Eröffnung der Ludwigstraße
Nach fast zweijähriger Bauzeit ist die Ludwigstraße seit den Morgenstunden des 15. August wieder auf der kompletten Länge befahrbar. Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher gab zusammen mit den Projektverantwortlichen der Stadtverwaltung, der Mittelhessischen Wasserbetriebe und der Stadtwerke Gießen den letzten Bauabschnitt zwischen Bleichstraße und Riegelpfad für den Verkehr frei. Becher hob hervor, dass die Bauarbeiten nicht nur genutzt wurden, um die sanierungsbedürftigen Gasleitungen, die Abwasserkanäle, die Fahrbahndecken und die Ampeln zu erneuern, sondern auch dazu, die Ludwigstraße attraktiver zu gestalten.
Im Bereich des Uni-Vorplatzes wurde die Fahrbahn angehoben und der Belag an das Natursteinpflaster der Umgebung angeglichen. So entsteht ein Platzcharakter, der den Verkehr verlangsamen soll. Die Tempo-30 Regelung auf der gesamten Länge der Ludwigstraße wird den Anwohnerinnen und Anwohnern ruhigere Tage und vor allem Nächte bescheren. Neben der generellen, auch die Verkehrssicherheit erhöhenden Tempo-30-Regelung wurden für Radfahrende an den Kreuzungen Vorbeifahr- und Aufstellstreifen eingerichtet und teilweise eine indirekte Linksabbiegemöglichkeit geschaffen.
Für den Nahverkehr wurden die Bushaltestellen „Uni-Hauptgebäude“ barrierefrei ausgebaut. Die Abfahrtsposition Richtung Berliner Platz wurde dabei vom Vorplatz der Universität vor die Einmündung der Goethestraße verlegt. Das „Uni-Hauptgebäude“ wird ab 19. August von den Regionalbuslinien 378 bzw. 379 sowie von der Linie 11 angefahren, die damit wieder auf ihren gewohnten Linienweg über die Ludwigstraße zurückkehren. Die bisherige Nachtbushaltestelle „Riegelpfad“ unter der Bahnbrücke wurde ebenfalls barrierefrei gestaltet. Sie wird nun nicht nur von der Nachtbuslinie „Saturn“, sondern zusätzlich auch von der Linie 11 auf dem Weg zum Berliner Platz bedient und erschließt damit das Gebiet nördlich und südlich des Bahndamms. Die neue Abfahrtsposition auf der gegenüberliegenden Seite wird allerdings erst mit der Umsetzung der ersten Stufe des Nahverkehrsplans angefahren.
Unmittelbar neben der neuen Bushaltestelle gibt es nun eine weitere Fußgängerquerung, die natürlich ebenso wie alle anderen Kreuzungen barrierefrei für Mobilitätseingeschränkte gestaltet wurde. Sowohl an der Kreuzung mit der Bleichstraße als auch mit der Bismarckstraße wurden die bislang fehlenden, ampelgestützten vierten Querungen eingerichtet. Zwei neue Bäume zwischen Alicenstraße und Bahnbrücke sollen Schatten spenden und das Stadtklima verbessern.
OB Becher dankte den betroffenen Betrieben und insbesondere den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihre Geduld während der langen Bauzeit. Es wurde versucht, für notwendige Einschränkungen praktikable Lösungen zu finden. So konnten beispielsweise Anlieger, deren Grundstücke nicht erreichbar waren, kostenlos die Rathaustiefgarage oder umliegende Anwohnerparkzonen nutzen. Auch das beteiligte Bauunternehmen Faber & Schnepp zeichnete sich hier durch gute Kommunikation und kooperative Zusammenarbeit aus.
Durch die Koordination und Zusammenlegung verschiedener Gewerke konnten Synergien genutzt und vermieden werden, jahrelang immer wieder neu zu bauen. Insgesamt haben die Beteiligten 4,64 Mio € investiert. Der größte Teil entfiel dabei auf den Straßenbau mit ca. 2,2 Mio. € und den Kanalbau mit 1,5 Mio. €. Der Gasleitungsbau kostete ca. 500.000 €, die Erweiterung des städtischen Datennetzes 260.000 € und die Erneuerung der Ampeln 180.000 €.