Neue Mensa für die Ludwig-Uhland-Schule
Ein Ort zum Essen, Lernen und Begegnen: Mit der offiziellen Einweihung der neuen Mensa an der Ludwig-Uhland-Schule am Aulweg setzt die Stadt Gießen ein Zeichen für eine moderne und zukunftsfähige Bildungsinfrastruktur. Zwar wird das Gebäude bereits seit Januar 2025 im Schulalltag genutzt, die Feierstunde markiert nun aber die offizielle Übergabe des Neubaus.
Die Ludwig-Uhland-Schule ist eine ganztägig arbeitende Grundschule im Landesprogramm „Pakt für den Ganztag“. Rund 320 Kinder der Klassen 1 bis 4 besuchen die Schule mit drei bis vier Klassen pro Jahrgang. Vor dem Neubau fand die Mittagsverpflegung in zwei mehr als 50 Jahre alten Pavillons aus den 1960er-Jahren statt. Diese waren weder baulich noch funktional auf einen modernen Ganztagsbetrieb ausgelegt. „Der Neubau schafft nun dauerhaft passende Bedingungen und ein optimales Lern- und Begegnungsumfeld für die Schülerinnen und Schüler. Damit investieren wir in die Zukunft“, ordnet Stadtrat und Schuldezernent Francesco Arman ein.
In zwei Essensphasen können jeweils bis zu 160 Kinder versorgt werden. Die Küche ist als Ausgabeküche konzipiert, einzelne Komponenten werden vor Ort frisch erwärmt. Ein großzügiger Foyerbereich mit Trinkstationen sorgt für strukturierte Abläufe während der Mittagspause. Der Mensaraum selbst überzeugt durch eine offene Gestaltung mit sichtbarer Holzbauweise und hellen Materialien. So entsteht eine warme, einladende Atmosphäre, die den Raum zu einem Ort der Begegnung im Schulalltag macht.
Der Neubau bietet zusätzliche Räume für den Ganztag und für pädagogische Projekte. Eine Unterrichtsküche ermöglicht Ernährungsprojekte und praktische Bildungsangebote. Ein rund 70 Quadratmeter großer Raum für kulturelle Bildung kann für Musik- und Theaterprojekte genutzt werden. Mit angrenzendem Instrumentenlager und der Möglichkeit, bei schulischen Veranstaltungen als Bühne zu dienen, erhält der Raum zugleich Aula-Charakter. Das Gebäude ist vollständig barrierefrei erschlossen, einschließlich des Zugangs zur Bühne.
Dem Neubau ging 2019/20 ein Architektenwettbewerb voraus, aus dem das Büro mijic architects als erster Preisträger hervorging. Die Bauleitung übernahm das Gießener Büro studio.aw. Der Bau wurde im Niedrigenergiestandard errichtet und erfüllt hohe ökologische Anforderungen. Eine Photovoltaikanlage, Dachbegrünung und Regenwasserzisterne tragen zu einem ressourcenschonenden Betrieb bei. „Dieses nachhaltige Konzept spiegelt sich auch in der Optik wider, beispielsweise durch die Konstruktion aus Massivholzwänden und –decken oder durch die naturbelassene Lärchenholzfassade“, erklärt Astrid Eibelshäuser, Dezernentin für das Hochbauamt.
Die Maßnahme wurde im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramms des Landes Hessen (KIP II „KIP macht Schule“) mit rund 3,3 Millionen Euro gefördert. Die Gesamtkosten für das Gebäude belaufen sich auf etwa 5 Millionen Euro. An der Umsetzung waren auch zahlreiche regionale Unternehmen beteiligt, um die lokale Wirtschaft und das Handwerk vor Ort zu stärken. Parallel zum Neubau werden die Außenanlagen neugestaltet. Mit Abschluss der Arbeiten im Laufe des Jahres erhält der Schulstandort am Aulweg insgesamt ein deutlich aufgewertetes Umfeld.