstadt Gießen führt Erfahrungen aus dem Projekt „Straßen neu entdecken“ fort – zwei mobile Stadtterrassen werden 2027 örtlichen Gastronominnen und Gastronomen für vier dreimonatige Testzeiträume zur Verfügung gestellt

Im Rahmen des hessischen Landesprojekts „Straßen neu entdecken“ erprobt die Universitätsstadt Gießen seit Juli 2026 an verschiedenen Standorten, wie temporär umgestaltete Straßenräume als Orte zum Verweilen und Begegnen genutzt werden können. In der Steinstraße und am zukünftigen Toni-Hämmerle-Platz entstanden dafür unter anderem neue Aufenthaltsflächen, Sitzgelegenheiten und Begrünung. Noch bis zum 7. Oktober 2026 können die Stadtmöbel an den beiden Standorten genutzt und erlebt werden.

Die bisherigen Rückmeldungen aus dem Projekt waren überwiegend positiv. Gleichzeitig wurden auch kritische Hinweise aufgenommen. Der Austausch mit Anwohnenden, Gewerbetreibenden und Gastronomiebetrieben ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Erprobung und fließt in die Weiterentwicklung ein. Auch die Erfahrungen der beteiligten Gastronomiebetriebe spielen dabei eine wichtige Rolle. In der Steinstraße erhielten „The Hub“ und die „Weinstube“ außengastronomische Flächen, im Südviertel die „Vanilla Bar“.

Aus der Erprobung wird ein Folgeprojekt

Aus den Erfahrungen des Projekts „Straßen neu entdecken“ entsteht nun ein eigenständiges Folgeprojekt der Universitätsstadt Gießen. Die Stadt konnte die beiden mobilen Stadtterrassen aus dem Projekt übernehmen und stellt diese ab 2027 erstmals Gastronomiebetrieben aus dem gesamten Stadtgebiet für eine zeitlich begrenzte Erprobung zur Verfügung.

Vorgesehen sind zwei dreimonatige Leihzeiträume von April bis Juni sowie von Juli bis September 2027. Insgesamt können damit vier Gastronomiebetriebe jeweils drei Monate lang erproben, wie Außengastronomie auf einer mobilen Stadtterrasse funktioniert.

Das Angebot richtet sich an Gastronomiebetriebe, die bislang keine Möglichkeit für Außengastronomie hatten. Als Ausnahme können auch Betriebe berücksichtigt werden, die bislang höchstens zwei Tische mit jeweils maximal zwei Stühlen aufstellen konnten oder deren bestehende Außengastronomie auf einem Gehweg mit weniger als 1,5 Metern Restbreite liegt. Die Stadtterrasse soll dabei eine tatsächlich neue Möglichkeit zur Außengastronomie eröffnen und nicht lediglich ein bereits bestehendes Außenangebot erweitern.

Voraussetzung ist außerdem, dass sich geeignete öffentliche Stellplätze im unmittelbaren Umfeld des Betriebs befinden. Die Parkplätze müssen unmittelbar an den Gastronomiebetrieb angrenzen beziehungsweise vom Betrieb aus ohne Überquerung einer Fahrbahn erreichbar sein. Die grundsätzliche Eignung des jeweiligen Standorts wird vor der Aufstellung geprüft.

Das Büro für Nahverkehr und Mobilitätsmanagement sowie die Wirtschaftsförderung der Stadt Gießen unterstützen die teilnehmenden Betriebe bei der Antragstellung und begleiten – wie auch schon beim Landesprojekt – die Testphase. Die für die gastronomische Nutzung erforderlichen Tische, Stühle und weiteren Ausstattungsgegenstände werden von den jeweiligen Betrieben selbst beschafft und bereitgestellt. Während des Testzeitraums übernehmen die Betriebe die eigenverantwortliche Bewirtschaftung, Pflege und Reinigung der Stadtterrasse. Nach Abschluss der Testphase werden die Erfahrungen gemeinsam ausgewertet. Bei einem erfolgreichen Test unterstützt die Stadt zudem bei der Frage, wie ein gastronomisches Außenangebot weitergeführt werden kann.

„Mit den Stadtterrassen wollen wir an die Erfahrungen aus dem Projekt ‚Straßen neu entdecken‘ anknüpfen und Gastronomiebetrieben die Möglichkeit geben, Außengastronomie ganz praktisch auszuprobieren. Gleichzeitig wollen wir erfahren, wie solche temporären Angebote den Straßenraum verändern und zu mehr Aufenthaltsqualität in unseren Quartieren beitragen können“, sagt Bürgermeister Alexander Wright.

Erfahrungen aus erster Hand: Austauschtermin am 1. Oktober in der Steinstraße

Interessierte Gastronom*innen haben bereits vor Beginn der Bewerbungsphase die Möglichkeit, sich aus erster Hand über das Folgeprojekt zu informieren. Am 1. Oktober 2026 um 14 Uhr lädt die Stadt Gießen zu einem Austauschtermin in die Steinstraße ein (Treffpunkt: „The Hub“, Dammstraße 42).

Die Projektpartnerinnen „The Hub“ und „Weinstube“ berichten dort von ihren Erfahrungen mit der temporären Außengastronomie im Rahmen des Projekts. Sie geben Einblicke in die praktische Umsetzung, berichten von ihren Erfahrungen während der Erprobungsphase und erläutern, welchen Mehrwert die zusätzlichen Außenflächen für ihre Betriebe hatten. Interessierte Gastronom*innen können Fragen stellen und sich direkt mit den beiden Betrieben sowie der Projektleitung der Stadt austauschen.

Im Rahmen des Termins werden außerdem die konkreten Informationen zum Bewerbungsverfahren, zu den Voraussetzungen und zum weiteren Ablauf für die Stadtterrassen 2027 vorgestellt.

Wer am Austauschtermin nicht teilnehmen kann, aber grundsätzlich Interesse an der Nutzung einer Stadtterrasse hat, kann sich per E-Mail an Dorina Mazetti vom Büro für Nahverkehr und Mobilitätsmanagement der Stadt Gießen, unter mobilitaet@giessen.de wenden. Alle Informationen zur Bewerbung finden Sie auch ab dem 1. Oktober 2026 unter: www.giessen.de/stadtterrassen

„Wir freuen uns, wenn interessierte Gastronomiebetriebe die Gelegenheit nutzen, sich direkt mit den beiden Projektpartnern auszutauschen. Die Erfahrungen aus der Praxis können eine gute Grundlage für eine Entscheidung sein, ob eine Stadtterrasse für den eigenen Betrieb interessant ist“, so Bürgermeister Alexander Wright weiter.

Erproben, auswerten, weiterentwickeln

Die Stadtterrassen sind ausdrücklich als Testangebot angelegt. Neben dem Nutzen für die teilnehmenden Gastronomiebetriebe soll untersucht werden, welchen Beitrag die temporäre Umwandlung von Stellplätzen in gastronomisch genutzte Flächen zur Aufwertung und Belebung des Straßenraums leisten kann. Die Erfahrungen der Gastronomiebetriebe sowie Rückmeldungen aus dem Umfeld sollen deshalb in die Evaluation einfließen.

Das Folgeprojekt startet 2027 und soll in den kommenden Jahren weitergeführt werden. Die Erfahrungen aus den ersten Testzeiträumen sollen genutzt werden, um das Angebot weiterzuentwickeln und Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raums zu gewinnen.

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