Arbeiten am Alten Steinbacher Weg fünf Monate früher als geplant abgeschlossen
Freie Fahrt: Der Alte Steinbacher Weg ist wieder für den Verkehr freigegeben. Nach rund acht Monaten Bauzeit und damit rund fünf Monate früher als ursprünglich vorgesehen kann die Straße seit Montag, 16. Dezember 2025, wieder genutzt werden. Ursprünglich war lediglich eine Sanierung der Gehwege geplant. Im Verlauf der Arbeiten zeigte sich jedoch schnell: Die Maßnahme musste größer gedacht werden. „Wir haben die Gelegenheit genutzt und den Alten Steinbacher Weg grundlegend neu geplant, von der unterirdischen Infrastruktur bis zur Oberfläche. Dass wir dieses komplexe Projekt deutlich früher abschließen konnten, ist eine wirklich gute Nachricht“, freut sich Bürgermeister und Verkehrsdezernent Alexander Wright.
Im Zuge der Maßnahme wurden sämtliche Leitungen erneuert: Kanalisation, Trinkwasser – darunter eine der größten Wasserleitungen der Stadt –, Gas, Strom sowie Fernwärme. Insgesamt verlegten die Stadtwerke Gießen unter anderem rund 500 Meter Fernwärme-, 200 Meter Gas- und 700 Meter Wasserleitungen. Auch Schmutz- und Regenwasserkanäle wurden vollständig erneuert. Über der Erde entstand ein komplett neuer Straßenraum: 1.800 Quadratmeter Fahrbahn, 1.300 Quadratmeter Gehwege, 400 Quadratmeter Bushaltestellenflächen und 600 Quadratmeter Grünflächen auf einer Gesamtfläche von rund 4.100 Quadratmetern. Die Baukosten belaufen sich auf rund 2,85 Millionen Euro. Auch die Danziger Straße wurde im Zuge der Arbeiten auf einer Fläche von 850 Quadratmetern erneuert und es fanden zusätzliche Leitungsarbeiten statt, wie zum Beispiel die Erneuerung von Glasfaserkabeln der Universität.
Ein besonderer Fokus lag auf der Sicherheit und Barrierefreiheit. Die Bushaltestellen wurden barrierefrei ausgebaut und mit taktilen Leitelementen für sehbehinderte Menschen ausgestattet. Unübersichtliche Haltebuchten, die bislang Verkehrsrisiken darstellten, sind nun deutlich sicherer gestaltet. Die Durchbindung der Bordsteine sorgt dafür, dass Fußgängerinnen und Fußgänger künftig immer Vorrang haben. „Der Alte Steinbacher Weg ist jetzt auf die Bedürfnisse moderner Mobilität ausgelegt und übersichtlicher, barrierefreier und sicherer“, sagt Wright. Dass das Projekt schneller als geplant abgeschlossen werden konnte, ist auch der reibungslosen Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verdanken. Die Bauausführung übernahm die Firma Eurovia, die zeitweise zusätzliches Personal einsetzte. Die Planung erfolgte vollständig durch das Tiefbauamt der Stadt Gießen. Gerade im Umfeld der Schulen habe man die Schulwege und den Schulbusverkehr während der Bauzeit eng abgestimmt. Schulleitungen, Anwohnende und Bauleitung hätten dabei sehr kooperativ zusammengearbeitet. „So viele unterschiedliche Gewerke, Anforderungen und Beteiligte unter einen Hut zu bringen, ist keine Selbstverständlichkeit“, betont Robert Pelich vom Tiefbauamt. „Umso mehr danken wir allen Beteiligten, von den Planerinnen und Planern über die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter bis hin zu den Anwohnerinnen und Anwohnern.“
Das Gartenamt pflanzt in den kommenden Wochen noch 18 neue, besonders widerstandsfähige Bäume. Zwar standen dort vorher 22 Bäume, bei den Neupflanzungen wird es sich aber um deutlich größere und stärkere Bäume handeln, die dank ihres weiten Wurzelraumes auch trockene Sommer gut überstehen können.
Die Bushaltestellen stehen ab sofort wieder zur Verfügung. Der reguläre Busbetrieb startet zum 1. Januar 2026 mit dem geplanten Fahrplanwechsel der Stadtbusse, unter anderem mit der neuen Linie 12. Bis dahin gilt noch der bisherige Baustellenfahrplan.
Im unteren Bereich des Alten Steinbacher Wegs erneuern die Stadtwerke Gießen ab März noch Fernwärmeleitungen. Dafür wird es eine Vollsperrung geben, allerdings in deutlich geringerem Umfang als bei der nun abgeschlossenen Maßnahme.