Internationale Partnerschaftskonferenz in Gießen: Kommunen im Dialog für eine nachhaltige Zukunft
Vom 8. bis 11. September 2025 fand in Gießen die 6. Partnerschaftskonferenz zwischen Kommunen aus Deutschland und Subsahara-Afrika statt. Gemeinsam mit dem Landkreis Gießen sowie den Partnerkommunen Swakopmund (Namibia) und Mubende (Uganda) begrüßte die Universitätsstadt rund 200 Gäste aus 18 afrikanischen Ländern und Deutschland. Vier Tage lang bot die Konferenz Raum für Austausch, Lernen und Begegnungen.
Die Teilnehmenden diskutierten in Workshops, Fachforen und bilateralen Gesprächen über zentrale Zukunftsfragen wie nachhaltige Stadtentwicklung, fairen Handel und faire Beschaffung, digitale Mobilitätskonzepte, Stadtplanung oder die Integration von Geflüchteten. Auch Schülerinnen und Schüler aus Gießen und Radisele (Botswana) konnten an einem Teil der Konferenz teilnehmen. Sie erhielten einen Einblick in die Arbeitsweise einer internationalen „High-Level“-Konferenz, konnten sich beteiligen und eigene Eindrücke sammeln. Dabei nahmen sie Ideen mit, wie globale Themen wie die Agenda 2030 ihre Generation betreffen und welche Bedeutung internationale Zusammenarbeit für die Zukunft haben kann.
Ein Schwerpunkt der Konferenz war die kommunale Zusammenarbeit über Kontinente hinweg. Die Städtepartnerschaft zwischen Gießen und Swakopmund, die seit 2022 besteht, wurde dabei als ein Beispiel für erfolgreiche internationale Kooperation hervorgehoben. In gemeinsamen Projekten arbeiten Mitarbeitende und Auszubildende beider Städte an Fragen der Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und beruflichen Qualifizierung – etwa beim Bau von Begegnungsinseln im öffentlichen Raum mit Sitzgelegenheiten und Solar-Ladestationen.
Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher betonte in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung kommunaler Partnerschaften: „In unseren kommunalen Partnerschaften werden die Geschichten geschrieben, die uns die Kraft für eine soziale, gerechte und nachhaltige Welt geben. Es sind Geschichten des gegenseitigen Lernens, bei denen Vertrauen wächst und Wege zueinander führen. Unsere Partnerschaften sind eine starke Antwort auf alle Versuche, die Welt der Solidarität zu berauben.“
Neben den Chancen wurden auch Herausforderungen thematisiert – etwa unterschiedliche Rahmenbedingungen, bürokratische Hürden oder begrenzte Ressourcen. Die Konferenz zeigte jedoch, dass durch Kreativität und Dialog gemeinsame Lösungen auf Augenhöhe gefunden werden können.
Beim feierlichen Abendempfang im Rathaus brachte Oberbürgermeister Becher es auf den Punkt: „Wissen ist die einzige Ressource, die wächst, wenn man sie teilt.“ Dieser Satz wurde zum geflügelten Motto der Konferenz.
Die Subsahara-Afrika-Konferenz 2025 hat verdeutlicht, dass internationale Partnerschaften auf kommunaler Ebene Vertrauen schaffen, gesellschaftliche Teilhabe fördern und neue Perspektiven eröffnen. Die Impulse aus den Konferenztagen werden die Arbeit in Gießen noch lange prägen und der internationalen Zusammenarbeit zusätzlichen Rückenwind geben.