Rekordteilnahme beim 11. Startup Weekend Mittelhessen
In seiner elften Edition hat das Startup Weekend Mittelhessen mit 105 Teilnehmenden einen neuen Teilnahme-Rekord erzielt. Vom 29. bis 31. Mai entwickelten sie gemeinsam aus ursprünglich 35 vorgestellten Ideen im Leitz-Park Wetzlar 12 Geschäftsmodelle und bewiesen damit, dass Mittelhessen über eine lebendige Gründungsszene verfügt. Vertreten waren alle drei mittelhessischen Hochschulen, weitere Unis aus Hessen, aber auch Freiberufler, Angestellte und Ingenieure aus der Industrie sowie junge Unternehmer.
So unterschiedlich wie die Teilnehmenden waren auch die Ideen beim Gründer-Wettbewerb des Regionalmanagement Mittelhessen. Sie lieferten eine Bandbreite, die unterschiedlicher kaum hätte sein können: präsentiert wurden u.a. eine Analyse-App für Leistungsschwimmer, ein Visualisierungstool für Handwerksbetriebe, eine Lern-App für Kinder zu Ernährung und Bewegung, eine Lösung für kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen im Boden, eine Vereins-App zur Erstellung von Grafiken oder naturkosmetische Luxus-Lippenpflege. Teilweise wurden bereits erste Prototypen und funktionsfähige Beta-Versionen vorgestellt.
Neben einer Keynote von Florian Braunschweig, Mitgründer von LOVOO, erhielten die Teams über das Wochenende Coachings zu Geschäftsmodell-Entwicklung, Investment, Vertrieb, Marketing, Rechtsgrundlagen und Pitch-Training. „Für uns ist die größte Motivation das Funkeln in den Augen der jungen Teams und die Leidenschaft der erfahrenen Unterstützer“, sagt Jens Ihle, Geschäftsführer des Regionalmanagements.
Diese Ideen konnten überzeugen
In der Anfänger-Kategorie setzte sich „RejectMe“ durch: die App einer Studentin der Justus-Liebig-Universität Gießen soll mutiger machen und persönliche Resilienz aufbauen. Den zweiten Platz belegte „LeloSafe“: Das Team der Technischen Hochschule Mittelhessen entwickelte eine fast unsichtbare Bein-Bandage zur Vermeidung von Hautirritationen beim Tragen von Kleidern und Röcken in den Sommermonaten. Platz drei ging an „SheBalance“: die jungen Berufstätigen entwickelten eine App mit personalisierten Empfehlungen rund um den Menstruationszyklus.
In der Fortgeschrittenen-Kategorie gewann „Fafnir Rocketry“: Das Experimentalraketenbau-Team aus JLU- und THM-Studierenden arbeitet an der Entwicklung von Komponenten für die suborbitale Raumfahrt. Das Schülerteam „Edugate“ des Johanneum Herborn sicherte sich mit seiner Sensorlösung, die Vandalismus in Schultoiletten erkennt und Verantwortliche in Echtzeit informiert, den zweiten Platz. Das JLU-Team „Mira“ belegte den dritten Platz: es entwickelte eine Software zur Visualisierung von Geburtsprozessen als Lernhilfe für die medizinische Ausbildung.
Jury und Mentoren beeindruckt von Disziplin und Qualität
„Als Jurymitglied war ich begeistert von der Energie, Kreativität und Professionalität, die hier zu spüren war.“ so Prof. Dr. Monika Schuhmacher, Inhaberin der Professur für Technologie-, Innovations- und Gründungsmanagement an der JLU Gießen. „Dass innerhalb eines Wochenendes so überzeugende Projekte entstehen und sogar ein Schülerteam mit derselben Begeisterung auf der Bühne steht, wie erfahrene Gründerinnen und Gründer, zeigt die besondere Stärke dieses Formats.“ Das Event mache deutlich, dass Mittelhessen über eine lebendige Startup-Szene mit großem Zukunftspotenzial verfüge.
Das betonte auch Dr. Rainer Waldschmidt aus der Jury, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH: „Das Event ist ein fester Bestandteil in der Jahresuhr des hessischen Ökosystems für Gründung. Es fördert Unternehmertum bei den Talenten, deshalb unterstützen wir es seit vielen Jahren gerne.“ Gründerin Josephine Bonica zog ihr persönliches Fazit: „Ich hoffte, als Mentorin etwas beitragen zu können. Aber wenn so viele unterschiedliche Menschen, Lebenswege und Ideen zusammenkommen, nimmt man mehr mit als man gibt. Was mich beeindruckt hat, war die weibliche Präsenz und das Selbstbewusstsein. Das ist leider noch nicht überall selbstverständlich.“
Quelle: Regionalmanagement Mittelhessen GmbH