Stadtbus informiert über "Soforthilfe nach Vergewaltigung"
Ab September wird wieder ein Gießener Stadtbus mit einem Plakat gestaltet, das über das Projekt “Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung” informiert.
Bei dem Projekt unter Federführung der Büros für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen übernehmen das Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie das Forensische Konsil am Institut für Rechtsmedizin die medizinische Versorgung und Spurensicherung nach sexuellen Gewalttaten.
Die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKF e.V., Pro Familia Gießen e.V. die Gießener Hilfe e.V. und Wildwasser übernehmen als Projektpartnerinnen die psychische und soziale Versorgung der Gewaltopfer und die Apotheke am Ludwigsplatz kooperiert bei Bedarf bei der medikamentösen Versorgung.
Gießen ist eine der 14 Modellstädte in Hessen, die an dem Projekt des Frauennotruf Frankfurt e.V. beteiligt sind. Das Besondere an dem Projekt ist, dass Opfer von sexueller Gewalt auch anonym eine Spurensicherung im Rahmen der medizinischen Versorgung vornehmen lassen können. Das Material der Spurensicherung wird dann ein Jahr lang eingelagert – erst wenn Anzeige erstattet wird werden die Beweismittel der Polizei übergeben um im Rahmen der Ermittlungen Verwendung zu finden.
Für viele Opfer sexueller Gewalt ist der Schritt zur Polizei und zur Anzeigeerstattung direkt nach der Tat eine riesengroße Belastung. Das Geschehene muss haarklein nacherzählt und damit immer wieder erlebt werden. Die anonyme Spurensicherung gibt daher den Opfern Gelegenheit einen gewissen Abstand herzustellen und später, gegebenenfalls auch mit Unterstützung einer vertrauten Person, Anzeige zu erstatten. Die medizinische Versorgung bleibt grundsätzlich immer vertraulich – weder das Krankenhaus noch eine Beratungsstelle können über den Willen der Betroffenen hinweg Anzeige erstatten.
Im Aktionsmonat November werden im Rahmen des Programms zum Internationalen Tag gegen Gewalt weitere Aktionen starten, um darauf aufmerksam zu machen, dass sexuelle Gewalt nie vom Opfer ausgeht – ausschlaggebend ist nie die Kleidung, das Aussehen oder Verhalten des Opfers. Die Verantwortung für sexuelle Gewalt trägt immer der Täter.
Die Kampagne wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend & Soziales.
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