Ehrenamtliche Integrationslots*innen
Über das Büro für Integration und über das Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen e.V. können Sie ehrenamtliche Integrationslots*innen anfragen. Die Lotsinnen und Lotsen unterstützen und orientieren neu zugewanderte Menschen in ihrem Alltag.
Welchen Verpflichtungen unterliegen die Integrationslots*innen?
Im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten unterliegen die Lotsinnen und Lotsen einer Schweigepflicht. Darüber hinaus unterschreiben sie eine Verpflichtungserklärung. Diese beinhaltet Aspekte wie Neutralität und Allparteilichkeit, Transparenz und wertneutrale Sprachmittlung, Namensrecht sowie Verfassungstreue und eine Absage an alle Formen des Extremismus.
Die Integrationslots*innen wurden im Rahmen der Basisschulung über verschiedene Verpflichtungen informiert und belehrt. Sie unterliegen einer Schweigepflicht und sprechen nicht über Angelegenheiten der Ratsuchenden, noch geben sie Informationen über diese weiter. Sie kennen die wichtigsten Bestimmungen zum Datenschutz und halten diese ein. Sie respektieren Gleichberechtigung und Gleichstellung, sie sind Neutral und Allparteilich.
Wer kann eine*n Integrationslots*in anfragen? Wie kann ich die Hilfe bekommen?
Integrationslots*innen können von Einzelpersonen (Zugewanderte selbst, Ehrenamtliche, Freunde/Bekannte) oder Institutionen in der Stadt Gießen angefragt werden (die Termine oder Einsätze müssen innerhalb des Stadtgebietes stattfinden).
Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine Anfrage mit diesen Infos:
- Wer braucht Hilfe? (Name, Telefon und/oder Email Adresse)
- Welche Hilfe (Thema, Termin) wird gebraucht?
- Welche Sprache spricht die Person?
- Sollte die Begleitung weiblich/männlich sein oder ist das egal?
Kontakt:
Welche Qualifizierungen haben Integrationslots*innen erhalten?
Alle eingesetzten Ehrenamtlichen haben eine Qualifizierung absolviert. Diese umfasst 20 Unterrichtseinheiten und findet innerhalb einer Gruppe statt. Themen sind hier Gesundheits-, Bildungs- und Schulsystem, Grundzüge des Aufenthalts- und Sozialleistungsrechts sowie Beratungsangebote in der Stadt Gießen, außerdem interkulturelle Kompetenzen und Kommunikation.
Wie ist die Betreuung der Ehrenamtlichen organsiert?
Das Büro für Integration und das Freiwilligenzentrum Gießen unterstützen die Lots*innen:
- Rückfragen, Feedback, Einsatzmöglichkeiten
- Persönliche Betreuung
- Fachliche Unterstützung
- Regelmäßiges Austauschtreffen
- Vertiefungsseminare und Supervision
Wem und wobei helfen Integrationslots*innen?
Das Ziel des Projekts ist die Förderung der Integration und Unterstützung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Integrationslots*innen…
- begleiten zugewanderte Menschen zu Ämtern und Behörden, zum Arzt oder zu Elterngesprächen in Kitas und Schulen,
- unterstützen bei der Orientierung und dem Ankommen in der Stadt z.B. bei der Wohnungssuche,
- geben Hilfe zur Selbsthilfe,
- erklären Regeln und Pflichten,
- geben Aufklärungen und Informationen über Schulsystem, Gesundheitssystem, Sozialleistungen, Deutschkurse, Vereinsleben u.v.m.
- helfen beim Schriftverkehr.
Wer sind die Integrationslots*innen und welche Sprachen sprechen sie?
„Integrationslotsinnen und Lotsen […] sind ehrenamtliche Multiplikatoren und Begleiter, nach Möglichkeit mit Migrationshintergrund, mit ausreichenden Kenntnissen in Wort und Schrift sowohl in der Muttersprache als auch in Deutsch.“ (s. Ziffer 4.4 der WIR-Richtlinie)
Über 50 Personen sind aktuell als Lotsinnen und Lotsen aktiv. Sie kommen bei Fragen, Orientierungsschwierigkeiten, Bedarfen für Erklärungen oder Barrieren bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zum Einsatz. Neben gutem Deutsch sprechen sie oftmals ihre Herkunfts- bzw. Muttersprache oder eine Fremdsprache. Die Integrationslots*innen sind ehrenamtlich aktiv. Das heißt, sie engagieren sich freiwillig, gemeinwohlorientiert und ihr Engagement ist nicht auf einen materiellen Gewinn ausgerichtet.
Zurzeit sind folgende Sprachen verfügbar: Arabisch, Amharisch, Urdu, Dari, Farsi, Englisch, Französisch, Griechisch, Persisch, Russisch, Bulgarisch, Spanisch, Somalisch, Türkisch, Kurdisch, Kurmanci, Tigrinja, Ukrainisch.
Was sind keine Aufgaben von Integrationslots*innen?
Tätigkeiten wie reine Dolmetscher- und Übersetzungstätigkeiten, Patenschaften, Wohnungssuche/Umzüge, Hausaufgabenhilfe, Reparaturaufgaben, Beaufsichtigungen von Kindern, Fahrdienste, regelmäßige Treffen, Freizeitaktivitäten sowie Deutschkurse gehören nicht zu den Aufgabenbereichen von Integrationslots*innen.
Ich möchte selbst Integrationslots*in werden. Was muss ich dafür tun?
Integrationslots*innen sind nach Möglichkeit Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit muttersprachlichen Kenntnissen in einer anderen Sprache als Deutsch. Außerdem sollten sie über gute Deutschkenntnisse (Verstehen, Sprechen, Lesen) auf einem Niveau von mindestens B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens verfügen. Deutschkenntnisse können durch Zertifikate oder durch andere Weise (z. B. Interview) belegt werden. Die Auswahl und Prüfung der Geeignetheit der Interessierten (Volljährigkeit, Sprachkompetenzen, Kultursensibilität) liegt beim Büro für Integration und dem Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen e.V. und wird durch persönliche Gespräche festgestellt. Vorzulegen ist ein polizeiliches Führungszeugnis. Eine Erklärung zur Schweigepflicht, Neutralität, Absage an alle Formen des Extremismus muss unterschrieben werden.
Haben Sie Interesse? Dann schreiben Sie uns: