Nach einem erfolgreichen Auftakt am 30.09. findet jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr im REWE-Markt Alexander Marchel im Seltersweg »die Stille Stunde« statt.
In einer Welt, die immer lauter und reizüberflutend wird, kann eine kurze Stille oft eine große Wirkung haben. Für Menschen im Autismus-Spektrum, hochsensible Personen und Menschen mit Nervenkrankheiten kann eine "Stille Stunde" eine willkommene Erleichterung sein. Der REWE-Markt im Seltersweg hat sich entschlossen, an dieser Initiative teilzunehmen und einen Schritt zu gehen, der mehr Inklusion und gleichzeitig entspannteres Einkaufen ermöglicht.
Stille Stunde – woher kommt das?
Die "Stille Stunde" ist ein Konzept, das ursprünglich von Theo Hogg, einem Angestellten eines neuseeländischen Supermarkts mit einem autistischen Kind, entwickelt wurde. In Ländern wie der Schweiz und Großbritannien ist die "Stille Stunde" in einigen Regionen bereits flächendeckend umgesetzt. Während dieser besonderen Stunde werden störende Elemente wie laute Musik, Durchsagen und grelles Licht reduziert, um die Reize für betroffene Menschen zu minimieren.
Der Kaufmann Alexander Marchel sagt über die Beweggründe ein solches Angebot auch in seinem viel besuchten Markt im Seltersweg durchzuführen: „Das Thema betrifft uns auch persönlich, sowohl im familiären Umfeld als auch durch betroffene Mitarbeitende in unserem Markt. Umso mehr hat uns gefreut, dass wir durchweg positive Rückmeldungen erhalten haben. Auch Kundinnen und Kunden, die selbst nicht betroffen sind, empfanden die ruhigere Atmosphäre beim Einkaufen als sehr angenehm.“ Von diesem Kundenfeedback konnten sich auch Sozialdezernent Francesco Arman, Marcel Schulz, Leiter des Amtes für soziale Angelegenheiten, sowie Samuel Groß, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung, überzeugen. Groß hatte in Zusammenarbeit mit Reiner Nitsch vom Verein „Autismus Mittelhessen“, sowie Kornelia Steller-Nass, Vorsitzende des „Gießener Arbeitskreises für Behinderte“, die erstmalige Durchführung einer „Stillen Stunde“ in der Gießener Innenstadt geplant. Die Gruppe, zu der auch Jörg Luckert von der Lebenshilfe gehört, machte einzelne Besucher und Besucherinnen in Beigesprächen im Markt auf das neue Angebot aufmerksam. Auch die Angestellten des REWE-Marktes reagierten positiv auf die zwei „stillen Stunden“ an ihrem Arbeitsplatz.
Vorbild waren Aktionen in mehreren REWE-Märkten im Landkreis, die von dem Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung im Landkreis, Michael Volter, initiiert wurden.
Die Basis für die Kampagne liefert der Verein „gemeinsam zusammen e.V.“ aus Diez. Auf der Plattform www.stille-stunde.com können Betroffene schauen, wer die „Stille Stunde“ anbietet und Unternehmen können sich registrieren.
Das Angebot findet nun wöchentlich jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr statt.