Der Eulenkopf-Weg
Natur entdecken – direkt vor der Haustür am Eulenkopf
Wie viele Tiere wohnen in einem alten Baumstamm? Und warum summt es auf der Blühwiese so laut? Auf dem Eulenkopf-Weg lässt sich die Natur im eigenen Quartier mit allen Sinnen entdecken. Der Naturerlebnispfad verbindet vier Stationen auf dem Gelände am Eulenkopf.
Jede Station widmet sich einem eigenen Lebensraum und zeigt, wie viel Artenvielfalt mitten in der Stadt zu finden ist:
Blühwiese Artenschutzhaus/Nisthilfe Schattenspendender Baum Totholz
Blühwiese
Eine bunte Wiese mit vielen Blumen. Wie viele Farben kannst Du bei den Blüten sehen? Auf der Wiese leben aber auch viele Tiere. Schau genau hin. Wer kriecht am Boden? Wer krabbelt an den Pflanzen entlang? Wer fliegt über den Pflanzen?
Was ist eine Blühwiese und warum ist sie wichtig?
Eine Blühwiese unterscheidet sich deutlich von einem kurz geschnittenen Rasen. Hier wachsen viele verschiedene Wildblumen und Kräuter, die über das Jahr verteilt blühen und Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. Dazu gehört auch die Glockenblume (Campanula patula), deren violetten Blüten zahlreiche Insekten Nahrung bieten. Einige Wildbienen, wie die Glockenblumen-Scherenbiene, sind auf Glockenblumen spezialisiert. Auch andere Tiere lassen sich auf einer Blühwiese entdecken, zum Beispiel die Hainschnirkelschnecke (Cepaea nemoralis). Man erkennt sie an ihrem gelblichen bis braunen Gehäuse, das häufig dunkle Streifen trägt. Ihr Gehäuse besteht aus Kalk und wächst mit ihr mit. Bei Gefahr zieht sie ihren weichen Körper in ihr Gehäuse zurück. In der Dämmerung und nach Regen ist sie besonders aktiv und raspelt mit ihrer rauen Zunge Pflanzenteile ab.
Blühwiesen sind heute selten geworden, da auf landwirtschaftlich genutzten Flächen die Vielfalt der Wildkräuter stark zurückgegangen ist. Oft wachsen dort nur noch fünf bis sieben verschiedene Pflanzenarten. Eine artenreiche Wildblumenwiese bietet dagegen eine vielfältiges Blütenangebot für Insekten. Bis sich eine frische angelegte Blühwiese vollständig entwickelt hat, braucht es Geduld. Das kann zwei bis vier Jahre dauern. Gemäht wird die Blühwiese meistens nur ein-bis zweimal im Jahr.
Wer lebt auf der Blühwiese?
Insekten erkennt man an ihren sechs Beinen, die in drei Paaren angeordnet sind. Ihr Körper besteht aus drei Abschnitten: Kopf, Brust und Hinterleib. Statt Knochen besitzen sie einen festen Außenpanzer aus Chitin. Viele Insekten haben Flügel und können fliegen. Am Eulenkopf lassen sich verschiedene Insekten beobachten, darunter Schmetterlinge, Käfer und Bienen.In Deutschland leben neben der bekannten Honigbiene mehr als 560 verschiedene Wildbienenarten. Die meisten leben einzeln und bilden keine Staaten. Viele Wildbienen graben ihre Nester in lockeren Boden. Dort legt das Weibchen Eier ab und versorgt die Brut mit Pollen und Nektar. Etwa ein Drittel der heimischen Wildbienenarten ist bei der Nahrungssuche auf bestimmte Pflanzen spezialisiert.
Das Tagpfauenauge (Aglais io) gehört zu den bekanntesten Schmetterlingen Deutschlands. Seine rostroten Flügel tragen auffällige Augenflecken, die Fressfeinde abschrecken sollen. Das Weibchen legt mehrere Hundert Eier auf deren Blattunterseiten ab. Daraus schlüpfen die schwarzen, dornigen Raupen. Die Raupen ernähren sich fast ausschließlich von Brennnesseln. Tagpfauenauge Das Tagpfauenauge kann im Winter manchmal in Schuppen oder auf Dachböden entdeckt werden, denn es überwintert als ausgewachsener Schmetterling.
Du kannst die Infos auch anhören:
- MP3-Datei: MP3, 3.1 MBBeschreibung: Eingesprochen von Kindern vom Eulenkopf in Deutsch.
