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Atem, Sinn und (Ohne)Tun

Rahmenprogramm

Datum:

09.08.2026

Uhrzeit:

11:00 bis 15:30 Uhr

Ort:

KiZ (Kongresshalle), Südanlage 3a, 35390 Gießen

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„Von den Dynamiken des Buches der Wandlungen“ Vortrag von Andreas Walther

11:00 - 12:30 Uhr

Die Ausstellung Atem, Sinn und (Ohne)Tun widmet sich dem Verhältnis von Kunst, Wahrnehmung, Natur und Selbst-Kultivierung. Eine wichtige Bezugslinie bildet dabei das Denken des Wandels, wie es in der ostasiatischen Kultur und insbesondere im Buch der Wandlungen, dem Yijing, eine zentrale Rolle spielt. Die Ausstellung fragt, wie sich solche Vorstellungen in zeitgenössischer künstlerischer Praxis wiederfinden lassen – nicht als Illustration alter Lehren, sondern als offene Denk- und Erfahrungsform.

Im Vortrag Von den Dynamiken des Buches der Wandlungen führt Andreas Walther in grundlegende Gedanken des Yijing ein und verbindet sie mit Fragen der Kunst. Im Mittelpunkt stehen Wandel, Beziehung, Rhythmus und die Möglichkeit, Prozesse nicht als lineare Entwicklung, sondern als dynamisches Wechselspiel von Kräften zu verstehen. Dabei kann auch sichtbar werden, weshalb das Yijing für eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit Kunst, Naturprozessen und daoistischer Ästhetik interessant ist.

Andreas Walther, geboren 1971 in Gießen, lebt und arbeitet seit 1998 zwischen Deutschland und Ostasien. Nach Studien des Experimentalfilms an der HfK Bremen und der Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln führten ihn zahlreiche Studienreisen nach Ostasien. Besonders die daoistische Kultur und Ästhetik, wie sie heute auf Taiwan noch lebendig sind, wurden für seine künstlerische Arbeit prägend. Neben Fotografie arbeitet er mit Video, Objekten, Tusche und generativer Kunst. Begriffe wie Atmosphäre, Resonanz und das Zusammenspiel von Körper, Geist und Natur begleiten seine Praxis seit vielen Jahren.

„Zur Philosophie des Tees“ Gespräch und Teeverkostung mit Ku Pao-yi

14:00 - 15:30 Uhr

Die Ausstellung Atem, Sinn und (Ohne)Tun des Neuen Kunstvereins Gießen widmet sich einem erweiterten ästhetischen Begriff über Schönheit hinaus zu Wohlbefinden und Gesundheit und damit auch dem Thema der Selbst-Kultivierung. Während die Ausstellung Arbeiten von Kunstschaffenden aus Taiwan und Deutschland zeigt, die in unterschiedlicher Weise nach dem Verhältnis von Körper, Geist, Natur und künstlerischer Praxis fragen, lädt ein Rahmenprogramm dazu ein, solche Zusammenhänge und die verschiedenen Praxen der Selbst-Kultivierung (als Kultivierung eines gleichwertigen und dynamischen Verhältnisses von Körper und Geist) nicht nur betrachtend, sondern auch in der Praxis zu erfahren.

In der Veranstaltung Zur Philosophie des Tees spricht Ku Pao-yi über die kulturellen und philosophischen Hintergründe der Teezeremonie und lädt zugleich zu einer Teeverkostung ein. Tee wird hier nicht nur als Getränk verstanden, sondern als Medium der Sammlung, der Gastfreundschaft und der Verfeinerung der Sinne. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in eine Praxis, die in China und Taiwan eine lange Tradition besitzt und mit Vorstellungen von Harmonie, Respekt, Achtsamkeit und natürlichem Gleichgewicht verbunden ist. Die Verkostung macht erfahrbar, wie Geschmack, Geruch, Temperatur, Zeit und Atmosphäre miteinander in Beziehung treten.

Ku Pao-yi, gebürtig aus Taiwan, lebt seit vielen Jahren in der Region Gießen und unterrichtet in Wettenberg Taichi, Qigong und Yoga. Die Teezeremonie praktiziert sie seit langer Zeit. In ihrer Arbeit verbindet sie körperliche Übung, meditative Aufmerksamkeit und die kulturellen Traditionen Taiwans. Damit eröffnet sie einen praktischen Zugang zu zentralen Themen der Ausstellung: Atem, Sinn, Balance und Selbst-Kultivierung.

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