OpenCall - Erinnern an US-Amerika
Die Stadt Gießen sucht in Zusammenarbeit mit dem Verein „Die Brücke – Deutsch-Amerikanischer Klub Gießen-Wetzlar“ nach einer Form des Erinnerns an die Präsenz amerikanischer Truppen in der Stadt.
Gießen ist in der Zeit nach 1945 stark von der Anwesenheit Amerikanischer Truppen geprägt worden. Das galt sowohl räumlich durch die Nutzung von Kasernen, den Aufbau des Army & Air Force Exchange Service, sozialstrukturell mit 40.000 Menschen, die hier lebten, in Bezug auf den Arbeitsmarkt und auch kulturell, durch Clubs, Sport, Freizeit.
Diese Zeit endete mit dem Abzug der US-amerikanischen Truppen im Jahr 2007, und brachte einen großen Wandel mit sich – auf allen Ebenen, die oben bereits genannt wurden.
Für die Erinnerung an diese Zeit und für die Vergegenwärtigung der bis heute wirksamen Effekte sucht die Stadt Gießen in Kooperation mit dem Verein „Die Brücke – Deutsch Amerikanischer Klub Gießen-Wetzlar“ eine Form des Erinnerns an die Zeit der Präsenz US-amerikanischer Truppen in Gießen.
Hierfür ist ein zweistufiger Wettbewerb ausgelobt, mit einem OpenCall als Phase eins und einem Einladungswettbewerb in Phase zwei. In dieser ersten Phase, dem OpenCall, können kurze Skizzen und Vorschlägen zum Erinnern eingereicht werden. Aus den Einreichungen werden dann Vorschläge ausgewählt, die in einem Einladungswettbewerb ihre Idee weiter konkretisieren. Ein Siegerentwurf soll zum Ende des Jahres bekannt gefunden sein.
Der OpenCall richtet sich an Künstler*innen aller Sparten, die in der Lage sind, ein solches Projekt umsetzen beziehungsweise die Umsetzung zu organisieren.
Eine Form des Erinnerns ist nicht vorgegeben – dauerhafte, temporäre und wiederkehrende Formate sind gleichermaßen vorstellbar, wie auch die Ausdrucksweise frei gewählt werden kann – bildende Kunst/Skulptur, Musik, Literatur. Das Erinnern soll überzeitlich Bestand haben, die Bedeutung für die Entwicklung der Demokratie in Deutschland würdigen und zugleich die Ambivalenz deutlich machen, mit der US Amerika betrachtet wurde und wird.
Der Wettbewerb geht auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2023 zurück. Der Magistrat hatte daraufhin ein Gremium zur Formulierung der Aufgabenstellung eingerichtet, dem neben dem Oberbürgermeister, dem Museum für Gießen auch die Vorsitzenden des Denkmalbeirates und des Beirates Kunst im öffentlichen Raum angehören. Ebenso ist der Verein „Die Brücke – Deutsch-Amerikanischer Klub Gießen Wetzlar“ vertreten, der nunmehr als Kooperationspartner für die Durchführung des Wettbewerbes in Erscheinung tritt.
Nähere Informationen und die Aufgabenstellung im vollen Wortlaut erhalten Sie beim Kulturamt der Stadt Gießen, Dr. Stefan Neubacher, stefan.neubacher@giessen.de