- MP3-Datei: MP3, 1.8 MBBeschreibung: Eingesprochen von Kindern vom Eulenkopf in Englisch.
Artenschutzhaus/Nisthilfe
Das Artenschutzhaus – ein Haus für viele Tiere. Ein Platz, um die Jungtiere aufzuziehen oder zum Schlafen.
Was ist ein Artenschutzhaus?
Ein Artenschutzhaus bietet vielen Tieren Schutz und Brutmöglichkeiten, vor allem Schwalben und Mauersegler ziehen hier ihre Jungvögel auf. Dafür gibt es schmale Röhren, kleine Vorsprünge und enge Spalten, und jede dieser Nischen hat ihren eigenen Bewohner.
In den schmalen Röhren brütet der Mauersegler (Apus apus). Kaum ein heimischer Vogel verbringt so viel Zeit in der Luft: Er frisst, trinkt und schläft im Flug und landet nur zum Brüten. Früher fand er seine engen, dunklen Nischen vor allem an alten Gebäuden, heute bietet ihm das Artenschutzhaus genau diesen Platz. Im Sommer hört man seinen durchdringenden Ruf hoch über dem Eulenkopf. Im Spätsommer macht er sich dann auf den weiten Weg nach Afrika, wo er auch im Winter genug Insekten findet, und im nächsten Frühjahr kehrt er zurück nach Gießen.
Die kleinen Vorsprünge sind für die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) gedacht. Man erkennt sie an ihrer schwarzblau glänzenden Oberseite und dem strahlend weißen Bauch und Bürzel. Sie ist etwas kleiner und gedrungener als ihre Verwandte, die Rauchschwalbe. Ihr halbkugelförmiges Nest baut sie unter Dachvorsprüngen oder an Fassaden aus bis zu 1.500 Lehmklümpchen und lässt nur oben ein kleines Einschlupfloch frei. Weil moderne Hauswände dafür kaum noch Halt bieten und oft auch der Lehm fehlt, ist sie auf künstliche Nisthilfen angewiesen. Kommt sie im Frühling aus ihrem afrikanischen Winterquartier zurück, findet sie im Artenschutzhaus bereits vorbereitete Nester, die sie gerne annimmt.
In den engen Spalten finden Fledermäuse einen dunklen Rückzugsort für den Tag, so auch die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus). Sie gehört zu den kleinsten heimischen Säugetieren überhaupt. Mit angelegten Flügeln passt sie in eine Streichholzschachtel und wiegt nur so viel wie ein Stück Würfelzucker. In der Natur verkriecht sie sich oft in der Nähe von Menschen, etwa hinter Fensterläden oder Verkleidungen. Die Nischen im Artenschutzhaus ahmen diese Spalten nach, und so hat sie mitten im Eulenkopf einen sicheren Schlafplatz. Erst in der Abenddämmerung verlässt sie ihr Versteck und jagt Insekten wie Mücken. Dabei orientiert sie sich mit Rufen, die wir Menschen nicht hören können, dem sogenannten „Ultraschall“.
Doch warum ist so ein Artenschutzhaus überhaupt wichtig? Mauersegler, Mehlschwalbe und Zwergfledermaus haben alle dasselbe Problem: In Städten finden viele Tierarten immer seltener natürliche Nistplätze. Alte Mauerritzen werden bei Reparaturen verschlossen, Dachböden und Spalten unter Ziegeln abgedichtet und hohle Bäume gefällt. Dadurch gehen wichtige Lebensräume verloren. Ein Artenschutzhaus bietet Vögeln und Fledermäusen deshalb einen geschützten Ort, an dem sie ihre Jungen aufziehen oder sich tagsüber ausruhen können.
Weitere Gäste rund um den Eulenkopf
Die Ringeltaube (Columba palumbus)
Die Ringeltaube ist die größte heimische Taubenart und trägt einen auffälligen weißen Fleck am Hals. Im Flug zeigt sie zusätzlich helle Streifen auf den Flügeln, an denen du sie gut von anderen Tauben unterscheiden kannst. Ihr Nest baut die Ringeltaube meist in einem Baum, aus locker geschichteten dünnen Zweigen, flach wie ein Teller. Meist liegen darin zwei weiße Eier. Nach dem Schlüpfen füttern beide Eltern die Jungvögel zunächst mit einer nährstoffreichen Flüssigkeit, die sie in ihrem Körper bilden können. Später werden Samen und Knospen verfüttert.
