Museen stärken und ihre Aufgaben gestalten
Dr. Katharina Weick-Joch neu im Vorstand des Deutschen Museumsbundes.
Rund 7000 Museen gibt es in Deutschland – die meisten davon laufen nicht ohne das Engagement von Ehrenamtlichen, viele kämpfen um Sichtbarkeit. Orientierung ist nötig. Genau dafür ist der Deutsche Museumsbund da: als Stimme, Netzwerk und Ratgeber für das große Staatsmuseum bis zum kleinen Heimatarchiv.
Seit Mitte Mai gehört Dr. Katharina Weick-Joch, Leiterin des Museums für Gießen (MfG), zum neugewählten Vorstand des Bundes, und sie hat klare Vorstellungen davon, was Museen in der heutigen Zeit brauchen.
„Ich denke, es gibt so viel zu tun für Museen, Spielräume, die wir uns eröffnen müssen und eröffnen wollen. Dazu möchte ich gerne beitragen“, betont sie im Gespräch mit Gießen Marketing.
Die Vorstandsarbeit soll thematische Schwerpunkte setzen, politische Signale senden und konkrete Angebote für Mitglieder entwickeln. Zu den zentralen Themen zählten in der jüngsten Vergangenheit etwa der Umgang mit kolonialem Erbe sowie die Rolle von Museen als Orte der Demokratie.
Museum für Gießen – ein Ort im Aufbruch
Dass Weick-Joch den Begriff „Spielräume“ nicht nur programmatisch verwendet, zeigt ein Blick auf ihr eigenes Haus. Das MfG befindet sich seit Jahren in einem umfassenden Transformationsprozess. Die neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte ist inhaltlich nahezu fertig entwickelt und soll Ende 2027, wenn der Umbau des Wallenfels’schen und des Leib’schen Hauses abgeschlossen ist, endlich eröffnet werden. Im Zuge der Neukonzeptionierung der Dauerausstellung werden beide Häuser von Grund auf saniert, fachgerecht restauriert und barrierefrei umgebaut. Die Stadt Gießen als Bauträgerin investiert knapp 12 Millionen Euro in das wichtige Vorhaben.
„Das Konzept setzt bewusst auf Themen statt auf Chronologie“, erklärt Weick-Joch. Die Besucher jeden Alters sollen sich ihren eigenen Einstieg in die Stadtgeschichte suchen können, sich von Thema zu Thema treiben lassen – niedrigschwellig, einladend und mit hoher Aufenthaltsqualität. Inszenierte Räume mit je eigener Atmosphäre sollen das Museum zu einem Ort machen, an dem man gerne bleibt. Beteiligt an der Aufarbeitung der Stadtgeschichte sind nicht nur das vierköpfige Wissenschaftsteam, sondern alle Mitarbeitenden des Museums wie Haustechnik, Museumspädagogik, Verwaltung, und Mediengestalter. Hinzu kommen noch Beteiligungsprozesse mit Fachleuten und Vereinen.
Parallel zur laufenden Sanierung hält das MfG im Alten Schloss, dem dritten Museumsort, sein Programm aufrecht – mit Sonderausstellungen und Veranstaltungen. Die Umbenennung vom früheren „Oberhessischen Museum“ zum „Museum für Gießen“ hat sich nach Einschätzung der Leiterin bewährt. „Der Name schafft Klarheit und vermeidet Verwechslungen.“ Und: Die Besucherzahlen steigen kontinuierlich.
Aktuelle Ausstellung im MfG
Ab Freitag, 29. Mai, zeigt das MfG die neue Sonderausstellung zu Wilhelm Liebknecht »Von Barrikaden und Parlamenten. Wilhelm Liebknechts Ideen für die Demokratie«. Im Mittelpunkt stehen Liebknechts Ideen und ihre Relevanz für die Gegenwart – von Demokratieverständnis bis Arbeitsrechten. Da Originalobjekte nur begrenzt verfügbar waren, setzt die Ausstellung bewusst auf kreative Gestaltung und interaktive Formate. Die Eröffnung fand am Donnerstag, 28. Mai statt.
Quelle: Gießen Marketing GmbH