Bitternis
Lesung und Gespräch mit der polnischen Autorin Joanna Bator
18.06.2026
19:00 bis 20:30 Uhr
Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34, 35390 Gießen
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich
Einführung: Hans Jürgen Bömelburg (JLU)
Moderation: Diana Hitzke (LZG)
Übersetzung: Laura Loew (JLU)
Lesung: Stina Jähngen
Kalina Serce, jüngster Spross einer Frauendynastie, Erforscherin einer düsteren Familiengeschichte, betritt eine Villa, die lange Zeit unbewohnt war. Sie tastet nach dem Ebonit-Schalter aus der Vorkriegszeit, um Licht zu machen. Mit diesem Haus im schlesischen Langwaltersdorf hat es seine eigene Bewandtnis. Hier traf sich Kalinas Urgroßmutter Berta mit ihrem Geliebten und träumte von einer Flucht mit ihm nach Prag, die der Vater verhinderte. Bertas Hass auf ihn wird so groß, dass sie zu einer ungeheuren Tat schreitet. Joanna Bators Roman erzählt von weiblichen Lebensentwürfen und davon, wie sie scheitern. Im drängenden Ton entfaltet sich das Drama der zornigen Frauen, die ihr Geheimnis durch die Generationen weitergegeben haben. Krieg, Gewalt und Unglück haben die Angst und Bitternis hervorgebracht, aus deren Bannkreis erst die Jüngste, Kalina, heraustritt, indem sie davon erzählt. Mit Entschlossenheit fordert sie das Glück ein, das den Frauen ihrer Familie versagt war.
Joanna Bator (*1968 in Wabrzych) publizierte in wichtigen polnischen Zeitungen und Zeitschriften und arbeitete bis 2011 als Hochschuldozentin. Seither konzentriert sie sich ganz auf ihre schriftstellerische Tätigkeit. Seit der deutschen Übersetzung ihres Romans »Sandberg« durch Esther Kinsky gilt Bator als eine der wichtigsten neuen Stimmen der europäischen Literatur. Für »Dunkel, fast Nacht« wurde sie mit dem »NIKE«, dem wichtigsten Literaturpreis Polens, ausgezeichnet, »Bitternis« war 2024 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
In Kooperation mit den Instituten für Osteuropäische Geschichte und Slavistik sowie mit freundlicher Unterstützung der Justus-Liebig-Universität Gießen