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26.08.2024

Gießen setzt auf smarte Daten für die Zukunft

Förderzusage für interkommunales Projekt „Smart KIKZ“

Ob es darum geht, zu wissen, wann genau der nächste Bus kommt, wo bei sommerlicher Hitze kühle Orte zu finden sind, wo sich der nächste Stau anbahnt oder wie der Zustand des städtischen Grüns ist – smarte Städte können mit Hilfe von urbanen Daten immer präzisere Antworten auf diese oder ähnliche Fragen geben.

Die Stadt Gießen will künftig gemeinsam mit den Kommunen Fulda, Offenbach und Wetzlar im Projekt „Kompetenzzentrum für interkommunale Zusammenarbeit für Smarte Daten und KI“ (Smart KIKZ) urbane Daten noch gezielter nutzen. Im Rahmen des hessischen Landesprogramms „Starke Heimat Hessen“ hat Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus vergangene Woche eine Förderzusage in Höhe von insgesamt 733.500 Euro überreicht, die den Weg für innovative digitale Lösungen ebnen und bereits vorhandene Projekte unterstützen soll.

Gemeinsam stark durch interkommunale Zusammenarbeit Digitale Kommune@Hessen

Die Kooperation der Städte ist bewährt: Bereits in der Vergangenheit hat die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) Digitale Kommune@Hessen, an der auch Marburg und Limburg teilnehmen, Projekte zur Verwaltungsdigitalisierung und Smart City umgesetzt.

Smart KIKZ knüpft mit seinen vier Teilprojekten an die erfolgreichen Vorgängerprojekte der IKZ an. Ziel des Vorhabens ist es in Gießen und den Partnerkommunen Strukturen zu schaffen, mit denen das Potenzial von Daten gehoben und der Einsatz zukunftsweisender Technologien erprobt werden können, wie etwa künstliche Intelligenz.

„Gute Daten bilden das Fundament für jede intelligente Stadt. Mit Smart KIKZ gehen wir dabei einen weiteren wichtigen Schritt, um Gießen noch zukunftssicher auszurichten“, so Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher. Die interkommunale Zusammenarbeit sei dabei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg des Projekts. „Wenn wir Wissen und Ressourcen unter den beteiligten Städten austauschen, können Synergien geschaffen werden, die allen Beteiligten zugutekommen“, so Becher weiter.

Wie Daten den Alltag in Gießen schon heute verbessern

Im Rahmen von Smart KIKZ sollen Sensoren, etwa zur Messung von Verkehrsströmen oder Umweltdaten, eingesetzt und verbaut werden, um in städtischen Bereichen nützliche Daten zu sammeln. Die daraus gewonnenen Informationen sollen Nutzungsverhalten und Entwicklungen in der Stadt abbilden und damit städtische Entscheidungsträger bei zukünftigen Planungen unterstützen.

Wie auch Bürgerinnen und Bürger von Daten profitieren können, demonstriert beispielsweise das NV-ProVi-Projekt der Stadtwerke Gießen eindrucksvoll: Hierbei werden Echtzeitdaten des Verkehrs genutzt, um den öffentlichen Nahverkehr effizienter zu gestalten. Mithilfe von künstlicher Intelligenz können die Fahrgäste nicht nur den Standort ihres Busses in Echtzeit verfolgen, sondern auch abschätzen, wie voll der Bus ist. Ein weiteres Beispiel ist die datenbasierte smarte Ampel, welche in Gießen bereits pilotweise eingesetzt wird. In der Frankfurt Straße hilft sie dabei, Unfälle zwischen Fahrrädern und Autos zu vermeiden. Daten bringen aber nicht nur Nutzen im Bereich Verkehr. Auch das städtische Gartenamt experimentiert mit Sensoren für Grünpflanzen, die den Wasserbedarf von Bäumen anzeigen oder auch Auskunft zur Pflanzengesundheit bieten. Eine Zählstation in der Innenstadt gibt Auskunft über den Betrieb auf dem Seltersweg.

Um sicherzustellen, dass Daten sinnvoll und verantwortungsvoll eingesetzt werden können, beschäftigen sich die Städte Gießen und Offenbach auch damit, wie die gewonnen Daten am besten organisiert und genutzt werden sollen. Auch wenn die beiden Städte in Hessen damit Pionierarbeit leisten, sind sich die Beteiligten sicher, dass dies ein unerlässlicher Schritt in Richtung Zukunft ist.

„Mit der Pilotierung einer Datastrategie betreten wir in Hessen Neuland. Wir möchten zeigen, dass gezielte Datenverwaltung mit klaren Rollen, Strukturen und Prozessen die Innovationskraft unserer Stadt langfristig verbessert“, so Oberbürgermeister Becher.

Smart KIKZ hat darüber hinaus das Ziel, auch anderen hessischen Städten Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie bei einer erfolgreichen Digitalisierung unterstützen. So befasst sich ein Teilprojekt von Smart KIKZ damit, die gewonnenen Erkenntnisse und erprobten Lösungen strukturiert an andere Kommunen weiterzugeben. Geplant sind außerdem eine Reihe von Beteiligungsformaten und Bildungsangeboten, um die Bürgerschaft aktiv in den Transformationsprozess einzubinden. 

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