Die Amsel (Turdus merula)
Die Amsel gehört zu den bekanntesten Gartenvögeln überhaupt. Das Männchen ist glänzend schwarz gefärbt und hat einen auffälligen gelben Schnabel. Das Weibchen ist dagegen eher unscheinbar dunkelbraun gefärbt. Auf der Suche nach Futter durchstreift die Amsel Rasenflächen und Beete und zieht dabei geschickt Regenwürmer aus der lockeren Erde. Auch Insekten, Schnecken und im Herbst Beeren stehen auf ihrem Speiseplan. Schon früh am Morgen ist von März bis Juli ihr melodischer Gesang von Dächern und Baumwipfeln zu hören.
Du kannst die Infos auch anhören:
- MP3-Datei: MP3, 3.7 MBBeschreibung: Eingesprochen von Kindern vom Eulenkopf in Deutsch.
- MP3-Datei: MP3, 1.9 MBBeschreibung: Eingesprochen von Kindern vom Eulenkopf in Englisch.
Schattenspendender Baum
Ein großer Baum. Der Baum auf der Tafel ist eine Linde. Manche Linden werden über 500 Jahre alt. Unter der Linde ist es angenehm kühl. Die Blätter spenden Schatten. Der Baum gibt auch Feuchtigkeit an die Luft ab. So kühlt er die Umgebung zusätzlich ab. Hier können Kinder spielen und sich ausruhen.
Ist ein Baum wichtig?
Ein einzelner großer Baum ist weit mehr als ein Stück Holz mit grünen Blättern. Er bietet Vögeln Nistplätze, Insekten Nahrung, kleinen Säugetieren, wie Mäusen, Schutz und Menschen wohltuenden Schatten im Sommer. Besonders gut lässt sich das an der Linde beobachten, einer Baumart, die in unserer Region häufig zu finden ist.
Auch das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ist ein Säugetier, das gern in Bäumen wie der Linde unterwegs ist. Dort findet es Schutz, Nistplätze und Nahrung, ist aber nicht auf einen einzelnen Baum festgelegt, sondern streift durch ein größeres Revier mit vielen Bäumen. Es gehört zu den bekanntesten Baumbewohnern überhaupt. Mit seinem buschigen Schwanz hält es das Gleichgewicht, wenn es scheinbar mühelos über dünne Äste läuft oder von Baum zu Baum springt. Als Einzelgänger baut es sein kugelförmiges Nest, den Kobel, aus Zweigen und polstert es mit Moos, Blättern und Federn. Oft legt es gleich mehrere Kobel an, etwa zum Schlafen oder zur Jungenaufzucht. Im Herbst vergräbt es Nüsse und Samen als Wintervorrat, doch nicht jedes Versteck findet es wieder, und aus den vergessenen Samen können neue Bäume wachsen.
Besonders für Bienen und andere bestäubende Insekten ist die Linde unverzichtbar, denn ihre Blüten liefern reichlich Nahrung. Die Bienen sammeln den Nektar der Lindenblüten und verarbeiten ihn im Bienenstock zu Honig. So entsteht der bekannte Lindenhonig.
Doch nicht nur Tiere schätzen die Linde, auch für uns Menschen hatte sie schon immer eine besondere Bedeutung. Über Jahrhunderte war die Linde der zentrale Baum vieler Dörfer. Die Menschen kamen unter ihrem Dach aus Blättern zusammen, feierten Feste und besprachen wichtige Angelegenheiten.
Wer lebt am Baum?
Der Grünfink (Chloris chloris)
Mit seinem leuchtend grün-gelben Gefieder ist der Grünfink zwischen den Blättern oft gut getarnt. Sein Nest baut er gut versteckt im dichten Geäst der Baumkrone, meist napfförmig aus Halmen und Reisig, gepolstert mit Moos und Federn. Zur Balzzeit singt das Männchen von den höchsten Zweigen aus. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Samen, Knospen und Früchte, besonders gerne frisst der Grünfink Hagebutten, die Früchte von Garten- und Wildrosen.
Der Grünspecht (Picus viridis)
Der Grünspecht fällt vor allem durch seinen Ruf auf, der an ein lautes menschliches Lachen erinnert. Sein grünes Gefieder und die rote Kopfkappe machen ihn zusätzlich unverwechselbar. Anders als andere Spechte sucht der Grünspecht sein Futter meist am Boden. Mit seiner bis zu zehn Zentimeter langen, klebrigen Zunge holt er Ameisen aus ihren Bauten, seine Leibspeise. Zum Brüten braucht der Grünspecht alte und dicke Bäume, in die er seine Höhle zimmert.
