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14.03.2025

Lahn-Kinzig-Bahn: Kommunale Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr fordert dringende Maßnahmen zur Stabilisierung des Betriebs

AGNV adressiert Resolution an Hessische Landesbahn und DB InfraGo AG

Die kommunale Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Lahn-Kinzig-Bahn (AGNV) sieht die Bahnverbindung Gießen-Gelnhausen als essenziellen Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur in Mittelhessen an. Trotz vieler positiver Entwicklungen in den vergangenen Jahren drohen nun aktuelle Herausforderungen, insbesondere personalbedingte Betriebsstörungen, den langfristigen Erfolg dieser wichtigen Querverbindung zu gefährden. Um hierauf aufmerksam zu machen und für nachhaltige Lösungen zu werben, hat die AGNV in ihrer letzten Sitzung eine umfassende Resolution verabschiedet, die sie an Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGo AG, sowie Herrn Veit Salzmann, Geschäftsführer der HLB Hessische Landesbahn GmbH, adressiert hat.

Dringender Handlungsbedarf aufgrund massiver Einschränkungen

Wachsende Personalengpässe seit dem Jahr 2023 bei der DB InfraGO als Betreiber des Schienennetzes und der Bahnhöfe, hierdurch bedingte langanhaltende Busersatzkonzepte und Verzögerungen bei Baumaßnahmen führen zu gravierenden Angebotsreduzierungen auf der Lahn-Kinzig-Bahn. Die AGNV warnt davor, dass diese Entwicklungen Fahrgäste abschrecken und die positive Weiterentwicklung der Strecke erheblich beeinträchtigen. Gerade in Zeiten des Deutschland-Tickets und neuer Fahrzeugflotten dürfen strukturelle  Defizite nicht dazu führen, dass Fahrgäste dauerhaft verloren gehen. 

Der vorgesehene barrierefreie Ausbau von Stationen und von elektronischen Stellwerken, die der Streckenbeschleunigung dienen, wird von der AGNV als unverzichtbar für die Modernisierung und Zukunftsfähigkeit der Strecke betrachtet. Diese Maßnahmen werden zu einer enormen Aufwertung führen, die allen Fahrgästen zugutekommen. Positiv bewertet die AGNV die regelmäßige Teilnahme von Vertretern des DB-Konzerns – DB InfraGo, HLB als Verkehrsunternehmen, RMV als Aufgabenträger und den lokal Verantwortlichen.

Cäcilia Reichert-Dietzel, Bürgermeisterin der Gemeinde Ranstadt und Sprecherin der AGNV, betont: „Die Lahn-Kinzig-Bahn ist eine unverzichtbare Verkehrsachse für unsere Region. Es ist inakzeptabel, dass durch Personalengpässe und schlecht koordinierte Baustellen eine massive Einschränkung des Angebots erfolgt. Die Bürgerinnen und Bürger benötigen eine  verlässliche und gut funktionierende Bahnverbindung. Sie sind darauf angewiesen, um zur Schule, auf die Arbeit oder zum Arzt zu kommen, also ihren Alltag zu bewältigen.

Aus diesem Grund habe die AGNV eine Resolution verabschiedet, die von allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Anrainerkommunen unterstützt und unterschrieben wurde.

Folgende Forderungen habe die AGNV zur Stabilisierung und Optimierung der Verbindungen formuliert:

1.     Kurzfristige Maßnahmen zur Betriebsstabilisierung:

  • Vollständige Besetzung der Stellwerke zwischen Gießen und Nidda ab April 2025.
  • Verbesserte Koordination und Optimierung des Schienenersatzverkehrs (SEV) zwischen allen Beteiligten.
  • Deutliche Verbesserung der Fahrgastinformation und eine zentrale Erreichbarkeit der Leitstelle.

2.     Mittelfristige Sicherstellung der Infrastruktur:

  • Beschleunigte Umsetzung elektronischer Stellwerke zur Reduktion des Personalbedarfs.
  • Verbesserungen an Bahnhöfen hinsichtlich Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und Anschlussmobilität.
  • Engere Abstimmung zwischen DB InfraGO, Kommunen und Verkehrsträgern.

3.     Langfristige Optimierung der Gesamtstrategie:

  • Begrenzung von Streckensperrungen auf Teilabschnitten.
  • Einrichtung eines Arbeitskreises zur Evaluierung von Fortschritten.
  • Stärkere Einbindung lokaler Akteure und ÖPNV-Aufgabenträger.

4.     Mehr Fahrgastfreundlichkeit und bessere Anschlusssicherung:

  • Verbindliche Maßnahmen zur Gewährleistung von Anschlüssen und Umsteigemöglichkeiten.
  • Prüfung von Kompensationsmodellen für Fahrgäste bei massiven Beeinträchtigungen.

Cäcilia Reichert-Dietzel ergänzt: „Es braucht dringend eine verlässliche Strategie, um die Qualität des Bahnverkehrs zu sichern. Gerade jetzt, wo mit modernen Zügen und dem  Deutschland-Ticket Anreize für den Umstieg auf die Schiene geschaffen wurden, dürfen wir uns nicht durch unzureichende Planung selbst ausbremsen. Die Verantwortlichen müssen  jetzt handeln!

Die AGNV Lahn-Kinzig-Bahn fordere alle Verantwortlichen auf, umgehend konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung und Verbesserung der Bahnverbindung Gießen – Gelnhausen zu ergreifen. Als wichtigsten Schritt wird hier die kurzfristige, ganztägige Besetzung der Stellwerke auf dem Streckenanschnitt Gießen – Nidda gesehen.

Nur so kann die Strecke ihre zentrale Rolle im Nahverkehr Mittelhessens langfristig erfüllen und eine nachhaltige Mobilität für die Bürgerinnen und Bürger gewährleisten. Die AGNV steht bereit, aktiv an Lösungen mitzuwirken“, so Cäcilia Reichert-Dietzel abschließend.

Hintergrundinformationen

Die kommunale Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Lahn-Kinzig-Bahn ist ein Zusammenschluss der Anliegergemeinden der Lahn-Kinzig-Bahn. Ziel des Arbeitskreises ist es, den Betrieb der Bahnlinie Gießen-Gelnhausen zu fördern und den Erhalt der Strecke zu sichern, die für die Region eine sehr hohe Bedeutung innehat. Mitglieder sind die Kommunen Gelnhausen, Gründau, Limeshain, Büdingen, Glauburg, Ortenberg, Ranstadt, Nidda, Hungen, Lich, Pohlheim und Gießen.

Quelle: AGNV Lahn-Kinzig-Bahn

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