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24.06.2026

Richtfest bei der Erweiterung der Käthe-Kollwitz-Schule

Die umfassende Sanierung und Erweiterung der Käthe-Kollwitz-Schule in Gießen hat mit dem Richtfest für den Ersatzneubau einen wichtigen Meilenstein erreicht. Ziel des Gesamtprojekts ist es, die Schule baulich und pädagogisch für die Zukunft auszurichten.

Planungsgrundlage ist der Architektenwettbewerb aus dem Jahr 2019, aus dem das Büro aplus architektur, Gießen, als Sieger hervorging. Die Bestandsgebäude aus den 1960er Jahren bestanden aus vier separaten Unterrichtshäusern sowie einem zentralen Verwaltungsgebäude mit Sporthalle. Diese Gebäude genügten den Anforderungen moderner Schulkonzepte und einer ganztägig arbeitenden Grundschule nicht mehr.

Im Rahmen des ersten Bauabschnitts wurden die drei Jahrgangscluster umfassend saniert und modernisiert. Diese Arbeiten konnten bereits im November 2023 abgeschlossen werden. Die sanierten Bereiche stehen den Schülerinnen und Schülern seither wieder zur Verfügung.

Mit dem aktuellen nächsten Bauabschnitt wurde im Sommer 2025 mit der Errichtung des Ersatzneubaus begonnen. Dieser kompakte zweigeschossige Holzbau entsteht anstelle von zwei freistehenden Unterrichtshäusern, die aufgrund erheblicher Bauschäden nicht wirtschaftlich zu sanieren waren. Der Neubau wird Platz für vier Klassen, Vorlauf- und Vorklassen, Räume für Förderberatung sowie für die Arbeit des Familienzentrums bieten. Moderne Sanitär- und Technikräume sind ebenfalls vorgesehen. Das barrierefreie Gebäude überzeugt durch eine nachhaltige Bauweise, sichtbare Holzstrukturen und eine hochwertige Holzfassade. Der Neubau erfüllt den KfW-Standard 40 und bietet damit eine hohe energetische Qualität.

Aktuell besuchen 265 Schülerinnen und Schüler die dreizügige Grundschule. Prognosen zeigen, dass künftig vereinzelt vierzügig unterrichtet werden muss. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler könnte auf bis zu 370 steigen. Die Sanierung und der Ersatzneubau schaffen die räumlichen Voraussetzungen für den Ganztag, neue Lernumgebungen und zusätzliche Gemeinschaftsflächen.

Das pädagogische Konzept sieht sogenannte Cluster vor, bei denen Klassen- und Differenzierungsräume mit den notwendigen Gemeinschaftsräumen zusammengefasst werden. Die Räume eines Clusters öffnen sich zur gemeinsamen Mitte, was vielfältige Möglichkeiten für gemeinsames Lernen, Ruhe und Austausch bietet. Ergänzt werden diese Bereiche durch Teamzimmer sowie Sanitär- und Garderobenbereiche.

Die Arbeiten finden im laufenden Schulbetrieb statt. Für einzelne Klassen wurde eine Interimsschule eingerichtet. Der Abbruch der Bestandsgebäude erfolgte in den Osterferien 2025. Der Spatenstich für den Neubau war Anfang Juni 2025. Der Betonanbau ist inzwischen sichtbar und bildet die letzte Erweiterung des dritten Clusters im Zuge der Sanierung und Modernisierung des ersten Bauabschnitts. Mit diesem Ausbau kann der Cluster perspektivisch vierzügig genutzt werden. Die Rohbauarbeiten sind nahezu abgeschlossen, die Zimmererarbeiten laufen aktuell auf Hochtouren. Auch die technischen Gewerke sind parallel bereits vor Ort tätig. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Mitte 2027 vorgesehen, im Anschluss werden Außenflächen erneuert.

Die Gesamtkosten betragen rund 9,15 Millionen Euro, das Vorhaben wird aus dem Förderprogramm „Investitionsprogramm Ganztagsausbau 2023-2027“ des Bundes und des Landes mit 2,6 Mio. € bezuschusst. Insgesamt entstehen circa 1.780 Quadratmeter zusätzliche Bruttogrundfläche und etwa 7.100 Kubikmeter Rauminhalt. Der voll unterkellerte Neubau bietet Platz für Technik und einen dringend benötigten Lagerbereich.

Mit Abschluss des Gesamtprojekts verfügt die Käthe-Kollwitz-Schule über moderne und zukunftsfähige Lern- und Aufenthaltsräume, die den Anforderungen einer lebendigen ganztägig arbeitenden Schule und zeitgemäßer Pädagogik gerecht werden.

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