Spatenstich für den Erweiterungsbau der Gesamtschule Gießen-Ost
Mit einem symbolischen Spatenstich am Dienstag, 27. Januar 2026, beginnt offiziell der zweite Bauabschnitt der Neustrukturierung, Sanierung und Erweiterung der Gesamtschule Gießen-Ost. Die damit verbundenen Auswirkungen auf den Schulbetrieb stehen einer klaren Perspektive gegenüber: Mit dem Erweiterungsbau erhält die Gesamtschule Gießen-Ost ein modernes Schulgebäude, das den räumlichen und pädagogischen Anforderungen der kommenden Jahre gerecht wird. Die Stadtverordnetenversammlung hatte das Vorhaben am 26. September 2024 beschlossen. Für den zweiten Bauabschnitt sind Gesamtkosten in Höhe von rund 34,5 Millionen Euro vorgesehen.
Die vorbereitenden Maßnahmen starteten bereits in den Sommerferien 2025. Dazu gehörten unter anderem umfangreiche Infrastrukturarbeiten, die Freimachung des Baufeldes, das Aufstellen des Bauzauns sowie die Einrichtung einer provisorischen Wegeführung. Diese Arbeiten wurden bis Ende 2025 abgeschlossen, sodass im Januar 2026 mit der eigentlichen Baumaßnahme begonnen werden konnte.
Derzeit finden Erd-, Verbau- und Wasserhaltungsarbeiten statt. Ab Juni 2026 ist der Beginn der Rohbauarbeiten geplant. Die Bauzeit ist mit rund 27 Monaten angesetzt. Die Fertigstellung und Übergabe des Erweiterungsbaus sind für das Frühjahr 2029 vorgesehen.
Mit rund 8.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche ist der Erweiterungsbau ein wichtiger Schritt für die rund 1.500 Schüler*innen der Gesamtschule Gießen-Ost. Besonders deutlich wird das bei der neuen Mensa: Im Erdgeschoss von Haus 6 entsteht erstmals ein zentraler Speise- und Aufenthaltsbereich, der der Größe der Schule und dem umfangreichen Ganztagsangebot gerecht wird. Damit endet der seit Jahren bestehende provisorische Mensabetrieb im Foyer der Sporthalle Ost.
Ebenfalls im Erdgeschoss wird die bisherige Mediothek neu organisiert und als „Lernhaus“ künftig von der gesamten Schulgemeinde genutzt. Im angrenzenden Gelenkbauwerk zwischen dem Bestandsgebäude und Haus 6 entstehen auf drei Ebenen eine klassische Bibliothek sowie zusätzliche Bereiche für neue Lernformen und den Einsatz digitaler Medien. Ergänzt werden diese durch offene Flächen für projektbezogenes und jahrgangsübergreifendes Arbeiten.
Die beiden Obergeschosse von Haus 6 sind für die Jahrgänge 12 und 13 vorgesehen. Auf jeder Ebene entstehen acht Kursräume sowie eine großzügige Lernlandschaft mit Lichthof. Das pädagogische Konzept der Lernlandschaften, das seit 2022 bereits in den Jahrgangsclustern der Klassen 5 und 6 im Haus 3 umgesetzt wird, wird hier fortgeführt und an die Anforderungen der Oberstufe angepasst. Die Gestaltung der Innenräume orientiert sich an zeitgemäßen Lern- und Arbeitsumgebungen, wie sie etwa aus Hochschulen bekannt sind. Durch den Umzug der Oberstufe in den Neubau werden im bisherigen Haus B zusätzliche Räume frei, die der Korczak-Schule für ihre weitere Entwicklung zur Verfügung gestellt werden können.
Im Untergeschoss des Neubaus sind neben Lager- und Technikräumen weitere zentrale Funktionsbereiche untergebracht. Dazu zählen eine große WC-Anlage für den Mensa- und späteren Veranstaltungsbereich, die Lernmittelausgabe sowie Sozialräume für das Mensa- und Reinigungspersonal. Zugleich verbessert der Erweiterungsbau die Barrierefreiheit des Schulstandorts deutlich. Zwei neue Aufzugsanlagen sowie ein barrierefreier Zugang vom Karl-Reuter-Weg aus erleichtern künftig die Erschließung des Neubaus und der angrenzenden Bestandsgebäude.