Die Waldmaus (Apodemus sylvaticus)
An den Wurzeln der Linde lebt häufig die Waldmaus. Sie ist klein und lässt sich an ihrem braungrauen Fell und den dunklen Augen erkennen. Die Waldmaus ist überwiegend in der Dämmerung und der Nacht unterwegs. Zur Nahrung zählen vor allem Samen, Nüsse und Bucheckern, im Frühsommer ergänzt um Insekten und kleine Schnecken. Sie gräbt sich in den Boden einen Bau mit Wohnkammer und eigenem Vorratslager. Dieser ist in etwa einen halben Meter tief. Am Fuß eines alten Baumes findet die Waldmaus alles, was sie braucht: lockeren Boden zum Graben, Wurzeln als Halt für ihren Bau und reichlich Samen in der Umgebung.
Du kannst die Infos auch anhören:
- MP3-Datei: MP3, 5.5 MBBeschreibung: Eingesprochen von Kindern vom Eulenkopf in Deutsch.
- MP3-Datei: MP3, 3.2 MBBeschreibung: Eingesprochen von Kindern vom Eulenkopf in Englisch.
Totholz
Hier sieht man das Holz von einem Baum. Er lebt nicht mehr. Doch in seinem Holz leben viele Tiere, Pflanzen und Pilze. Schau genau auf die Tafel. Was kannst Du dort entdecken?
Was ist Totholz?
Als Totholz bezeichnet man abgestorbene Bäume, Äste, Baumstümpfe und Wurzeln. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein toter Baum noch steht, schon am Boden liegt oder nur einzelne tote Äste hat. Ein Baum stirbt meist nicht von einem Tag auf den anderen: Oft sterben zuerst einzelne Äste ab, bevor irgendwann der ganze Stamm folgt. Danach kann er noch viele Jahre stehen bleiben, bis er umfällt und am Boden weiter zerfällt. Wie schnell das geht, hängt von der Baumart und den Bedingungen vor Ort ab. Eine Buche wird oft schneller abgebaut als eine Eiche, deren Holz besonders hart und widerstandsfähig ist. Auch Feuchtigkeit spielt eine Rolle, denn liegt ein Stamm auf feuchtem Waldboden, zersetzt er sich meist schneller. Auf den ersten Blick wirkt ein abgestorbener Baum vielleicht nutzlos, für den Wald ist er aber ausgesprochen wertvoll. Totholz gehört zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt, denn viele Tiere, Pilze, Moose und Flechten finden hier Nahrung und Schutz. In Deutschland sind etwa 1.400 Käferarten und rund 1.500 Großpilzarten auf totes Holz angewiesen. Dazu kommen zahlreiche andere Insekten, Spinnen, Tausendfüßer, Vögel und Säugetiere, sodass insgesamt ungefähr ein Viertel der Waldarten in irgendeiner Form vom Totholz abhängt.
Zu den Organismen, die Totholz als Lebensraum nutzen, gehören auch Flechten und Moose. Auf der Rinde fallen häufig grünliche oder graue Flecken auf, bei denen es sich oft um Flechten handelt. Sie bestehen aus einem Pilz und einer Alge, die eng zusammenleben: Die Alge produziert durch Fotosynthese Zucker, während der Pilz Wasser, Mineralstoffe und Schutz bereitstellt. Da Flechten nur langsam wachsen, besiedeln sie bevorzugt Baumrinden, Felsen oder alte Mauern. Dem Baum selbst schaden sie dabei nicht, sondern nutzen die Rinde lediglich als Unterlage. Während Flechten vor allem auf der Oberfläche wachsen, besiedeln Moose besonders gerne feuchtes Totholz. Sie besitzen keine echten Wurzeln und nehmen Wasser sowie Nährstoffe direkt über ihre Oberfläche auf. Dadurch können sie große Mengen an Feuchtigkeit speichern und halten so das Holz lange feucht. So schaffen sie günstige Bedingungen für Pilze, Insekten und viele weitere kleine Waldbewohner. In ihren dichten Polstern finden außerdem vor zahlreichen Kleinstlebewesen Schutz und Nahrung.
