Atem, Sinn und (Ohne)Tun: »Daoistische Ästhetik und künstlerische Praxis« -
Gespräch mit Andreas Walther
19.08.2026
16:00 bis 17:30 Uhr
KiZ (Kongresshalle), Südanlage 3a, 35390 Gießen
Die Ausstellung Atem, Sinn und (Ohne)Tun bringt künstlerische Arbeiten aus Taiwan und Deutschland in einen Dialog über Wahrnehmung, Natur, Körper und Geist. Ihr Ausgangspunkt ist ein erweiterter ästhetischer Begriff: Kunst wird nicht nur als Bereich des Schönen verstanden, sondern auch als Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu schulen, Resonanz zu erfahren und das Verhältnis von Körper und Geist zu kultivieren. In diesem Zusammenhang spielt daoistische Ästhetik eine wichtige Rolle.
Im Gespräch Daoistische Ästhetik und künstlerische Praxis führt Andreas Walther in Begriffe und Denkfiguren ein, die für das Verständnis der Ausstellung bedeutsam sind. Dazu gehören etwa Qi, Resonanz, Natürlichkeit, Leerraum und Ohne-Tun. Diese Begriffe werden nicht abstrakt behandelt, sondern auf konkrete künstlerische Arbeitsweisen bezogen: auf Tuschemalerei, Kalligrafie, Keramik, Fotografie. Das Gespräch wird zeigen, wie daoistische Vorstellungen nicht exotische Referenzen sind, sondern ihre Entsprechnung auch in der hiesigen künstlerischen Praxis finden können.
Andreas Walther, geboren 1971 in Gießen, lebt und arbeitet seit 1998 zwischen Deutschland und Ostasien. Die Begegnung mit Taiwan, daoistischer Kultur, Shanshui-Malerei, Kalligrafie und Körperübungen wie Taiji und Qigong prägte seine künstlerische Entwicklung nachhaltig. In seiner eigenen Arbeit mit Fotografie, Video, Tusche, Objekten und generativer Kunst untersucht er Atmosphäre, Resonanz und das Verhältnis von Mensch und Natur. Als Kurator der Ausstellung verbindet er künstlerische Praxis und interkulturelle Vermittlung.