Hessische Delegation besucht lebendige Gießener Innenstadt
Eine Delegation des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum (HMWVW) sowie des Handelsverbandes Hessen hat sich vor Ort ein Bild davon gemacht, wie Gießen Fördermittel aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt" einsetzt. Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher empfing die Gäste gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaftsförderung und des Stadtplanungsamtes. Zuletzt hatte die Stadt im Dezember 2025 einen Förderbescheid über 200.000 Euro erhalten, einer von nur 62 bewilligten Anträgen aus rund 120 Einreichungen in ganz Hessen.
Die Delegation erlebte direkt, wie aus Anschubfinanzierungen dauerhafte Angebote entstehen. Den Auftakt machte der Saisonstart der StadtRaumBühne (SRB) am Elefantenklo: Die mobile Bühne wurde 2022 von Wirtschaftsförderung und Kulturamt mit Fördermitteln angeschafft und ist heute 60 bis 70 Mal im Jahr im Einsatz, zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt, beim Musikalischen Sommer, bei Sport in der City und bei rund einem Dutzend weiterer Veranstaltungen der Wirtschaftsförderung jährlich.
Ebenfalls vor Ort waren die aufblasbaren Elefanten der Reihe „Gießen ist elefantastisch“: Gießen hatte im April 2025 im Rahmen des Wettbewerbs „Ab in die Mitte“ 10.000 Euro Förderung erhalten. Die drei bunten Figuren sind seitdem fester Bestandteil lebendiger Nachmittagsveranstaltungen in der Innenstadt, bei denen Kinder spielen und im mobilen Malatelier „Malbar“ kreativ werden können. Die Malbar selbst wurde aus Fördermitteln angeschafft und wird nun dauerhaft von der Wirtschaftsförderung finanziert, auch nach Auslauf der Förderung.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Gebäudeensemble Seltersweg 83–85, wo heute eine Zweigstelle der Universitätsbibliothek und das S-Lab untergebracht sind. Frank Hölscheidt, Leiter der Wirtschaftsförderung und Geschäftsführer von Gießen Marketing, hob es als Beispiel für eine multifunktionale, zukunftsorientierte Innenstadt hervor: Ehemalige Geschäftsräume erhalten eine neue, öffentliche Funktion. In diesem Zusammenhang stellte Dr. Holger Hölscher, Leiter des Stadtplanungsamtes, das gemeinsam mit der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) erarbeitete Zentrenkonzept vor, das die strategische Grundlage der weiteren Innenstadtentwicklung bildet.
Auf dem Johannette-Lein-Platz präsentierte die Gruppe ein Triptychon der Künstlergruppe 3-Steps sowie Hochbeete mit trockenheitsresistenten Kräutern. Außerdem stand das neue Festivalzentrum der Seriale im Pop-up-Store auf dem Seltersweg auf dem Programm: Das älteste Festival für Independent-Serien in Deutschland findet vom 11. bis 16. Juni bereits zum zwölften Mal in Gießen statt. Vor dem Festivalzentrum erwartete die Gäste Dr. Katharina Weick-Joch, Leiterin des Museums für Gießen, mit dem Museumsboot „Jette“, ebenfalls aus Landesmitteln realisiert und regelmäßig für das Museum im Einsatz. Auch die Experimentierstationen des Mathematikums in der Innenstadt zeigen, wie Anschubfinanzierungen zu dauerhaften Angeboten werden.
Oberbürgermeister Becher betonte, was Gießen von anderen Städten unterscheidet: „Wir können eine lebendige Innenstadt zeigen. Möglich macht das die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Business Improvement Districts, Hochschulen, Interessengemeinschaften und Ehrenamt. Förderprogramme wie Zukunft Innenstadt geben uns die Möglichkeit, Impulse zu setzen und wir sorgen dafür, dass die Projekte weiterlaufen.“