Rathaus

zu: Leichte Sprache
Seiteninhalt
18.05.2026

GENIUS-Projekt entwickelt Zugänge für Integration in Gießen weiter

Ein erster Termin im Rathaus, ein schwer verständliches Formular oder die Suche nach der richtigen Ansprechperson: Für viele neu zugewanderte Menschen sind genau das die Momente, in denen sich entscheidet, wie gut Ankommen gelingt. Hier setzt das Projekt „GENIUS – Gemeinsam für verständliche und zugängliche Integrationsstrukturen“ an: Im Rahmen eines Praxisprojekts in Kooperation mit der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) haben Studierende einen Teil der Projektmaßnahmen begleitet und gemeinsam mit der Stadt daran gearbeitet, Zugänge zu erleichtern und bestehende Angebote noch sichtbarer zu machen.

„Integration bedeutet Teilhabe und dafür braucht es Sprache, Orientierung und ein Verständnis dafür, wie Verwaltung funktioniert“, betonte Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher. Ziel des Projekts sei es gewesen, genau hier anzusetzen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die im Alltag helfen. Die Analyse zeigt: Gießen verfügt bereits über ein breites und gut ausgebautes Unterstützungs- und Beratungsangebot. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele dieser Angebote noch stärker miteinander verknüpft und sichtbarer gemacht werden können.

Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts ist derzeit der Aufbau einer neuen digitalen Informationsplattform für neu zugewanderte Menschen in Gießen. Der Bereich auf der Website soll wichtige Informationen, Anlaufstellen und Orientierungshilfen an einem Ort bündeln, in einfacher Sprache aufbereiten und sich an den tatsächlichen Fragen des Ankommens orientieren. Ergänzend entstehen neue digitale Formate: Aufbauend auf bestehenden Rathausführungen werden derzeit kurze Erklärvideos produziert, die typische Verwaltungswege Schritt für Schritt erklären – etwa Terminbuchungen, Anmeldungen oder wichtige erste Behördengänge. Mit klarer visueller Struktur und verständlicher Sprache sollen sie Orientierung geben und Hemmschwellen abbauen.

Ein weiterer Projektbaustein widmete sich der Zugänglichkeit der Verwaltung insgesamt. Interviews mit Mitarbeitenden sowie Nutzerinnen und Nutzern bestätigten viele bestehende Stärken, wie etwa die gebündelten Angebote im Rathaus. Gleichzeitig liefern die Ergebnisse konkrete Impulse, wie diese Strukturen weiterentwickelt und noch stärker an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden können. „Die Stadt Gießen macht bereits sehr viel aber viele wissen noch nichts davon. Das können wir gemeinsam ändern“, sagte Prof. Dr. Christiane Wegricht, Campusdekanin des Fachbereichs Verwaltung. Sie zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Studierenden und hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor.

Projektleiterin Hannah Schmidt dankte insbesondere für die enge Unterstützung durch die Stadtverwaltung: Die Verbindung aus wissenschaftlicher Analyse und praktischer Umsetzung sei ein großer Gewinn für alle Beteiligten.

Die Ergebnisse der Kooperation fließen nun direkt in die weitere Arbeit des Büros für Integration ein. Die Weiterentwicklung der Website ist bereits angestoßen, die digitalen Rathausführungen in Produktion. Ziel bleibt es, Integrationsangebote in Gießen kontinuierlich auszubauen.

Newsletter

Bestellen Sie sich hier den Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.