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04.08.2026

»Orte verändern sich, die Kraft von Ideen ist unvergänglich«

Kurzfilm von Csongor Dobrotka am 7. August im Kinocenter Gießen

Am Freitag, 7. August, Wilhelm Liebknechts Todestag, ist im Kinocenter Gießen, Bahnhofstraße 34, der Kurzfilm des Gießener Filmemachers Csongor Dobrotka über Wilhelm Liebknecht als Vorfilm zu den Abendvorstellungen zu sehen. Das Screening gehört zum Programm des Wilhelm-Liebknecht-Jahrs, mit dem die Stadt den 200. Geburtstag von Liebknecht, der am 29. März 1826 in Gießen geboren wurde, feiert.

Martin Otto, Betriebsleiter des Kinocenters, hat den Kurzfilm ins Programm genommen, weil es ihm wichtig ist, "Filme unterschiedlichster Art zu zeigen, die es dem Publikum ermöglichen, über den Tellerrand zu blicken“. Im Abendprogramm laufen am 7. August im Kinocenter um 20:00 Uhr „The Odyssey“ (Regie: Christopher Nolan, engl. Originalfassung mit dt. Untertiteln), um 20:30 Uhr „Der Klang der Stradivari“ (Regie: Grégory Magne, dt. Fassung), 20.45 Uhr „The Invite“ (Regie: Olivia Wilde, dt. Fassung), 21:00 Uhr, „Bitteres Fest“ (Regie: Pedro Almódovar, dt. Fassung).

Csongor Dobrotkas Film steht unter www.liebknecht200.de auch zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die Besucher:innen der Website sind eingeladen, den Kurzfilm frei weiterzuverwenden; ob privat oder an öffentlichen Orten, als Teil von Ausstellungen oder als Einstieg in einen Vortrag.

Begleitet von emotionaler Musik*, die den Rhythmus der Bilder bestimmt, strukturieren die Themen, die im Fokus des Wilhelm-Liebknecht-Jahrs stehen, Bildung, Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie, den rund fünfeinhalbminütigen Kurzfilm. Für jedes Thema hat Dobrotka einen anderen Schauplatz gewählt, zum Thema Bildung sind unter anderem Bilder vom Modell des alten Gießens im „Museum für Gießen“ und vom Pädagog, wo Wilhelm Liebknecht zur Schule ging, zu sehen. Für den Begriff „Frieden“ fand Dobrotka Bilder im Leipziger Liebknechthaus und im Stadtgeschichtlichen Museum; das Thema „soziale Gerechtigkeit“ illustrieren Bilder aus dem Gothaer Tivoli, wo 1875 die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands gegründet wurde. Aus Berlin sind zum Thema Demokratie Bilder vom Reichstag und von der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, wo sich auch das Grabmal Wilhelm Liebknechts befindet, zu sehen. Für den rhythmischen Filmschnitt war Beate Bambauer zuständig.

Die zentrale Botschaft des Kurzfilms, „Orte verändern sich, die Kraft von Ideen ist unvergänglich“, betont, dass Liebknechts Ideen bis heute zentrale gesellschaftliche Impulse geben, denn Bildungsgleichheit und Frieden in Europa sind bis heute nicht erreicht, soziale Gegensätze vertiefen sich und antidemokratische Kräfte haben europa- und weltweit an Macht gewonnen. „Wenn man sich mit Wilhelm Liebknecht beschäftigt und eine Brücke ins Heute schlägt, merkt man, wie sehr seine Gedanken nachwirken“, sagt Csongor Dobrotka. Als den zentralen Begriff für unsere Gegenwart würde Dobrotka „Frieden“ wählen: „Frieden entsteht, wenn man Frieden vorbereitet“, sagt er.
Im Jahr 1900 fragte Wilhelm Liebknecht im Reichstag: „Wozu diese gewaltigen Rüstungen? Welche Nation bedroht uns?“ Und 1871 formulierte er: „Vaterland in Eurem Sinne ist uns ein überwundener
Standpunkt, ein reaktionärer, kulturfeindlicher Begriff; die Menschheit lässt sich nicht in nationale Grenzen einsperren; unsere Heimat ist die Welt“. Diese Sätze sind bis heute hochaktuell.

Wilhelm Liebknecht (1826 bis 1900) war einer der Gründerväter der deutschen Sozialdemokratie, ihren prominenten Sohn feiert die mittelhessische Stadt an der Lahn bis Ende des Jahres mit Veranstaltungen, die seine zentralen Themen zu Bildung, Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Demokratie auf unterschiedliche Weise beleuchten.

Den Auftakt gab am 29. März 2026 die Geburtstagsfeier „Wilhelm Liebknecht zum 200. – ein Geburtstag, viele Stimmen“, unter anderem mit einer Rede von Martin Schulz, dem Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung. Es folgte der Hessische Bibliothekstag am 11. Mai. Vom 16. bis zum 20. Juni war das Gießener Kollektiv gärtnerpflichten auf dem Kirchenplatz mit der Performance „Liebknecht. Ein Auszug“ präsent. Am 23. und 24. Oktober lädt die Stadt zur zentralen Veranstaltung des Jubiläumsjahrs ein: Der Festigress: Ars Democratica wird mit Performances, Gesprächsformaten, Workshops, Orten zum Verweilen und Aktionen – im Stadtraum und im Digitalen – politische Bildung gemeinsam erfahrbar machen. Als Festival und Kongress verbindet die Ars Democratica künstlerisches Erleben mit gesellschaftlichem Diskurs.

Ebenfalls zum Programm des Wilhelm-Liebknecht-Jahrs gehört die am 29. Mai eröffnete Ausstellung »Von Barrikaden und Parlamenten - Wilhelm Liebknechts Ideen für die Demokratie«, die bis zum 31. Januar 2027 im Museum für Gießen zu sehen ist.

Mehr unter www.liebknecht200.de, Kontakt Csongor Dobrotka: 0170 2239753.


* Musikstück 1: El Espejo Del Cielo (Instrumental) / No Mindless Scroll, Musikstück 2: Within A Moment (Instrumental) / Petteri Sainio, Musikstück 3: We Fight at Dawn / Austin Ray

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