Besonders deutlich lässt sich die Besiedlung von Totholz jedoch an Insekten und Pilzen beobachten. Zu den ersten Besiedlern gehört oft der Borkenkäfer (Unterfamilie Scolytinae). Viele kennen ihn von abgestorbenen Fichtenwäldern, doch das liegt nur an wenigen Arten wie dem Buchdrucker (Ips typographus) und dem Kupferstecher (Pityogenes chalcographus).
Die meisten der rund 110 heimischen Borkenkäferarten richten keine größeren Schäden an. Die Käfer bohren sich durch die Rinde und legen darunter kleine Gänge an, in denen die Weibchen ihre Eier ablegen. Die geschlüpften Larven fressen weitere Gänge und hinterlassen dabei ihre typischen Fraßbilder. Diese Gänge sind jedoch nicht nur Spuren der Käfer, sondern auch wichtige Wegbereiter für weitere Holzbesiedler. Sie erleichtern es Pilzen in das Holz hineinzuwachsen und es abzubauen. Besonders gut lässt sich dieser Prozess am Zunderschwamm (Fomes fomentarius) erkennen, der als hartes, stufenförmiges Gebilde am Baumstamm wächst und eine Breite von bis zu 30 Zentimetern erreichen kann. Während der sichtbare Pilz am Stamm über viele Jahre erhalten bleibt, breitet sich der eigentliche Pilz im Inneren des Holzes aus. Dort durchziehen sogenannte Pilzfäden das Holz und zersetzen es.
Weitere Tiere des Totholzes
Der Schwarze Schnurfüßer (Tachypodoiulus niger)
Der Schwarze Schnurfüßer ist ein Tausendfüßler mit bis zu 56 Körperringen. Sein dunkel gefärbter Körper kann zwei bis fünf Zentimeter lang werden. Tagsüber versteckt er sich unter Rinde, Laub oder Steinen. Nachts geht er auf Nahrungssuche. Er ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenteilen und trägt so zur Zersetzung von Totholz bei. Der Schwarze Schnurfüßer ist in weiten Teilen Deutschlands verbreitet und gehört zu den wichtigen Helfern im Wald. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 24 Millimetern pro Sekunde, das entspricht rund 86 Metern pro Stunde, gilt er zudem als der schnellste heimische Doppelfüßer.
Der scharlachrote Plattkäfer (Cucujus cinnaberinus)
Der Scharlachrote Plattkäfer verdankt seinen Namen seiner leuchtend roten Farbe. Mit einer Körperlänge von etwa 11 bis 15 Millimetern ist er ein eher kleiner Käfer. Sein auffallend flacher Körper ermöglicht es ihm, sich unter lockerer Baumrinde zu verstecken. Dort lebt er räuberisch und ernährt sich von anderen kleinen Insekten. Besonders häufig findet man ihn an älteren Totholzstämmen von Laubbäumen. Der seltene Käfer ist auf ausreichend starkes und mehrere Jahre altes Totholz angewiesen und gilt daher als wichtige Zeigerart für naturnahe Wälder.
Du kannst die Infos auch anhören:
- MP3-Datei: MP3, 5.4 MBBeschreibung: Eingesprochen von Kindern vom Eulenkopf in Deutsch.
- MP3-Datei: MP3, 2.7 MBBeschreibung: Eingesprochen von Kindern vom Eulenkopf in Englisch.
Hintergrund
Die von Hand gemalten Illustrationen von Hannah Büchele laden zum genauen Hinschauen ein: Was auf den Tafeln zu sehen ist, lässt sich gleich daneben in der Natur wiederfinden. Die kindgerechten Texte hat das Institut für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität Gießen entwickelt. Sie sind auch in mehreren Sprachen zum Anhören verfügbar. Eingesprochen haben sie Kinder vom Eulenkopf. Für Kitas, Schulen und Gruppen gibt es außerdem eine Entdeckerkiste mit Lupen, Fühlsäckchen und Spielen. Der Eulenkopf-Weg ist ganzjährig frei zugänglich.
Der Naturlehrpfad ist ein Projekt von Quartiersmanagement, der Sozialen Stadterneuerung, dem Institut für Biologiedidaktik der JLU und dem Amt für Umwelt und Natur der Stadt Gießen.
Illustrationen & Konzept: Hannah Büchele / Konzept & Layout: kommunikation-einfach.de Ausführungsarbeiten: AGROFOR Consulting & Products