Deutschlands erster Entsiegelungs-Wettbewerb kommt nach Gießen
Vom 21. März bis 31. Oktober findet der erste bundesweite Entsiegelungswettbewerb in Deutschland statt. Der Wettbewerb hat seinen Ursprung in den Niederlanden, wo unter dem Begriff „Tegelwippen“ im Jahr 2020 Menschen in Amsterdam und Rotterdam begonnen haben, um die Wette zu entsiegeln. Unter dem Stichwort „Abpflastern“ wurde nun von Studierenden der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz der Wettbewerb in Deutschland organisiert, bei dem Teilnehmende in freundschaftlichem Wettstreit Flächen entsiegeln. Mitmachen kann jeder, ob Verein, Schule, Privatperson, Verwaltung oder Unternehmen. Jeder Quadratmeter zählt, denn versiegelte Flächen aus Pflastersteinen, Asphalt und Beton verschärfen Überhitzung, sind ein Problem für das Wassermanagement und Naturschutz - verringern also langfristig die Lebensqualität auf unserem Planeten.
Nach Gießen gebracht hat den Wettbewerb das Haus der Nachhaltigkeit e. V., das in den vergangenen Wochen Strukturen zur Teilnahme aufgebaut und Mitwirkende organisiert hat. Informationen zum Ablauf in Gießen unter und www.hdn-giessen.de/abpflastern.
Die Stadt Gießen unterstützt den Wettbewerb und steht ebenso als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
„Besonders in hoch versiegelten Innenstadtbereichen machen sich die Auswirkungen von Hitze oder Starkregen bemerkbar. Die Innenstädte heizen sich im Sommer deutlich stärker auf als das Umland und bei Starkregenereignissen kann es durch eine Überlastung der Kanalisation zu Überflutungen kommen. Immer mehr Städte versuchen deshalb das „Schwammstadt“-Prinzip umzusetzen, das zum Ziel hat, Niederschlagswasser zurückzuhalten und zu speichern, statt direkt über die Kanalisation abzuleiten. Hierbei ist jeder gefragt und schon kleine Flächen, die entsiegelt werden, zählen.“ so Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich.
Zum Auftakt des Wettbewerbs findet am kommenden Freitag, den 28. März um 19 Uhr in der „anschlussverwendung“ in der Grünberger Straße 22 die erste von zwei Veranstaltungen zum Thema statt. Wulf Hahn wird zum Thema Flächenkonkurrenz in der Landwirtschaft referieren, bevor Nina Pröpster vom Haus der Nachhaltigkeit e. V. mehr über den Entsiegelungswettbewerb in Gießen erläutert. Die zweite Veranstaltung findet eine Woche später, am 4. April, ebenfalls um 19 Uhr, in der „anschlussverwendung“ statt. Hier wird der Landschaftsarchitekt Ule Ruhland auf das Thema „Schwammstadt“ eingehen und erläutern, warum insbesondere für Innenstädte die Thematik Starkregen relevant ist und welche Rolle Entsiegelung dabei spielt. Ergänzt wird der Vortrag durch Nikole Mik, die ihre Bachelorarbeit zum Thema blau-grüne Infrastruktur geschrieben hat.
Im weiteren Verlauf des Wettbewerbs wird es zudem „Abpflaster-Feste“ geben, bei dem an drei Wochenenden gemeinsam eine Fläche entsiegelt und begrünt wird. Dazu gibt’s gute Musik, Getränke und Suppe. Die Termine werden noch bekanntgegeben.
Mehr Information zum Ablauf des Wettbewerbs und das Online-Portal der Hochschule zum Eintragen der entsiegelten Flächen unter: www.abpflastern.de. Wer seine entsiegelte Fläche für Gießen darüber hinaus sichtbar werden lassen möchte, kann diese in eine interaktive Karte unter Klimaanpassung eintragen.
Ideen, Anregungen und Fragen zum Wettbewerb können an das Umweltamt unter umweltamt@giessen.de und an das Haus der Nachhaltigkeit unter info@hdn-giessen.de gerichtet werden.
Viele nützliche Infos und Tipps rund um das Thema unter Klimaanpassung.