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Gießener Schlammbeiser - Skulptur

Standort: Zwischen Marktplatz und Kirchenplatz | Standort in der Karte
Stadtteil/Bezirk: Innenstadt, Zentrum
Künstler: Hans-Ulrich Ehrhardt, Gießen
Material: Bronzeguss, Buderus Hirzenhain
Entstehung: 2005, Initiative Axel Pfeffer
Aufstellung: 17.11.2005
Eigentümer: Stadt Gießen

Beschreibung: Im Übergang zwischen Marktplatz und Kirchenplatz steht auf einem flachen Sockel die lebensgroße Bronzefigur des Gießener Schlammbeisers. Initiator war Schlossermeister Axel Pfeffer, der über Jahre während der Gießener Fassenacht in Gestalt dieser Gießener Identifikationsfigur auftrat und der Stadtpolitik die Leviten las. Er sammelte das Geld dafür bei etwa 30 Auftritten innerhalb eines Jahres. Die Vorlage für den Guss schuf der Gießener Steinmetzmeister Hans-Ulrich Ehrhardt nach dem historischen Foto des letzten aktiven Schlammbeißers, also in Arbeitskleidung mit Stiefeln und Batschkapp, in den Händen die Werkzeuge Eisenhaken und Eimer.
Maße: Höhe 2 m, Gewicht 2 t, Kosten 42.000 €.
Der Schlammbeiser gehört zu den Skulpturen, die beim Theaterjubiläum 2007 verlebendigt wurden (ebenso Goldener Engel u. Brunnen-Gärtnerin).

Zum Schlammbeiser: Der Hintergrund für die Bezeichnung der Gießener als Schlammbeißer wird in der historischen Ableitung so erklärt: der Schlamp (schlammiger Unrat) in den offenen Abzugsgräben wurde mit dem Eisenhaken gelockert und geschoben. Die ursprüngliche Schreibweise Schlammbeißer entspricht der hessischen Aussprache, für die Denkmalbenennung entschied man sich für eine Annäherung an die historische Ableitung Schlammbeiser. Allerdings gibt es für den Namen auch eine andere Erklärung: Schlammbeißer sind kleine Fische in Wasserlachen. Und von denen dürfte der morastige Untergrund Gießens so einige geboten haben. Die Bezeichnung ist auch kein Alleinstellungsmerkmal für Gießen wie die online-Suche zeigt.

Künstler-Vita: Hans-Ulrich Ehrhardt (Jg.1946) führt in dritter Generation den 1910 gegründeten Gießener Steinmetzbetrieb an der Friedhofsallee. Auf den Gießener Friedhöfen tragen viele Grabmale diese Signatur. Zu seinen Aufgaben zählen das Bearbeiten und Versetzen von Grabsteinen sowie denkmalpflegerische Maßnahmen. Als junger Steinmetz beteiligte er sich am Brunnenwettbewerb für den Kreuzplatz (siehe Kugelbrunnen).

Literaturhinweise:

  • zur Skulptur: zur Enthüllung Gießener Anzeiger u. Allgemeine Zeitung am 19.11.2005
  • zur Symbolfigur: Heinz Minke "Kanalreiniger zum Wahrzeichen Gießens erkoren" in Heimat im Bild (Gießener Anzeiger) Januar 2003; Gießener Allgemeine Zeitung 28.10.2004 "Fisch, Morast und Schimpfwort haben ausgedient".
    Zum 100-jährigen Betriebsjubiläum Ehrhardt in Gießener Anzeiger u. Allgemeine Zeitung

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