Demokratie made in Gießen
Wissenschaftliche Konferenz zum politischen Wirken Wilhelm Liebknechts und dessen Bedeutung für heutige gesellschaftliche Debatten
Datum: 05.11.2026 Uhrzeit: 13:00 Uhr
Datum: 06.11.2026 Uhrzeit: 15:15 Uhr
Aula im JLU-Hauptgebäude, Ludwigstraße 23, Gießen
Anmeldung bis zum 19. Oktober 2026 erbeten
Im Rahmen des Jubiläumsjahres „Liebknecht200“ laden die Justus-Liebig-Universität Gießen, das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung und die Universitätsstadt Gießen dazu ein, politischen Protest, Friedenspolitik und Bildung aus historischer und gegenwärtiger Perspektive zu betrachten.
Welche Rolle spielte Wilhelm Liebknecht bei den Protesten Gießener Studierender? Wie verstand er Bildung als politische Aufgabe? Und welche Fragen stellen sich heute für eine sozialistische Friedenspolitik? Diesen Themen widmet sich die wissenschaftliche Konferenz „Demokratie made in Gießen“ am Donnerstag und Freitag, 5. und 6. November 2026. Veranstalter sind die Justus-Liebig-Universität Gießen, das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung und die Universitätsstadt Gießen.
Die Tagung gehört zum Gießener Jubiläumsjahr „Liebknecht200“, mit dem die Stadt mit unterschiedlichen Partnern an den 200. Geburtstag des am 29. März 1826 in Gießen geborenen Protagonisten der Arbeiter- und Demokratiebewegung erinnert. Sie vertieft die historische Auseinandersetzung mit Liebknechts Wirken und greift zugleich Konflikte auf, die bis heute Gegenstand politischer Debatten sind: die Durchsetzung demokratischer Rechte, Krieg und Frieden sowie die Chancen auf gesellschaftlichen Aufstieg durch Bildung.
Das Programm beginnt am Donnerstag um 13 Uhr. Zum Auftakt spricht Marcel van der Linden aus Amsterdam über Wilhelm Liebknecht im internationalen Kontext. Anschließend rückt ein Ereignis aus der Gießener Stadtgeschichte in den Blick: der Auszug der Studierenden nach Staufenberg im Jahr 1846, an dem Liebknecht beteiligt war. Weitere Beiträge behandeln den Leipziger Hochverratsprozess von 1872 und die Erinnerung an Liebknecht und die revolutionären Bewegungen seiner Zeit. Um 19 Uhr referiert der Europaabgeordnete Udo Bullmann unter dem Titel „Wilhelm Liebknecht – eine persönliche Spurensuche in Paris und Wien“.
Am Freitag beginnt die Konferenz um 9 Uhr mit Fragen zu Krieg und Frieden. In einer Gesprächsrunde der Zeitschrift „Junge Perspektiven ds“ geht es um linke Positionen zwischen Militarisierung und internationaler Solidarität. Danach beschäftigen sich Ingrid Miethe und Frerk Blome mit Liebknecht als Pädagogen und Bildungspolitiker sowie mit den Versprechen und Widersprüchen des sozialen Aufstiegs durch Bildung. Zum Abschluss stehen Liebknechts Auseinandersetzung mit Bismarck und die politische Entwicklung von Arbeitermilieus in Thüringen zwischen 1918 und 1933 auf dem Programm. Nach dem Ende der Tagung gegen 15.15 Uhr besteht die Möglichkeit, gemeinsam die Liebknecht-Ausstellung im Museum für Gießen im Alten Schloss zu besuchen.
Anmeldungen sind per E-Mail an demokratie-made-in-giessen@uni-giessen.de weiterhin möglich. Das vollständige Programm findet sich unter www.liebknecht200.de.