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20.10.2026

Impulse für die Herausforderungen unserer Zeit

Ars Democratica – der Festigress für politische Bildung am 23. und 24. Oktober in Gießen

Am 23. und 24. Oktober steht mit Ars Democratica – dem Festigress für politische Bildung die zentrale Veranstaltung des Wilhelm-Liebknecht-Jahrs in Gießen auf dem Programm.
Mit der Veranstaltungsreihe Liebknecht200 erinnert die Stadt an Wilhelm Liebknecht, der am 29. März 1826 in Gießen geboren wurde und am 7. August 1900 in Berlin starb. Er war Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie, eine der prägenden Figuren der Arbeiterbewegung und leidenschaftlicher Parlamentarier.

Mit seinen Themen, Bildung, Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie(entwicklung), die das Programm strukturieren, ist die Ars Democratica angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen direkt am Puls der Zeit. Die Formate reichen von Vorträgen, Performances und Kunstaktionen bis hin zu Workshops und moderierten Gesprächen. Als Festival und Kongress verbindet die Ars Democratica künstlerisches Erleben mit politischer Bildung. Insgesamt stehen in der Kongresshalle Gießen und abn Orten im öffentlichen Raum rund 30 Veranstaltungen auf dem Programm, die von rund 70 Akteur*innen, Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen, umgesetzt werden. Die Ars Democratica richtet sich an politische Bildner*innen, Kulturakteur*innen und Multiplikator*innen sowie an alle, die sich gesellschaftlich engagieren oder neue Impulse für demokratisches Zusammenleben gewinnen möchten.

Frank-Tilo Becher, Oberbürgermeister der Universitätsstadt Gießen, über die zweitägige Veranstaltung:

„Wilhelm Liebknecht wusste, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Für ihn gehörten politische Teilhabe, Bildung und soziale Gerechtigkeit untrennbar zusammen. 200 Jahre nach seiner Geburt stellen sich viele seiner Fragen erneut, vielleicht unter anderen Vorzeichen, aber nicht mit geringerer Dringlichkeit“.

Nicht die historische Person Wilhelm Liebknecht steht im Mittelpunkt, sondern die Aktualität seiner Überzeugungen. Das Leitungs-Team, Dominik Breuer, Gunnar Seidel (Künstlerische Leitung, Brachland-Ensemble), Greta Katharina Klein (Projektleitung), Stefan Neubacher (Leiter des Kulturamts Gießen), formuliert es so:

„Wie würde Wilhelm Liebknecht den Herausforderungen unserer Zeit begegnen? Welche Antworten würden wir heute auf die Fragen finden, die ihn bewegten.“

Im Mittelpunkt stehen Fragestellungen wie: Wie erhalten wir Frieden, wenn Kriege Teil unseres Zusammenlebens sind? Woran orientiert sich unser Gerechtigkeitsempfinden – und was wählen wir? Wie bilden wir uns außerhalb der Schule? Stärkt Social Media unsere Demokratie – oder spaltet sie? Beim Festigress begegnen sich Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, hinterfragen gemeinsam Haltungen, festigen oder erweitern sie.
Den Impuls zum Auftakt gibt am 23. Oktober, 13.00 Uhr, in der Kongresshalle Gießen das Brachland-Ensemble unter der Überschrift „Trotz Dem – warum die Welt viel besser ist, was wir dafür können und warum der erste Teil dieses Satzes Sie eventuell wütend macht“, ihre optimistische These: „Die Chancen für eine pluralistische Gesellschaft stehen (nach wie vor) sehr viel besser, als es sich anfühlt.“

Weitere Akteur*innen sind unter anderem: Künstler*innen von andcompany&Co und machinaEX, der Sozialaktivist Ali Can, der Sozialwissenschaftler Dr. Stefan Kroll vom Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)/Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung sowie Nora Lindemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin in der Forschungsgruppe „Ethik und kritische Theorien der KI“ am Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück.
Wie klingt der Aufstand vom Vormärz bis heute? Diese Frage steht am 24. Oktober, 20.00 Uhr, im Stadttheater Gießen, Kleines Haus, im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Freiheit ist der letzte König – revolutionäre Texte und Lieder“ präsentieren Ben Janssen, Joey Nashaa Scholl und Carolin Weber Texte und Lieder, die sich mit den Themen Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden beschäftigen. Für die szenische Einrichtung ist Aleksandr Kapeliush zuständig, die musikalische Leitung übernimmt Jojo Büld. Der musikalisch-literarische Abend im Geiste Wilhelm Liebknechts ist Teil der „Liebknecht Specials“, einer eigenen Veranstaltungsreihe, die den Festigress rahmt.

Zum Abschluss an beiden Festigresstagen darf sich das Publikum auf zwei Konzerte freuen: Am 23. Oktober, 20.30 Uhr, tritt die Musikerin und Sängerin Bernadette La Hengst in der Kongresshalle auf, zum Abschluss am 24. Oktober, 21.30 Uhr, ist die Multi-Instrumentalistin und Sängerin Fritzi Ernst im Rahmen ihrer „Introvert Tour“ zu Gast in der Kongresshalle.


Das Kulturamt Gießen kuratiert die Ars Democratica in Kooperation mit dem Brachland-Ensemble aus Brüssel/Nürnberg, das sich auf Projekte zwischen zeitgenössischem Theater und politischer Bildung spezialisiert hat (www.brachland-ensemble.de).

Kooperationspartner vor Ort für die „Liebknecht Specials“ sind das Stadttheater Gießen und das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Liebknecht200 wird ausgerichtet von der Stadt Gießen und gefördert durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Gemeinnützige Stiftung Sparkasse Gießen und die SPD.


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