Gießen 46ers vs. Tigers Tübingen
Basketball-Bundesliga ProA
31.10.2026
19:00 Uhr
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Nach dem 83:68-Erfolg in Koblenz wollen die GIESSEN 46ers am Samstag gegen die Tigers Tübingen nachlegen
Nach sechs Partien, nach drei Siegen und drei Niederlagen, nach einem schwachen, drei überzeugenden und zwei unglücklichen Auftritten wird es langsam Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Die bei „Frenki“ Ignjatovic durchaus kritisch ausfällt: „Mit allen Test-, einem Pokal- sowie sechs Meisterschaftsspielen haben wir inzwischen 14 Partien absolviert. Da reicht es mir nicht, dass einige meiner Jungs vielleicht zwei- oder dreimal überzeugt haben. Das ist mir zu wenig. Darüber werden wir reden und gegebenenfalls auch Konsequenzen ziehen“, hat der Cheftrainer der GIESSEN 46ers vor Spieltag sieben in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA und der Begegnung am Samstag (19 Uhr) gegen die Tigers Tübingen die Zügel deutlich angezogen.
Mit seinen drei US-Guards Zach Cooks, Nigel Scantlebury und Alex Williams gab es intensive Gespräche, vor allem aber haben sie mit Tyler Peterson einen Mann an die Seite gestellt bekommen, der schon nach drei Trainingseinheiten beim 83:68-Erfolg am Montag bei den EPG Baskets Koblenz gezeigt hat, was in ihm steckt. „Seine Premiere war stark. Ballhandling, Defense und sein taktisches Verständnis stimmten, außerdem hat er ein Auge für seine Nebenleute“, war der 60-Jährige angetan von den 31 Minuten, die der Neuzugang aus Minneapolis zu zwölf Punkten, fünf Assists und zwei Rebounds nutzte. Dass sich der letztjährige ungarische Meister mit Falco Szombathely auch fünf Ballverluste erlaubte, hatte Ignjatovic eingepreist. „Unter dem Strich hat er uns viel gegeben, wir haben einen solchen Leader dringend gebraucht.“
Er verfüge über keine Kristallkugel, er könne nicht voraussehen, was in den kommenden Wochen passiere, so Ignjatovic, er wisse jedoch, dass sich seine Mannschaft „auf dem richtigen Weg“ befinde. Die Niederlage gegen die RheinStars Köln sei zwar ein „unverzeihlicher Ausrutscher“ gewesen, mit dem Erfolg in Koblenz habe sein Team die Panne jedoch einigermaßen ausmerzen können. Dass ein Sieg gegen Tübingen Pflicht sei, brauche er nicht weiter zu erwähnen. „Schließlich gastieren wir danach bei BBL-Absteiger Heidelberg, dorthin reist niemand als Favorit.“
Also: Voller Fokus auf die schwäbischen „Raubkatzen“ sowie auf das eigene Personal, das in Teilen gesundheitlich noch immer nicht auf der Höhe ist. Chris Carter (Knieprobleme) und Luca Nickel (Lehrgang) stehen nicht zur Verfügung. Alex Williams (Finger ausgekugelt) und Daniel Norl, der von Teamärztin Petra Michel-Leutheuser eine Spritze bekam und der deshalb im Training ein wenig kürzertrat, stellen sich in den Dienst der Mannschaft, sind aber nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. So dass gegen die Tigers Tübingen wieder viel Verantwortung auf den Schultern von Kapitän Robin Benzing, Energizer Luis König Figge, dem trotz weniger Minuten stets überzeugenden Till Gloger, Neuzugang Tyler Peterson und dem laut „Frenki“ Ignjatovic „wahrscheinlich besten Vierer der Liga“, seinem serbischen Landsmann Viktor Kovacevic, lasten wird.
Gegen einen Kontrahenten, der ebenfalls personell gebeutelt ist, der jedoch spektakulär nachverpflichtet hat. Denn mit Alexander Richardson von BBL-Club NINERS Chemnitz haben die Schwaben eines der größten deutschen Talente unter den Brettern an Land ziehen können. Der ehemalige „Youngster of the year“ der ProA spielte im vergangenen Jahr für die Ramblers am College der Loyola University. Davor sammelte der 23-Jährige, der im schottischen Glasgow aufgewachsen ist, Erfahrungen bei den Frankfurt Skyliners und den ART Giants Düsseldorf. Bei seinem Debüt, das als Gast der PS Karlsruhe LIONS (83:87) allerdings in die Hose ging, glänzte der 2,08-Meter-Hüne mit einem Double-Double aus 15 Punkten und 13 Rebounds.
Zuletzt in Karlsruhe musste „Raubkatzen-Bändiger“ Felix Banobre, der im Sommer von den VfL SparkassenStars Bochum kommend in Baden-Württemberg angeheuert hatte, auf den Ex-Gießener Aiden Warnholtz (Oberschenkel) verzichten. Auch Nico Santana Mojica musste passen; er hatte im Training einen Schlag abbekommen hat. Jesse Ani, der wegen einer Erkältung einige Einheiten verpasst hatte, meldete sich in Karlsruhe allerdings mit zwei Punkten und drei Rebounds wieder einsatzbereit. Kapitän Till Jönke (Hüfte) und Fabien Kondo (Knie) fehlen den Raubkatzen bereits seit einigen Wochen. Im Spiel gegen die MLP Academics Heidelberg verletzte sich zudem Melkisedek Moreaux am rechten Knie schwer. Der Publikumsliebling muss sich einer Operation unterziehen und wird langfristig ausfallen.
„Wenn sie einigermaßen komplett auflaufen, dann sind sie für mich immer ein Playoff-Anwärter“, weiß Branislav Ignjatovic um die Tübinger Stärken. „Sie spielen einen unorthodoxen, überfallartigen Basketball mit vielen Schüssen. Das müssen wir dringend unterbinden.“ Damit vor der schweren Aufgabe in Heidelberg vier Siege bei drei Niederlagen in den Stats der GIESSEN 46ers stehen.
Quelle: GIESSEN 46ers