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Zum letzten Mal: Prinz Friedrich von Homburg

Schauspiel von Heinrich von Kleist

Datum:

06.04.2026

Uhrzeit:

18:00 Uhr

Ort:

Stadttheater Gießen

Südanlage 1
35390 Gießen

0641 7957-0
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Preis:

8,00 €
(ab)

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Zwischen Traum und Wachen, zwischen Pflichterfüllung und eigenen Wünschen, zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und individuellen Bedürfnissen – Prinz Friedrich von Homburg findet seinen Platz nicht. Dabei zeigt Kleists Erzählung ihr tragikomisches Potential im übersteigerten Bestreben danach, funktionieren zu müssen. „Prinz Friedrich von Homburg“ von Heinrich von Kleist feiert in der Regie von Anaїs Durand-Mauptit Premiere im Großen Haus und eröffnet so als erste Schauspielpremiere die neue Spielzeit 2025/2026 am Stadttheater Gießen.

Um was geht’s?

Während am preußischem Hofe Härte und Geradlinigkeit gefordert sind, zeichnet sich Prinz Friedrich von Homburg durch Träumerei und Verwirrtheit aus. In der Schlacht von Fehrbellin erteilt der Prinz entgegen der Anweisung seines Kurfürsten den Befehl zum Angriff. Er erzielt, praktisch versehentlich, einen klaren Sieg über die gegnerischen Truppen. Diese Tatsache kann den Kurfürsten nicht über die begangene Befehlsverweigerung hinwegtrösten, woraufhin der Prinz die Todesstrafe erhält. Dieser fügt sich schließlich, fleht voll Todesfurcht um sein Leben – und erlangt schließlich die Begnadigung.

1809/10 als letztes seiner Dramen verfasst, verhandelte Heinrich von Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ die Frage nach Hörigkeit und Recht in Kriegszeiten, Linientreue und radikaler Emotionalisierung vaterländischer Zuneigung. Mit jenem unverhohlenen Patriotismus offenbart Kleists Erzählung heute – trotz, oder gerade wegen seines Militär-Chauvinismus – sein tragikomisches Potenzial. Und so die Möglichkeit, jene Obrigkeitshörigkeit in Männerbünden als zu verlachendes Material freizulegen.

Regisseurin Anaїs Durand-Mauptit ist dem Gießener Publikum bereits durch ihre Arbeiten „Mädchenschule“ und „Einsame Menschen“ bekannt. Wiederrum begibt sie sich einfühlsam auf die Suche nach sinnliche und emotionalen Bildern für die innere Zerrissenheit der Figuren. Aber sie interessiert sich auch für den satirischen Aspekt in der Überzeichnung von unverhohlener Obrigkeitshörigkeit.

Für die Ausstattung zeichnet Hilke Fomferra verantwortlich und setzt ihre enge Zusammenarbeit mit Durand-Mauptit weiter fort. Die Musik, komponiert und arrangiert von Dominik Tremel, verwebt sich mit Kleists Versen und Rhythmen.

Regie Anaїs Durand-Mauptit
Bühne & Kostüme Hilke Fomferra
Licht Kevin Weidlich
Musik Dominik Tremel
Dramaturgie Lena Plumpe

mit Germaine Sollberger, Zelal Kapçık, Carolin Weber, Max Koltai, Nils Eric Müller, Ali Aykar

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