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14.11.2022

Großes Programm zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Am 25.11. wird alljährlich darauf aufmerksam gemacht, dass Gewalt gegen Frauen insbesondere durch Partner und Ex-Partner noch immer eine der größten Gefahren für Frauen ist. Auch Gießen beteiligt sich am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen  - daher organisiert das Büro für Frauen und Gleichberechtigung zusammen mit einem breiten Frauenbündnis Gießen rund um den 25. November zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten.

Jedes Jahr werden Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner bedroht, verletzt und ermordet – im Jahr 2020 wurden in Deutschland 139 Frauen ermordet – mehr als jeden dritten Tag ein Mord (für 2021 liegen noch keine statistischen Daten vor) und statistisch versucht jeden Tag ein Mann seine (Ex-)Partnerin umzubringen. Die Dunkelziffer der versuchten Tötungen ist nach Einschätzung von Expert*innen noch sehr viel höher. Ursache der Gewalt ist häufig die Vorstellung, dass die Frau Eigentum des Mannes sei und er über sie bestimmen kann – ein patriarchales Geschlechterrollenverständnis, das in unterschiedlicher Ausprägung bis heute in vielen Beziehungen quer durch alle gesellschaftlichen Schichten und Gruppen existiert.

Aber auch der Hass gegen Frauen im allgemeinen kann tödlich enden.

Viele dieser Verbrechen zeichnen sich schon lange Zeit vorher ab, die Gewalt eskaliert im Laufe der Zeit. Die Mechanismen sind bekannt. In der Istanbul-Konvention, dem Völkervertrag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, der auch von der Bunderegierung ratifiziert wurde, sind viele Präventionsmöglichkeiten definiert – von Hilfs- und Beratungsangeboten bis hin zu Täterarbeit und Anti-Gewalt-Trainings. Es fehlt aber auch an Aufklärung – häufig werden Gewalttaten an Frauen als „Familientragödie“, „Beziehungstat“ o.ä. bagatellisiert, es gibt keine einheitliche statistische Erfassung der Taten bei der Polizei.

Jedes Jahr trägt das Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen ein Programm von vielfältigen Aktionen zusammen. Veranstalterinnen sind die Hilfs- und Unterstützungsinstitutionen aus Stadt und Landkreis Gießen, die Serviceclubs Zonta und Soroptimist, OMAS GEGEN RECHTS, der Bezirksfrauenrat von ver.di, Abteilungen der Universität oder das Forensische Konsil.

Am Rathaus wird am 25.11. eine Fahne gehisst werden, die auf den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam macht, auf den digitalen Stelen im Seltersweg wird für das Programm geworben. Das Programm liegt zusammen mit dem Fieberthermometer der Gewaltspirale, dem „Gewaltometer“ in vielen Geschäften und an weiteren Stellen in der Stadt aus.

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