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24.10.2025

Digital im Theaterfundus stöbern: Stadttheater Gießen und Artes Mobiles machen Theaterfundus für alle erlebbar

Das Stadttheater Gießen präsentiert mit „LiebDing“ ein außergewöhnliches Online-Kunstprojekt, das im Rahmen der Premiere des Musicals „The Addams Family“ am 1. November 2025 erstmals vorgestellt wird. Besucherinnen und Besucher können mit digitalen Fundus-Objekten chatten, die mittels KI zum Leben erweckt werden – humorvoll, poetisch und nachdenklich zugleich. Das Projekt verbindet Nachhaltigkeit, Technologie und Kunst auf innovative, humorvolle und spielerische Weise. Auf die Installation und den Online-Launch jetzt folgt am 4. und 5. Juni 2026 die Live-Performance „Versuch über die nachhaltige Ordnung merkwürdiger Dinge“ als Rücküberführung des digitalen Projekts in die Theaterräume hinter der Bühne.

„Es ist etwas sehr Besonderes, in den Kulturförderprojekten der Bundeskulturstiftung eine Anschlussförderung zu erhalten“, betont Stadttheaterintendantin Simone Sterr. „Deshalb sehen wir es als große Chance, dass wir mit ‚LiebDing‘ anknüpfen können an die Erfahrungen, die wir in der Spielzeit 23/24 rund um die Produktion ‚Fifty Degrees of Now‘ gesammelt haben. Hier war es dank der Förderung im Fonds Zero möglich, eine komplette Produktion im Großen Haus auf ihre Klimaneutralität zu prüfen und zu hinterfragen. Die Arbeit hat unser Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit und den Umgang mit Ressourcen geschärft und geschult. Es ist eine logische Konsequenz, dass wir die gesammelten Erfahrungen in die tägliche Theaterarbeit einfließen lassen wollen.“

Besonders die Arbeit mit vorhanden Material aus dem Fundus für Bühnen- und Kostümbilder ist ein zentraler Aspekt, um im Sinne der Nachhaltigkeit und Schonung von Ressourcen zu  arbeiten.  Dass Objekte aus dem Fundus digitalisiert und so auffindbar gemacht werden, ist dafür  von  zentraler Bedeutung.

„‘LiebDing‘ verbindet die digitale Erfassung von Fundusbeständen mit einem künstlerischen Projekt.“ bringt es Projektleiter Patrick Schimanski auf den Punkt. „Gleichzeitig ist es eine Einladung an die Menschen, mit den Dingen aus dem Theaterleben zu kommunizieren. Im Zuge der nachhaltigen Digitalisierung des Theaterfundus im Stadttheater Gießen entstand die Idee, den Objekten eine Stimme zu geben. Alte Möbel und Requisiten werden durch KI-generierte Dialoge zum Leben erweckt und erzählen von ihren glorreichen Bühnenmomenten, von Staub, Glanz und Vergänglichkeit.“

In Koproduktion mit der Performancegruppe Artes Mobiles und gefördert im Programm Zero – Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte der Kulturstiftung des Bundes. wird aus der zunächst rein technisch anmutenden Aufgabe der Bestandserfassung ein lebendiges Kunstprojekt. Zur Premiere des Musicals „Die Addams Family“ können Besucherinnen und Besucher mit den Dingen in Kontakt treten – im Foyer wird eine einladende, sehr gemütliche Installation geschaffen, die den Zugang über ein vorhandenes Tablet oder über das eigene Endgerät ermöglicht.

„LiebDing“ verbindet Humor mit Reflexion, Technologie mit Emotion und Nachhaltigkeit mit Ästhetik. Es zeigt, wie Digitalität und Ökologie gemeinsam neue Formen des Theaters erschließen können. Mit „LiebDing“ wollen wir zeigen, dass Digitalisierung kein rein technischer Prozess ist, sondern ein kultureller. Indem wir die Dinge sprechen lassen, entsteht ein Dialog  über  Erinnerung,  Wertschätzung und Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft. Upcycling – im materiellen, wie auch digitalen Sinn. Uns interessiert das Spannungsfeld zwischen Menschen, Objekten und Technologie. „LiebDing“ ist ein poetischer Versuch, neue Verbindungen zwischen „analogen“ Erinnerungen und digitalen Ausdrucksformen zu schaffen.

Quelle: Stadttheater Gießen

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