Erinnerungskulturen im Konflikt: Der Hitler-Stalin-Pakt und der Beginn des Zweiten Weltkriegs in Ostmitteleuropa
Ringvorlesung der Präsidentin: Kultur im Konflikt: Brüche und Brücken
09.11.2026
19:15 bis 20:45 Uhr
Aula im Uni-Hauptgebäude, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen
die Veranstaltung ist kostenlos
Am 23. August 1939 unterzeichneten die Außenminister des Deutschen Reichs und der Sowjetunion Joachim von Ribbentrop und Wjatscheslaw Molotow im Beisein Stalins das deutsch-sowjetische Nichtangriffsabkommen, den in Deutschland sogenannten Hitler-Stalin-Pakt. Neun Tage später, am 1. September 1939, überfiel Deutschland Polen und entfesselte so den Zweiten Weltkrieg. An diese beiden Sätze knüpfen sich gleich mehrere Kontroversen. Prof. Dr. Anke Hilbrenner zeigt auf, wie unterschiedlich der Zweite Weltkrieg in verschiedenen Ländern Europas erinnert wird.
In Deutschland denken wir oft, dass wir unsere Hausaufgaben in Bezug auf die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg gemacht hätten. Der Blick auf die Erinnerung an diesen Krieg in jenen Ländern, die Opfer des deutschen Vernichtungskriegs geworden sind, erweitert den Horizont. Es gilt, noch einmal ganz neu zu fragen: Wie heißt der Vertrag, und warum nannte man ihn Hitler-Stalin-Pakt? Was waren die Gründe für seine Unterzeichnung? Was folgte daraus für die betroffenen Länder – auch für diejenigen, die in Interessenssphären aufgeteilt wurden? Was waren die Folgen und inwiefern reichen sie bis in unsere Gegenwart? Und schließlich: Wann begann der Zweite Weltkrieg und wer war dafür verantwortlich? Auf all diese Fragen gibt es je nachdem, wen man fragt, unterschiedliche Antworten. Diese Antworten verraten viel über den Zustand Europas und sind angesichts der Herausforderungen der Gegenwart aktueller denn je.
Über die Ringvorlesung der Präsidentin im Wintersemester 2026/27:
Wie navigieren wir durch eine Welt voller kultureller Spannungen? Was verbindet uns, wenn die Fronten verhärtet sind? Wo führen gesellschaftliche Konflikte zu Gräben und wie lassen sie sich überwinden? Die Ringvorlesung der Präsidentin beleuchtet im Wintersemester 2026/27 unter dem Titel „Kultur im Konflikt: Brüche und Brücken“ ein breites Spektrum aktueller Debatten und vereint vielfältige Perspektiven aus Wissenschaft, Politik und Publizistik. Eine funktionierende Debattenkultur ist das Fundament einer lebendigen und widerstandsfähigen Demokratie. Wir werden deshalb Konflikte im Zuge gesellschaftlicher Transformationen betrachten. Und wir laden das Publikum aus Universität, Stadt und Region herzlich ein, darüber mit uns ins Gespräch zu kommen.
Die Ringvorlesung nimmt produktive Dynamiken von Konflikten ebenso in den Blick wie die Spannungen zwischen einzelnen gesellschaftlichen Kultursystemen – von politischer Kultur über Wissenschaft bis hin zu Subkulturen. Gemeinsam werden wir außerdem der Frage nachgehen, wie Kunst die Politik beeinflusst und umgekehrt: Welche Rolle spielen Kunstobjekte in politischen Auseinandersetzungen, und warum ist Kultur in internationalen Konflikten so bedeutsam?
Kuratiert wird die aktuelle Ringvorlesung der Präsidentin vom Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften (GGK) / International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der JLU.
Weitere Termine der Ringvorlesung
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Dr. Aljoscha Burchardt Principal Researcher, Research Fellow und stellvertretender Standortleiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Berlin
"KI, Gestaltung und Diskurskultur: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie "
Montag, 07. Dezember 2026
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Montag, 18. Januar 2027
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www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/veranstaltungen/p-veranstaltungen/ringvorlesung