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28.05.2026

Ampelmännchen an Fußgänger-Überwegen am Gießener Anlagenring

Es wurde rege diskutiert, es wurden Motive entworfen, Ideen gesammelt. Das Thema traf offenbar einen Nerv bei den Gießener/innen: Die Stadtverordnetenversammlung hatte im vergangenen Jahr beschlossen, dass die Ampelmännchen an den Fußgänger-Überwegen am Gießener Anlagenring durch andere, Gießen-spezifische Motive ersetzt werden sollten. Wenn es den Gießenern nachgehen würde, würden nach einer Bürgerbeteiligung aus den klassischen Ampel-Männchen Ampel-Elefanten werden. Denn: Die Mehrzahl der Stimmen in der Online-Beteiligung auf www.giessen-direkt.de versammelten die sympathischen Elefanten-Motive – in augenzwinkernder Anlehnung an den berühmt-berüchtigten Fußgängerüberweg am Selterstor, dem Gießener Elefanten-Klo. Aus 70 eingereichten Vorschlägen hatten rund ein Drittel aller insgesamt 341 Bewertungen für den Dickhäuter als Motiv gestimmt.

Was so sympathisch daher kommt, ist allerdings leider nicht umsetzbar. Nach einer Prüfung der städtischen Straßenverkehrsbehörde musste der Elefant als Motiv ausscheiden. Genauso wie die ebenfalls beliebten Gießkannen (als Symbol für Gießen), Schwäne (in Anlehnung an den beliebten Schwanenteich), Motive aus der Pop-Kultur als Zeichen für die junge Stadt oder die Gruppe der Schwätzer, die allen Schlammbeisern aus Gießen aus der Fußgängerzone bekannt sind.

Denn die bundesweit gültige Straßenverkehrsordnung bestimmt: Es muss ein Mensch zu sehen sein, der eindeutig das Gehen („Grün“) bzw. Stehen („Rot“) symbolisiert. Insbesondere Menschen mit Sehbehinderung und Kindern müssen schnell erkennen können, was das Symbol bedeutet. Nicht erlaubt sind deshalb: Tiere, reine Gegenstände, Fantasiezeichen oder Personengruppen.

Dafür soll es aber andere Gießen-spezifische Figuren geben, die künftig die Ampeln zieren werden. Aus der Liste der kreativen Vorschläge wurden vier Motive als umsetzbar herausgearbeitet, die jeweils eine Gießen-spezifische Verbindung haben:

  • ein Ampelmensch, der eine Gießkanne in der Hand hält – als Hinweis auf den Stadtnamen Gießen
  • ein Ampelmensch, der einen Basketball führt – als Hinweis auf die lebendige Basketball-Tradition der Stadt
  • eine Figur mit Doktoranden-Hut als Hinweis auf die Bedeutung der Hochschulen und Bildung in der Universitätsstadt
  • ein „Schlammbeiser“, der einen Eimer und eine Schaufel in der Hand hält – als Hinweis auf die historische Figur, die einst die Gruben der Stadt leerte.

Aus diesen Grundideen sollen nun in einem weiteren Schritt Grafiken erstellt werden, die auch technisch umsetzbar sind. Dafür arbeitet die Stadt mit der Willy-Brandt-Schule zusammen, deren Schüler/innen sich selbst schon stark mit Ideen an dem Wettbewerb beteiligt hatten: Von der jetzigen Abschlussklasse mit dem Schwerpunkt Gestaltung stammten bereits verschiedene kreative Vorschläge in der Bürgerbeteiligung.

Bei einem gemeinsamen Termin stimmten nun Bürgermeister Alexander Wright, Christina Flecke und Holger Hedrich vom Ordnungsamt zusammen mit Schüler/innen und Klassenlehrerin Richter-Wolff die Details und Anforderungen an die künftigen Ampel-Figuren ab. Im kommenden Schulhalbjahr soll sich dann die neue Abschlussklasse intensiv mit der Aufgabe beschäftigen und die Entwicklung und Umsetzung der neuen Ampelmännchen gestalterisch begleiten. Es bleibt also spannend.

„Es freut mich, wie engagiert sich unsere Bürger*innen und insbesondere die Schüler*innen der Willy-Brandt-Schule bei diesem Projekt einbringen. Zu wissen, dass ihre kreativen Ideen bald das Stadtbild prägen, ist für alle Beteiligten sicher eine schöne Motivation", fasste Bürgermeister Wright den Prozess zusammen.

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