Atem, Sinn und (Ohne)Tun: »Philosophie der Griffbrettzither Guqin« -
Konzert und Gespräch mit Yang Linchi
29.08.2026
15:00 bis 16:30 Uhr
KiZ (Kongresshalle), Südanlage 3a, 35390 Gießen
Die Ausstellung Atem, Sinn und (Ohne)Tun des Neuen Kunstvereins Gießen widmet sich einem erweiterten ästhetischen Begriff über Schönheit hinaus zu Wohlbefinden und Gesundheit und damit auch dem Thema der Selbst-Kultivierung. Während die Ausstellung Arbeiten von Kunstschaffenden aus Taiwan und Deutschland zeigt, die in unterschiedlicher Weise nach dem Verhältnis von Körper, Geist, Natur und künstlerischer Praxis fragen, lädt ein Rahmenprogramm dazu ein, solche Zusammenhänge und die verschiedenen Praxen der Selbst-Kultivierung (als Kultivierung eines gleichwertigen und dynamischen Verhältnisses von Körper und Geist) nicht nur betrachtend, sondern auch in der Praxis zu erfahren.
In Konzert und Gespräch zur Guqin stellt Yang Linchi die Guqin nicht nur als Musikinstrument vor, sondern auch als kulturelle Praxis, die eng mit der chinesischen Kosmologie verbunden sind. Die leisen, konzentrierten Klänge der Guqin entfalten sich weniger als äußere Virtuosität denn als Raum für Hören, Nachklang und innere Aufmerksamkeit. Im Gespräch werden Hintergründe des Instruments, seiner Spieltradition und seiner Bedeutung für chinesische Kultur und Selbst-Kultivierung erläutert. Die Veranstaltung macht erfahrbar, wie Klang, Atem und Stille sich miteinander zu verbinden wissen.
Yang Linchi stammt aus Chengdu in der chinesischen Provinz Sichuan. Seine Guqin-Ausbildung erhielt er im Konglin-Guqin-Pavillon des Wenshu-Klosters, einer Schule der Shu-Tradition, die von Zeng Chengwei geleitet wird, einem heutigen Nachfahren dieser Linie. Yang Linchi vertiefte seine Studien durch Reisen in China und den Austausch mit verschiedenen Guqin-Meistern. In Chengdu begann er gemeinsam mit Cui Jiang, einem bekannten Guqin-Musiker der Shu-Schule, zu unterrichten und sein Wissen weiterzugeben. Heute lebt und arbeitet er in Berlin.