Marion Balser erhält die Hedwig-Burgheim-Medaille
Die Hedwig-Burgheim-Medaille geht in diesem Jahr an Marion Balser. Die Vergabe der hohen Auszeichnung hat der Magistrat der Universitätsstadt Gießen auf Antrag von Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher beschlossen und beruht auf der Entscheidung des Auswahlgremiums, dem neben dem OB die Jüdische Gemeinde, die Evangelische und Katholische Kirche sowie die Aliceschule angehören.
OB Becher dazu: „Mit ihrem umfangreichen Wirken hat sich Frau Balser in besonderem Maße um die Verständigung und das Verständnis zwischen den Menschen im Sinne Hedwig Burgheims engagiert.“ Sie setzt sich ehrenamtlich als Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Gießen-Netanya für den Dialog und den Austausch zwischen Menschen ein.
OB Becher führt dazu aus: Marion Balser steht für die deutsch-israelische Partnerschaft und gilt als Brückenbauerin zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft oder Religion.
Die Feierstunde zur Verleihung der Hedwig-Burgheim-Medaille soll am Sonntag, 30. August 2026 um 17:00 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses stattfinden.
Die Hedwig-Burgheim-Medaille wird von der Stadt Gießen alle zwei Jahre im Gedenken an die bis heute fortwirkende Tätigkeit der jüdischen Pädagogin Hedwig-Burgheim für hervorragende Verdienste um Verständigung und Verständnis zwischen den Menschen verliehen.
Marion Balser ist Gründungsmitglied und seit 25 Jahren die 1. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Gießen-Netanya. Sie engagiert sich in dieser Funktion und darüber hinaus mit außergewöhnlicher Kontinuität, Verlässlichkeit und hohem persönlichen Einsatz.
Ihr Wirken ist geprägt von dem tiefen Anliegen, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, Beziehungen aufzubauen und durch Kommunikation gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Marion Balsers Engagement begann durch eine Reise nach Israel mit ihrer Familie. Die dort entstandene Begeisterung für das Land und seine Menschen ließ sie fortan nicht mehr los und entwickelte sich zu ihrem langjährigen, intensiven Engagement.
In ihrer eigenen Jugend hatte sie keine Berührungspunkte zu jüdischem Leben. Erst durch die Begegnung mit dem damaligen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Gießen wurde ihr bewusst, wie wenig Wissen in Deutschland über jüdischen Glauben und über die Kultur vorhanden sind und wie stark der Blick der Gesellschaft oft von Vorurteilen geprägt ist. Frau Balser nahm sich vor, einen Beitrag dazu zu leisten, dies zu ändern.
Ihr umfangreiches Wissen über den Staat Israel, die jüdische Kultur und den jüdischen Glauben hat sie sich ehrenamtlich eigenständig erarbeitet.
Durch den Aufbau eines weitreichenden Netzwerks wirkt sie als wichtige Multiplikatorin und fördert den Austausch zwischen Menschen unterschiedlichster persönlicher Hintergründe, insbesondere auch zwischen jungen Menschen, z.B. im Rahmen von Austauschen zwischen den Krav Maga Schulen in Netanya und Gießen. Große Begeisterung lösen die Auftritte des berühmten Nizan-Chors aus Netanya in Gießen und Umgebung aus, an deren Organisation Frau Balser regelmäßig federführend beteiligt ist. Ihr Einsatz – durchaus auch mal auf unkonventionelle Art – ermöglicht Begegnungen auf Augenhöhe und trägt dazu bei, Brücken zu bauen und gegenseitiges Verständnis im Sinne Hedwig Burgheims und ihrer Arbeit mit jungen Menschen zu stärken. In ihrer Arbeit zeichnet sich Frau Balser durch Mut und Beharrlichkeit aus – Eigenschaften, die es ihr immer wieder ermöglichen, neue Wege zu finden und Projekte zu realisieren.
Ihr Ehrenamt ist von Herzlichkeit und persönlicher Überzeugung getragen. Sie leistet damit einen bedeutenden Beitrag zum bürgerschaftlichen Engagement und zur Stärkung der deutsch-israelischen Partnerschaft. Die Verleihung der Auszeichnung an Frau Marion Balser ist daher zugleich ein sichtbares Zeichen für die hohe Bedeutung der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland, aber auch darüber hinaus für die Verständigung und das Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Weltanschauung oder Religion.
Nicht zuletzt steht ihr Engagement stellvertretend für viele Frauen, die oftmals die eigenen Leistungen nicht hervorheben, obwohl sie Herausragendes leisten. Frau Marion Balser hingegen zeigt mit ihrer Initiative eindrucksvoll, wie viel durch persönlichen Einsatz, Überzeugungskraft und gelebte Verantwortung bewirkt werden kann und bildet außerdem ein bemerkenswertes Beispiel für das Ehrenamt und den hohen gesellschaftlichen Nutzen, der dadurch erreicht werden kann.
Mit ihrem umfangreichen Wirken hat sich Marion Balser in besonderem Maße um die Verständigung und das Verständnis zwischen den Menschen im Sinne Hedwig Burgheims engagiert.
So begründet die Magistratsvorlage des Gremiums die Entscheidung.