Kaputte Fahrräder vor dem Schrottplatz bewahren: Neue Zusammenarbeit mit der Radschmiede e. V.
Die Stadt Gießen und die Radschmiede e. V. sorgen gemeinsam dafür, dass weniger Fahrräder auf dem Schrott landen. Erstmals hat der gemeinnützige Verein bei der städtischen Sortierung von kaputten und herrenlosen Rädern mitgearbeitet, brauchbare Ersatzteile gerettet und beschädigte Räder für die Reparatur ausgewählt. Die Radschmiede kann so mit den erhaltenen Teilen noch besser bei Reparaturen helfen und instand gesetzte Räder gibt es gegen eine Spende. Die Zusammenarbeit soll fortgesetzt werden.
Abgestellte Fahrräder, die offensichtlich niemand mehr nutzt, blockieren dringend benötigte Abstellanlagen und beeinträchtigen den öffentlichen Raum. Die Abteilung Prävention und Kommunikation (PrävKo) im Ordnungsamt der Stadt Gießen sammelt sie deshalb regelmäßig im Stadtgebiet ein und bewahrt sie sechs Monate lang auf. Meldet sich in dieser Zeit niemand als Besitzerin oder Besitzer, werden die Räder sortiert. Gut erhaltene oder leicht zu reparierende Räder versteigert die Stadt beim jährlichen FahrRad!-Tag für einen guten Zweck. Stark beschädigte Räder wurden bislang verschrottet. Hier setzt die Zusammenarbeit mit der Radschmiede an. Bei der Sortieraktion Mitte Oktober 2026 bauten die Vereinsmitglieder um Markus Herzig geeignete Ersatzteile aus den Schrotträdern aus. Außerdem suchten sie mehrere Räder aus, die trotz größerer Schäden wieder fahrtüchtig werden sollen. Der Verein repariert sie in seiner Fahrradselbsthilfewerkstatt. Mit dabei waren auch Lars Wiegandt und Christian Burton von der PrävKo sowie Dorina Mazetti vom Büro für Nahverkehr und Mobilitätsmanagement.
Die Radschmiede hilft allen Menschen kostenlos bei der Reparatur ihres Fahrrads und stellt dafür, wenn vorhanden, auch Ersatzteile zur Verfügung.
„Wenn wir brauchbare Ersatzteile aus den ausgesonderten Rädern retten können, kommen sie wieder zum Einsatz, statt im Schrott zu landen. Das ist nachhaltig und hilft Menschen dabei, ihr Fahrrad weiter nutzen zu können, ohne viel Geld für ein kleines Ersatzteil ausgeben zu müssen“, sagt Markus Herzig.“
Bürgermeister Alexander Wright sieht in der Aktion ein Beispiel für gelungenes Zusammenspiel: „Eine fahrradfreundliche Stadt entsteht nicht allein durch gute Infrastruktur. Sie lebt auch vom Engagement der Menschen, die sich vor Ort für den Radverkehr einsetzen. Wenn Stadtverwaltung und ehrenamtliche Initiativen ihre Erfahrungen zusammenbringen, entstehen konkrete Lösungen, von denen die Menschen in Gießen profitieren.“
Auch Stadtrat Dominic Eser freut sich darüber, dass die Zusammenarbeit zeigt wie gemeinsames Engagement den Radverkehr fördern und Ressourcen schonen kann und verkündet: „Die Zusammenarbeit soll auch künftig fortgeführt werden.“
Die Radschmiede e. V. betreibt in Gießen eine Fahrradselbsthilfewerkstatt, in der alle Radfahrenden vorbeikommen und sich gegenseitig beim Schrauben helfen können. Sie öffnet mittwochs von 18:30 bis etwa 21 Uhr in der Alten Kupferschmiede (Tiefenweg 7, 35390 Gießen).
Die PrävKo kümmert sich im Ordnungsamt neben den Fahrradaktionen zum Beispiel auch um die Verkehrserziehung an Schulen, bietet ganzjährig Fahrradcodierungen an und veranstaltet Pedelec-Sicherheitstrainings für Menschen über 60 Jahre. Weitere Informationen gibt es auf der städtischen Website.
Andere gemeinnützige Projekte, die Interesse an Schrotträdern oder deren Weiterverwertung haben, melden sich bei Dorina Mazetti vom Büro für Nahverkehr und Mobilitätsmanagement: mobilitaet@giessen.de.