Bunter Aktionstag in der Stadtbibliothek Gießen im Rahmen der Kindertagespflegewoche
Geschichten, kleine Bücher und viele neugierige Kinder: In der Stadtbibliothek Gießen wurde es am Dienstagvormittag lebendig. Anlass war ein gemeinsamer Aktionstag im Rahmen der bundesweiten Kindertagespflegewoche, zu dem die Jugendämter der Stadt und des Landkreises Gießen eingeladen hatten. Kindertagespflegepersonen aus der Stadt und dem Landkreis nutzten gemeinsam mit den Kindern, die sie betreuen, die Gelegenheit, sich zu informieren, auszutauschen und die Bibliothek als Ort frühkindlicher Bildung zu entdecken.
Die Kindertagespflegewoche macht bundesweit auf eine Betreuungsform aufmerksam, die für viele Familien eine flexible und besonders persönliche Alternative zur Krippe darstellt. In der Kindertagespflege betreuen qualifizierte Tagesmütter und -väter in der Regel bis zu fünf Kinder in einem familiären Umfeld. Das ermöglicht eine individuelle Begleitung und gezielte Förderung, gerade auch im Bereich Sprache. „Viele Eltern wissen gar nicht, dass sie ein Wunsch- und Wahlrecht haben, wenn es um die Betreuung ihrer Kinder unter drei Jahren geht. Deshalb ist es wichtig, die Kindertagespflege sichtbarer zu machen und niedrigschwellig zu informieren“, erklärt Christiane Mickel vom Hessischen Kindertagespflegebüro.
Genau hier setzte der Aktionstag in der Stadtbibliothek an: Eltern und Interessierte konnten sich über die Angebote der Stadt Gießen und des Landkreises Gießen informieren, von der Vermittlung von Betreuungsplätzen über Qualifizierungsangebote für Kindertagespflegepersonen bis hin zu individuellen Beratungsmöglichkeiten. Ansprechpersonen aus den Jugendämtern, der Stadtbibliothek und dem Hessischen Kindertagespflegebüro standen für Fragen zur Verfügung. Auch Stadträtin und zuständige Dezernentin Gerda Weigel-Greilich sowie der zuständige Dezernent des Landkreises, Frank Ide, nutzten die Gelegenheit zum Austausch vor Ort. In Gießen betreuen aktuell rund 33 Kindertagespflegepersonen etwa 110 Kinder, im Landkreis sind es 78 Betreuungspersonen mit rund 300 Kindern. Die Kindertagespflege ist also ein wichtiger Baustein in der Betreuungslandschaft und soll in Stadt und Landkreis kontinuierlich ausgebaut werden.
Ein besonderer Schwerpunkt des Vormittags lag auf der frühkindlichen Sprachförderung. Welche Rolle Bücher und Vorlesen dabei spielen, wurde in der Stadtbibliothek ganz praktisch erlebbar: Beim „VorLeseSpaß“ lauschten die Kleinsten gespannt den Geschichten einer ehrenamtlichen Vorleserin. Als kleine Erinnerung durften alle Kinder bis drei Jahre ein Buch aus der Reihe der Stiftung Lesen mit nach Hause nehmen. Auch die Stadtbibliothek stellte ihre vielfältigen Angebote vor: von mehrsprachigen Kinderbüchern bis hin zu bestehenden und geplanten Programmen für Kitas, Krippen und künftig auch gezielt für die Kindertagespflege. Ziel ist es, Kinder früh für Sprache und Geschichten zu begeistern und damit ihre Bildungs- und Teilhabechancen zu stärken. „Die Stadtbibliothek ist ein wichtiger Partner in der frühkindlichen Bildung. Wir sind sehr stolz auf die vielseitigen Angebote für Kinder und Familien hier“, betonte Weigel-Greilich.
Auch Frank Ide verweist auf die Bibliotheksangebote in den Kreiskommunen, die für Kinder und Familien gute Chancen bieten. Er betont: „In vielen Städten, Gemeinden und sogar einigen Dörfern gibt es gut sortierte Bibliotheken, die mitunter sogar Kinder- und Jugendliteratur als Schwerpunkt setzen. Hier können Familien für ihre individuellen Vorlieben bestimmt das richtige finden.“ Er hofft darauf, dass auch Kindertagespflegepersonen die örtlichen Bibliotheken nutzen und den Kindern diese nach Möglichkeit als Ort der kulturellen Bildung nahebringen.