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24.08.2026

Bürgerumfrage zur Krisenvorsorge in Gießen abgeschlossen: Hohes Interesse, aber weiterer Informationsbedarf

Die Bürgerumfrage zur Krisenvorsorge in Gießen ist abgeschlossen. Das Forschungsprojekt wurde in Kooperation zwischen dem Fachbereich „Psychologie und Sportwissenschaft“ der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Ordnungsamt der Universitätsstadt Gießen durchgeführt. Ziel war es, besser zu verstehen, wie gut die Bevölkerung auf Krisensituationen vorbereitet ist, welche Informationen bereits vorhanden sind und wo weiterer Aufklärungsbedarf besteht.

An der Umfrage haben insgesamt 871 Personen teilgenommen. Für die Auswertung der Gießener Bevölkerung wurden die Angaben von 667 Personen berücksichtigt, die ihren Erstwohnsitz in Gießen haben oder sich an mehr als drei Tagen pro Woche in der Stadt aufhalten. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise auf Informationsstand, Vorsorgeverhalten und Unterstützungsbereitschaft in der Bevölkerung, sind aber nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung der Stadt Gießen. So waren Frauen in der Befragung deutlich stärker vertreten als Männer, und auch bei der Altersverteilung weicht die Zusammensetzung der Teilnehmenden von der Gesamtbevölkerung ab - im Durchschnitt lag das Alter bei 42 Jahren. Die Resultate zeigen damit Tendenzen und Ansatzpunkte und sind nach Einschätzung des Forschungsteams auf die Gießener Bevölkerung übertragbar, erlauben jedoch keine vollständig verallgemeinernden Aussagen für alle Gießenerinnen und Gießener.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Interesse am Thema Krisenvorsorge in der Bevölkerung hoch ist. Viele Bürgerinnen und Bürger setzen sich bereits mit möglichen Krisensituationen auseinander und zeigen eine hohe Bereitschaft, sich im Ernstfall auch für andere zu engagieren – etwa bei der Ausgabe von Lebensmitteln oder bei der Betreuung von Kindern, älteren oder hilfsbedürftigen Menschen.

Bei den konkreten Vorbereitungen ergibt sich jedoch ein gemischtes Bild. Im Durchschnitt verfügen die Befragten über Lebensmittelvorräte für 8,7 Tage, über Wasservorräte für 5,9 Tage und über Medikamente für 16,8 Tage. Insbesondere bei der Bevorratung mit Wasser sehen die Ergebnisse weiteren Informations- und Aufklärungsbedarf.

Als insgesamt gut wurden vor allem soziale Faktoren eingeschätzt. Viele Menschen gaben an, in ihrer Nachbarschaft gut vernetzt zu sein und Personen zu kennen, die im Krisenfall helfen könnten. Die Hilfsbereitschaft wurde insgesamt als hoch bewertet. Fähigkeiten wie das Zubereiten von Essen ohne Strom, Wasseraufbereitung oder das Leisten von Erster Hilfe wurden im Durchschnitt als mittelmäßig eingeschätzt. Auch bei wichtigen Dokumenten – etwa der schnellen Verfügbarkeit zentraler Unterlagen – zeigt sich ein mittleres Vorbereitungsniveau.

Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft die Informationslage. Das Vertrauen in die Qualität der verfügbaren Informationen zur Krisenvorsorge wurde insgesamt als mittelmäßig bewertet. Gleichzeitig äußerten die Befragten einen hohen Wunsch nach weiteren Informationen.

Bei den bislang genutzten Informationswegen spielen digitale Medien, persönliche Kontakte und Printmedien die wichtigste Rolle. Für künftige Informationen wünschen sich die Teilnehmenden vor allem Inhalte über die Website der Stadt. 65 Prozent nannten die städtische Homepage als bevorzugten Informationsweg. Ebenfalls gefragt sind weitere digitale Angebote sowie Broschüren und Flyer.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Homepage der Stadt eine zentrale Rolle in der Information zur Krisenvorsorge spielt. Zugleich zeigt die Umfrage, dass in der Bevölkerung sowohl Interesse als auch Bereitschaft vorhanden sind, sich stärker mit dem Thema auseinanderzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.

Die Universitätsstadt Gießen wird die Erkenntnisse aus der Umfrage nutzen, um ihre digitalen Angebote zur Krisenvorsorge weiterzuentwickeln und die Bevölkerung noch gezielter zu informieren.

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