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10.06.2026

Blühender Treffpunkt mit Mehrwert für Mensch und Natur in Allendorf

Wo bislang vor allem Verkehrsfläche war, ist ein grüner Ort für die Nachbarschaft entstanden: Im Baugebiet „Am Ehrsamer Weg“ in Allendorf lädt ein neuer Quartiersplatz zum Verweilen, Begegnen und Naturbeobachten ein. Drei zukunftsfähige Großbäume, eine artenreiche Blumenwiese und eine Staudenfläche mit trockenheitsverträglichen Blühpflanzen prägen das Bild der neu gestalteten Verkehrsinsel. Holzquader bieten Sitzgelegenheiten und schaffen einen kleinen Treffpunkt mitten im Quartier. Gleichzeitig entwickelt sich die Fläche zu einem wertvollen Lebensraum für Insekten und andere Kleintiere. Die vielfältige Bepflanzung fördert die Artenvielfalt im Wohngebiet.

„Mit dem Quartiersplatz ist ein Ort entstanden, der gleich mehrere Funktionen erfüllt: Er wertet das Wohnumfeld auf, schafft Aufenthaltsqualität für die Anwohnerinnen und Anwohner und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel“, erklärt Projektleiterin Nicole Pauly vom Gartenamt.

Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem nachhaltigen Umgang mit Regenwasser. Innerhalb der Fläche wurde eine Versickerungsmulde mit einer darunterliegenden Baumrigole angelegt. In den kommenden Jahren werden die Anliegerstraße und der Gehweg fertiggestellt. Das dort anfallende Regenwasser wird dann gezielt in die Grünfläche geleitet, wo es versickern und gespeichert werden kann. Über die Baumrigole steht das Wasser den neu gepflanzten Bäumen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung. Das entlastet die Kanalisation und hilft den Pflanzen, auch längere Trockenphasen besser zu überstehen. Das Zusammenspiel von Regenwassermanagement und Begrünung wird als „Blaugrüne Infrastruktur“ bezeichnet.

„Solche Maßnahmen gewinnen angesichts zunehmender Hitzetage und häufiger Starkregenereignisse immer mehr an Bedeutung. Während befestigte Flächen sich an heißen Tagen stark aufheizen, sorgen Grünflächen durch Verdunstung für eine spürbare Kühlung ihres Umfelds“, ordnet Stadträtin und zuständige Dezernentin Gerda Weigel-Greilich ein.

Die Maßnahme des Gartenamtes ist zugleich Teil eines Forschungsprojekts der Universitätsstadt Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Gemeinsam mit dem Team von Prof. Dr.-Ing. Steffen Heusch wird die Funktionsweise der Baumrigole wissenschaftlich untersucht. Dafür wurden verschiedene Sonden installiert, die Daten zur Wasserspeicherung und zur Entwicklung der Anlage erfassen. Ergänzt wird das Projekt durch eine kleine Wetterstation auf der Fläche. Sie liefert künftig zusätzliche Messdaten zu den örtlichen Bedingungen und unterstützt die wissenschaftliche Auswertung. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei helfen, ähnliche Projekte künftig noch gezielter zu planen und umzusetzen. Nicole Pauly vom Gartenamt hatte die Planung des Gießener Landschaftsarchitekturbüros Wewel an die besonderen Anforderungen der Baumrigole angepasst und die Abstimmungen zwischen den beteiligten Ämtern der Stadt sowie der THM koordiniert.

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