Erfolgreicher Abschluss des Projekts »B³ plus - auf dem Weg zur pädagogischen Fachkraft«
Teilnehmerinnen des Projekts erhalten Zertifikate
Mit dem erfolgreichen Abschluss eines Qualifizierungskurses im Rahmen des Projekts B³ plus - auf dem Weg zur pädagogischen Fachkraft haben elf zugewanderte Frauen einen wichtigen Meilenstein auf ihrem beruflichen Weg in Deutschland erreicht. Nach zehn Monaten intensiven Lernens erhielten die Teilnehmerinnen ihre Zertifikate und wurden vom Oberbürgermeister, der Geschäftsführerin von ZAUG, Vertretern der Sprachportal Akademie und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie den Projektmitarbeitenden in einem feierlichen Rahmen verabschiedet. Herr Olsinger vom BAMF würdigte die Leistung: „Wenn man heute in Ihre Gesichter schaut und Ihren Erzählungen folgt, dann merkt man schnell, das war mehr als ein Sprachkurs und schon jetzt eine Zeit, die sich für Sie gelohnt hat.“
Im Mittelpunkt des Projekts, einem Kooperationsprojekt der ZAUG gGmbH, der Stadt Gießen sowie der Sprachportal Akademie GmbH, stand die Vorbereitung auf eine zukünftige Tätigkeit im pädagogischen Arbeitsfeld. Die Teilnehmerinnen vertieften ihre Deutschkenntnisse, setzten sich mit grundlegenden Themen der (Früh-)Pädagogik auseinander und erhielten durch Praktika in Kindertageseinrichtungen sowie schulischen Betreuungsangeboten konkrete Einblicke in den Berufsalltag. Besonders war hierbei, dass ein Berufssprachkurs „Frühpädagogik“ des BAMF modellhaft mit anderen Qualifizierungsbausteinen verknüpft wurde. Eigene Migrationserfahrungen der Teilnehmerinnen, Mehrsprachigkeit und bereits vorhandenes pädagogisches Wissen konnten dabei bewusst eingebracht und weiterentwickelt werden.
Für die Absolventinnen aus der Türkei, der Ukraine, Ägypten und Algerien eröffnen sich nun unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. Während einige den direkten Schritt in eine pädagogische Tätigkeit planen, möchten andere eine Ausbildung als Erzieherin beginnen oder Kindheitspädagogik studieren.
„Zu Anfang des Kurses wusste ich nicht genau, welche Perspektive ich als ehemalige Lehrerin habe“, berichtet eine Absolventin. „Nach der Beratung war mir klar, welche Schritte ich gehen muss und jetzt trete ich bald meine erste Stelle in der Kita an.“
Das Projekt B³ plus (B³: Beratung, Basisqualifizierung und Begleitung) richtet sich gezielt an zugewanderte Menschen, die eine berufliche Perspektive im Bildungs- und Erziehungsbereich anstreben. Neben fachlicher Qualifizierung liegt ein besonderer Schwerpunkt auf individueller Begleitung und Orientierung. Ziel ist es, den Einstieg in Ausbildung, Studium oder eine Beschäftigung zu erleichtern und gleichzeitig dem Fachkräftemangel in pädagogischen Einrichtungen entgegenzuwirken. Außerdem wird gezielt an einer Vernetzung mit Verwaltung, Trägern, pädagogischen Institutionen und Ausbildungsstätten gearbeitet. Oberbürgermeister Becher bekräftigt: „Ihre Erfahrungsberichte bestärken uns in unseren Bemühungen als Stadt Gießen. Wir müssen Personen wie Sie für unsere Kitas und Schulen fördern und die Förderung zahlt sich aus.“ Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des ESF-Plus-Programms „Impulse der Arbeitsmarktpolitik (IdeA)“, aus Mitteln des Landes Hessen, der Universitätsstadt Gießen und des Landkreises Gießen. Der eingebettete Berufssprachkurs „Frühpädagogik“ konnte hingegen über die Förderung des BAMF finanziert werden. In diesem Jahr wird das Projekt unter dem Namen „Perspektive Pädagogik“ fortgeführt. Informationen können Sie unter perspektive.paedagogik@zaug.de erhalten.