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27.05.2026

Ein Buch für besondere Namen: Gießens Goldenes Buch wächst weiter

Für seinen Erfolg bei den Olympischen Winterspielen ist der Gießener Bobpilot Adam Ammour im Rathaus empfangen worden: Der Bronze-Gewinner im Zweier-Bob trug sich im Magistratssitzungszimmer in das Goldene Buch der Stadt Gießen ein. Sein Bruder Issam hat sich kurz darauf ebenfalls mit seiner Unterschrift verewigt. „Es ist mir eine große Freude und auch eine Ehre, diese gemeinsame sportliche Leistung in diesem Rahmen würdigen zu können“, sagte Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher. Nachdem dieser den vorbereiteten Eintrag vorgelesen hatte, setzte Adam Ammour seine Unterschrift ins Goldene Buch. „Für mich ist es etwas ganz Besonderes, mich in das Goldene Buch meiner Heimatstadt eintragen zu dürfen. Ich weiß das sehr zu schätzen“, sagte der Athlet.

Ehrung für außergewöhnliche Anlässe

Der Eintrag der Ammour-Brüder ist kein alltäglicher Termin: Im Schnitt kommen pro Jahr nur etwa zwei neue Einträge im Goldenen Buch der Stadt Gießen hinzu. Insgesamt umfasst es derzeit rund 190 Eintragungen, häufig mit mehreren Namen, etwa bei Delegationsbesuchen oder gemeinsamen Anlässen.

Das Goldene Buch wird seit dem 1. August 1946 geführt. Die ersten Eintragungen stammen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, als sich die damalige Stadtspitze, Vertreter der Militärregierung und weitere Verantwortliche eintrugen.

Ein Blick in das Buch zeigt, wie vielfältig die Anlässe und Persönlichkeiten sind, die hier festgehalten werden. Mehrere Bundespräsidenten haben sich in Gießen verewigt, darunter Theodor Heuss, Johannes Rau und Frank-Walter Steinmeier. Auch der spätere Bundeskanzler Willy Brandt gehört zu den Unterzeichnern.

Daneben stehen Einträge aus Kultur und Sport: Der Komponist Hermann Reutter und der Clown Oleg Popov hinterließen sogar zeichnerische Spuren. Mannschaftserfolge wie die Deutschen Meistertitel des MTV Gießen oder der Eintrag des Automobil-Weltmeisters Stefan Bellof finden sich ebenso wie besondere Ereignisse, etwa die Unterzeichnung der Städtepartnerschaft mit der israelischen Stadt Netanya.

Feste Kriterien für einen Eintrag gibt es nicht. Ob sich jemand im Goldenen Buch verewigen darf, entscheidet der Oberbürgermeister im Einzelfall. In der Regel handelt es sich um Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder Menschen, die in ihrem Bereich Herausragendes geleistet haben.

Einen Blick in das Goldene Buch werfen

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