Internationale Freundschaft in purem Silber aus dem Jahr 1854 ab sofort in Gießen
Justus Liebig Ururur -Enkel vermacht dem Liebig-Museum zwei Erbstücke und ein Gemälde
„Seit langem hatte ich geplant, meine ererbten Liebig-Memorabilien dem Liebigmuseum zu übereignen. Jetzt bin ich erleichtert, mein Vorhaben endlich verwirklicht zu haben, bevor mir meine Gesundheit einen endgültigen Punkt setzt. Es beruhigt, mich alle Erinnerungsstücke endlich sicher an dem Ort zu wissen, an den sie hingehören.“ so Thomas Carrière, der die Liebig-Gesellschaft zur Sanierung des Museums beglückwünschte.
Erbstücke bei der Wiedereröffnung am 27. Juni 2026
Drei einzigartige Erbstücke übergab der 84-jährige in Lübeck lebende Thomas Carrière persönlich an Prof. Dr. Gerd Hamscher, 1. Vorsitzenden der Justus Liebig-Gesellschaft: Ein Original-Ölgemälde, das drei Kinder von Henriette und Justus Liebig zeigt (Georg, Hermann und Johanna) sowie eine Gebrauchstasse aus Meißner Porzellan, die Justus von Liebig offensichtlich gerne benutzt hatte, da ein abgebrochener Henkel durch Silber ersetzt worden ist. Besonders eindrucksvoll ist eine persische Silberschale, die Justus Liebig 1854 von seinen Schülern, Freunden und Bewunderern in England geschenkt bekommen hat. Durch seine bahnbrechenden Forschungen auf dem Gebiet der organischen Chemie und seine zahlreichen Publikationen wurde Liebig seit den 1830er-Jahren vor allem in Großbritannien bekannt, wo er eine ungeheure Popularität erlangte. Sieben Reisen Liebigs von 1837 bis 1855 nach Großbritannien sind, unter anderem durch persönliche Briefe an seine Frau Henriette, fast minutiös dokumentiert.
Prof. Hamscher zeigt sich hoch erfreut und persönlich tief beeindruckt: „Diese ganz besondere Schenkung durch eine generöse Persönlichkeit zeigt wieder einmal den hohen Stellenwert des Liebig-Museums weit über Gießen und Hessen hinweg.“ Im Anschluss fand noch eine private Führung durch die fast fertig sanierten Räumlichkeiten des Museums statt. Diese hatte Thomas Carrière zum letzten Mal 2003, anlässlich der Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag Liebigs zusammen mit vielen Nachfahren des „Liebig-Clans“, wie er schmunzelnd anmerkte, besucht. Nach einer Stärkung im Justus im Hessischen Hof inklusive einem Glas Grüner Sauce für das Handgepäck, trat der sichtlich bewegte Senior mit seiner Lebensgefährtin und einem jugendlichen Chauffeur aus der Lübecker Nachbarschaft die Rückreise an.
Zwei der neuen Exponate werden am 27. Juni 2026 von 10-16 Uhr beim Tag der offenen Tür exklusiv zu sehen sein, mit dem das Liebig-Museum seine Wiedereröffnung nach der Sanierungsphase feiert. Die Besucherinnen und Besucher erwarten Führungen durch die renovierten Räume, eine Experimentalvorlesung mit Prof. Dr. Richard Göttlich um 13 Uhr und als Highlight eine Fotobox, mit der sie ihren Besuch an diesem besonderen Tag dokumentieren können. Ab dem 30. Juni 2026 hat das Museum von Dienstag bis voraussichtlich Sonntag von 10-16 Uhr geöffnet.
Thomas Carrière, ist ein Ururur-Enkel Justus Liebigs, und vermachte der Liebig-Gesellschaft einen Teil aus Liebigs Nachlass, den ursprünglich seine Mutter, Kläre Carrière, geb. Tannenberg (1919–2004) geerbt hatte. Sie war befreundet mit Alice Schubert (1899–1975), der zweiten Frau des Freiherrn Justus von Liebig (1864–1955), der Justiziar in München war. Anfang der 1950iger Jahre war Herr Carrière mehrmals mit seiner Mutter zu Gast und konnte als Kind die Bedeutung einer Begegnung mit dem Enkel seines berühmten Vorfahren nicht ermessen. Alice von Liebig, geb. Schubert, war Erbin des Nachlasses ihres Mannes und setzte nach ihrem Tod die Mutter von Thomas Carrière als Erbin ein.
Quelle: Liebig-Museum und -Laboratorium